Die Sportfamilie Vollmert liebt Tischtennis und Fußball

Tischtennis : Bei den Vollmerts sind sie alle ein bisschen (Sport-)verrückt

Es kehrt ein wenig Ruhe ein bei den Vollmerts in Kaarst. Zumindest jetzt, für ein paar Stunden, vielleicht für ein paar Tage rund um das Weihnachtsfest. Zusammen feiern, von den Omas verwöhnen lassen.

Das „Power-Jahr“ ausklingen lassen und Kraft tanken für die vielen Aufgaben, die in 2019 warten.

Die „Tischtennis-Vollmerts“ aus Holzbüttgen stehen stellvertretend für die Familien im Rhein-Kreis, bei denen sich neben Schule, Ausbildung, Studium und Beruf das ganze Jahr lang alles um den Sport dreht. DJK-Abteilungsleiter Stefan Vollmert hat dazu in 2018 noch einen weiteren Vogel abgeschossen. Und das im Wortsinne: beim Schützenfest in seinem Heimatdorf. Als „König von Holzbüttgen“ stehen im kommenden Jahr daher noch einige Termine mehr auf dem Programm. Da wird es dann zum Balanceakt, den Sport und das Brauchtum mit gleicher Intensität und Energie auszufüllen.

Nehmen wir einen normalen Sonntag im Leben der Familie Vollmert. Am Nachmittag ab 14 Uhr stehen in der Sporthalle am Bruchweg zwei Tischtennis-Spiele an. Das eine in der 3. Damen-Bundesliga, das andere in der Herren-Oberliga. Bei den Damen steht Tochter Jana im Aufgebot, bei den Herren soll es wieder einmal Papa Stefan als Routinier der Mannschaft richten.

Schon ab morgens dreht sich alles um die Spiele. Die Damen-Mannschaft kommt zum gemeinsamen Frühstück vorbei. Es wird sich eingestimmt. Mutter Andrea und Schwester Nicola backen parallel einen Kuchen. Sie organisieren am Nachmittag die Caféteria in der Halle. Es wird mit vielen Leuten gerechnet. Beim „Doppelpack“ ist die Halle immer gut besucht. Ab 12 Uhr wird aufgebaut. Aus der normalen Sporthalle wird die „Hobü-Arena“. Während Nicola und Andrea die Cafeteria vorbereiten, hängt Stefan die vielen Plakate und Werbebanner auf.

Dann das Spiel. Die „Tribüne“ ist vollbesetzt und jubelt Jana Vollmert zu, die mit ihrem Team gerade einen wichtigen Sieg feiert. Bei den Herren dauert es noch, wieder mal ein Marathonmatch, gut für die Einnahmen in der Cafeteria. Nach über vier Stunden ist auch das geschafft. Die knappe Niederlage muss verkraftet werden. Das gelingt am besten beim gemeinsamen Abendessen der Teams im Restaurant „Alte Zeit“ in Holzbüttgen. Da wird dann noch einmal kräftig über Erfolg und Mißerfolg des Tages gefachsimpelt. Mittendrin natürlich alle Vollmerts.

Für Jana Vollmert, die mitten in ihrem Jura-Studium steckt, ist der Aufwand bei Auswärtsspielen noch deutlich größer. Wenn es zum Beispiel zum Doppel-Auswärtsspieltag nach Schwarzenbek und Kellinghusen in Schleswig-Holstein geht, ist sie von Freitagmittag bis Sonntagabend in Sachen Tischtennis unterwegs.

Stefan Vollmert widmet sich seit Jahrzehnten dem Tischtennis-Sport. Als aktiver Spieler in seiner besten Zeit war er so gut, dass er „sein Dorf“ auch mal verlassen musste und im „Exil“ in der Zweiten Bundesliga, zum Beispiel bei Bayer Uerdingen auf Punktejagd ging. Als A-Lizenztrainer überträgt er nunmehr seit Generationen seine Leidenschaft auch auf jüngere Spieler. Lange Zeit war er als Leistungstrainer für viele Vereine im ganzen Rhein-Kreis unterwegs. Auch heute noch steht er montags am Tisch, um den Holzbüttgener Talenten Tischtennis richtig beizubringen. Dabei sind ihm auch unkonventionelle Trainingsmethoden nicht fremd. „Du brauchst eine Noppe und spielst dann Abwehr“, schlägt er den Jugendlichen vor, die ihn dann verwundert anschauen, da das Abwehrspiel heute im Tischtennis nicht gerade der Trend ist. Seine Tochter Nicola spielt zwar keine Abwehr, aber „Noppe“ und ist damit bis in die NRW-Liga erfolgreich. Andrea Vollmert hat früher einmal Tischtennis gespielt, kümmert sich jetzt aber neben ihrer Tätigkeit als selbstständige Heilpraktikerin lieber um das „Familien-Management“.

Seit einiger Zeit gibt es noch einen „Positiv-Sportverrückten“ in der Familie. Alex Daun, der Lebensgefährte von Jana Vollmert, ist in der Tischtennis-Szene bestens bekannt. Als Zweitliga-Trainer beimTuS Uentrop arbeitet er gerade an einem Rekordversuch im Damen-Tischtennis. Beim nächsten Heimspiel seines Teams sollen über 1000 Zuschauer in die Halle strömen. So viele, wie noch nie bei einem Damen-Bundesliga-Spiel. „Nebenbei“ hat er sich der Tischtennis-Familie in Holzbüttgen angeschlossen und spielt wieder regelmäßig für die erste und zweite Mannschaft der DJK.

Alle zusammen eint auch die Liebe zum Fußball. Stefan Vollmert ist Dauerkartenbesitzer und bekennender Fan von Fortuna Düsseldorf. Gerne hüllt sich die ganze Familie in rot-weiße Schals, um die Fortuna lauthals anzufeuern – und das nicht erst seit dem Aufstieg. Aber auch als Fans der Nationalmannschaft haben es die Vollmerts schon bis ins Fernsehen gebracht. Die Träne von Andrea Vollmert zum Beispiel, die 2012 beim EM-Spiel zwischen Deutschland und Italien Furore machte, weil die Uefa diese nach einem Tor des Italieners Ballotelli einspielte. Tatsächlich musste Andrea aber zu Beginn des Spiels vor Rührung bei den Hymnen eine Träne verdrücken. Mehrfach war auch Stefan Vollmert in TV-Bildern zu sehen, wenn er sich zum Beispiel mit seinem Freund Andreas Preuß, dem Manager von Borussia Düsseldorf, als Ernie und Bert verkleidet zum DFB-Pokalendspiel nach Berlin aufmachte.

Viel Aufregung rund um den Sport  und das das ganze Jahr lang. Da ist es wirklich an der Zeit, ein paar Tage der Besinnung einkehren zu lassen. Jana Vollmert freut sich auf das Weihnachtsfest: „Weihnachten bedeutet mir sehr viel. Wir verbringen das Fest immer mit der ganzen Familie. Großeltern, Onkels, alle kommen zusammen. Bei den Omas gibt es dann das beste Essen der Welt, die geben sich für das Weihnachtsfest die allergrößte Mühe.“

 Allzu viel Zeit zur Erholung und Besinnung gibt es aber nicht. Schon am 6. Januar steht in der Dritten Bundesliga das große Revanche-Duell gegen Borussia Düsseldorf in der heimischen Sporthalle am Bruchweg an. Spätestens dann läuft der Motor bei den Vollmerts in Holzbüttgen wieder auf Hochtouren.

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