Jüchen : Die Liebe zum Senegal entdeckt

Per Zufall lernte Sonja Fall aus Hochneukirch den Senegalesen Momar kennen. Seit einem Jahr sind beide verheiratet und haben viel voneinander gelernt – und Sonja kennt die Treuetricks der senegalesischen Ehefrauen.

Per Zufall lernte Sonja Fall aus Hochneukirch den Senegalesen Momar kennen. Seit einem Jahr sind beide verheiratet und haben viel voneinander gelernt — und Sonja kennt die Treuetricks der senegalesischen Ehefrauen.

Wer Sonja Fall besucht, vergisst, dass er sich in Hochneukirch befindet. "Ich bin begeistert von Senegal. Jeder, der zu uns kommt, denkt wegen der Dekoration und der Einrichtung, er sei in Afrika", sagt die 40-Jährige lächelnd. Warum die gebürtige Kölnerin den Senegal liebt? Wegen Momar, den sie 2009 bei Freunden kennengelernt hat. "Ich habe mich nicht nur in ihn verliebt, sondern auch in seine Kultur.

Durch ihn ist die senegalesische Kultur zu meiner eigenen geworden." Und Momar Fall? "Zwischen dem Senegal und Deutschland liegen Welten. Hier musste ich mich erst daran gewöhnen, allein zu leben", sagt der ausgebildete Buchhalter und jüngstes von sieben Geschwistern.

Ein Stück Afrika in Hochneukirch

Wie die Liebe Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen verbindet, das können Sonja und Momar Fall berichten. "Wir haben uns nach unserem Treffen bald wieder getrennt. Nach sechs Monaten haben wir zueinander gefunden. Vielleicht mussten wir beide erst merken, wie wichtig wir füreinander sind", erzählt der gebürtige Senegalese.

Für beide das sichtbare Zeichen ihrer Liebe: Sie haben nach deutscher und muslimischer Tradition den Bund der Ehe geschlossen. "Der Ritus in der Moschee, bei dem mein Bruder dabei war, hat mir viel bedeutet. Er sollte auch ein ,Dankeschön' an Sonja sein", erzählt Momar Fall.

Denn ihre Heirat sei nur mit Unterstützung eines Anwalts möglich gewesen: Momar lebte seit 2002 in Deutschland, hatte zunächst keine Aufenthaltsgenehmigung. "Es war nicht einfach", erzählt er. Zumal er sich auch umstellen musste: "Im Senegal sind die Menschen sehr offen, gehen aufeinander zu, das Leben spielt sich meistens im Freien ab."

Im vergangenen Jahr haben Sonja und Momar Fall erstmals seine Familie im Senegal besucht. "Ich war tief berührt von der Herzlichkeit der Menschen", erzählt die Hochneukircherin. Auch ihre beiden Kinder im Teenager-Alter hätten sich in dem zunächst fremden Land wohlgefühlt.

"Wir haben auf dem Boden gesessen, mit den Händen gegessen und meine Schwägerinnen haben mir Thiouraye — eine spezielle Duftmischung, die jede senegalesische Frau für sich selbst herstellt, gezeigt." Durch einen fremden Duft würden sich untreue Männer verraten. Eine weitere Waffe der Frauen: "Bin-Bin", eine klimpernde Hüftkette.

"Momar hat sich an Deutschland angepasst — oft ist er hektisch und ich bin gelassen. Wir haben beide viel voneinander gelernt", sagt Sonja Fall. Und das Alleinsein ist längst Vergangenheit.

(vest)