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Korschenbroich: Die Stadt belohnt Ehrenamtler mit Rabatt

Korschenbroich : Die Stadt belohnt Ehrenamtler mit Rabatt

Wer in Korschenbroich mindestens fünf Stunden pro Woche unentgeltlich tätig ist, hat künftig Anspruch auf eine Ehrenamtskarte. Das will der Stadtrat jetzt beschließen. Die erste Karte soll dann zur Jahresmitte ausgegeben werden.

Ehrenamtlicher Einsatz — und das regelmäßig und über eine lange Zeitspanne hinweg — ist längst nicht selbstverständlich. Und genau dieses selbstlose Engagement soll jetzt auch in der Stadt Korschenbroich belohnt werden. Nach der Vorberatung im Hauptausschuss will der Stadtrat die Einführung der Ehrenamtskarte am Donnerstag in seiner nächsten Sitzung beschließen. Bislang nehmen bereits alle Städte und Gemeinden aus dem Rhein-Kreis an dem NRW-Projekt teil, wobei sich Kaarst erst in der Einführungsphase befindet.

Ein Dankeschön für Ehrenamtler soll es auch künftig in der Stadt Korschenbroich geben: Der Stadtrat will die Einführung der Karte beschließen. Organisation und Koordination liegen dann im Sozialamt bei Petra Köhnen. Foto: Reuter/Baum

Ein zeitlicher Vorlauf ist auch im Korschenbroicher Rathaus eingeplant. "Der Ratsbeschluss ist die Voraussetzung für die Karteneinführung", sagt Petra Köhnen. Die stellvertretende Sozialamtsleiterin, die auch für die Ehrenamtsbörse verantwortlich zeichnet, muss zunächst eine Vereinbarung mit dem zuständigen NRW-Ministerium abschließen. Kosten für die Stadt entstehen durch die Dankeschön-Aktion für die Ehrenamtler keine. Der erste Kartensatz wird vom Land zur Verfügung gestellt. Zudem erhält die Stadt für die Projektteilnahme 1500 Euro. "Mit dem Geld sollen Aufkleber, Faltblätter und Plakate finanziert werden", erklärt Petra Köhnen. Was der 52-Jährigen aber ebenso wichtig ist: "Die Erstausgabe soll mit einer kleinen Feierstunde verbunden werden. Wir wollen einen ansprechenden Rahmen schaffen, um so auch die ehrenamtlich erbrachten Leistungen, richtig würdigen zu können."

Doch bis dahin müssen sich die Ehrenamtler noch etwas gedulden. Einen Vorlauf von drei oder vier Monaten hat sich Petra Köhnen ausgebeten, um noch attraktive Vergünstigungen beim örtlichen Einzelhandeln, bei Betrieben und Veranstaltern vor Ort auszuhandeln. "Natürlich sind wir als Stadt auch dabei", versichert Petra Köhnen. "Denkbar ist ein Nachlass beim Eintritt fürs Hallenbad, beim Jazzcafé oder eine Vergünstigung bei Angeboten der Volkshochschule."

Trotz des vielfältigen und hohen ehrenamtlichen Engagements von Korschenbroichs Bürgern könnte der Personenkreis potenzieller Karteninhaber klein sein. Die Mitarbeit in einem Vereinsvorstand reicht nicht aus, um die Voraussetzungen für die Ehrenamtskarte zu erfüllen. Der Antragsteller muss rückwirkend mindestens für zwei Jahre eine ehrenamtliche Tätigkeit nachweisen. Das Maß bürgerlichen Engagements muss mindestens fünf Stunden wöchentlich beziehungsweise 250 Stunden im Jahr betragen. Die Karte gilt dann zunächst für zwei Jahre.

Im Hauptausschuss wurde die Projektteilnahme vom Ersten Beigeordneten Bernd Dieter Schultze empfohlen. Hanns-Lothar Endell (Die Aktive) nutzte die einstimmige Beschlussfassung dazu, den Erfolg für seine Fraktion zu verbuchen: "Es ist erfreulich, das unser beharrliches Drängen nach drei Jahren endlich zum Erfolg geführt hat."

(NGZ/rl)