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Korschenbroich: Die "Junge Wallfahrt" wächst von Jahr zu Jahr

Korschenbroich : Die "Junge Wallfahrt" wächst von Jahr zu Jahr

Erst fünf, dann elf und jetzt vermutlich das Doppelte: Die "Junge Wallfahrt" der St.-Matthias-Bruderschaft Glehn kommt gut an.

Es sind Fußmärsche von um die 25 Kilometer pro Tag, Übernachtungen in großen Schlafsälen auf Luftmatratzen oder Isomatten und einfache Mahlzeiten wie Bockwurst mit Kartoffelsalat. Trotzdem wollen genau an einer so wenig Komfort versprechenden Tour von Jahr zu Jahr mehr junge Erwachsene teilnehmen. Denn die St.-Matthias- Bruderschaft Glehn organisiert in diesem Jahr zum dritten Mal die "Junge Wallfahrt" nach Trier.

Sie ist hervorgegangen aus der großen Jugendwallfahrt der Korschenbroicher St. Matthias Bruderschaft. "Aber die Jugendlichen, die dann älter wurden, wollten weiterhin die Chance zu so einer Wallfahrt haben", erzählt Thomas Scheufeld, Organisator und Vorsitzender der Glehner St.-Matthias-Bruderschaft. So entstand 2011 die "Junge Wallfahrt". War die Pilgergruppe damals nur fünf Mann stark, waren es im vergangenen Jahr schon elf und für den Termin in diesem Jahr, für den die offizielle Anmeldefrist noch gar nicht begonnen hat, haben schon acht Leute so gut wie zugesagt. Die meisten Teilnehmer waren und sind Anfang 20.

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Von der Jugendwallfahrt unterscheidet sich die "Junge Wallfahrt" vor allem in der Länge der Tour – und damit auch bei den Kosten. "Die jungen Erwachsenen haben gerade die Schule fertig oder mit Ausbildung oder Studium begonnen, da fällt es vielen schwerer, die Kosten für eine solche Fahrt abzuknapsen", sagt Scheufeld. Von daher dauert die Wallfahrt statt einer Woche nur vier Tage. Los geht es in diesem Jahr am Donnerstag, 30. Mai (Fronleichnam), um 7.15 Uhr an der Glehner Pfarrkirche St. Pankratius (Rückkehr Sonntagnachmittag). Mit Privat-Pkw geht es dann nach Gerolstein. Von dort wird dann in vier Tagen bis nach Trier gepilgert. Übernachtet wird unter anderem in Klostern, etwa dem ehemaligen Zisterzienserinnenkloster Sankt Thomas an der Kyll. Ein Begleitfahrzeug ist stets dabei, um die jungen Pilger mit Wegzehrung, etwa Obst und Kuchen, zu versorgen.

Am Zielort der Wallfahrt, in Trier, soll das Grab des Heiligen Matthias liegen. Das ist zwar umstritten, allerdings geht es laut Scheufeld bei der Wallfahrt ohnehin um etwas anderes: den Austausch. Unterwegs wird über die Jahreslosung und kleinere Texte gesprochen, aber auch über den Glauben allgemein. Darin, sich frei zu unterhalten und tiefe Gespräche fern des Alltags zu führen, sieht Scheufeld auch den Grund für den Zulauf für die "Junge Wallfahrt". "Es gibt ein ganz großes Bedürfnis, über die Dinge zu sprechen, die belasten und die zweifeln lassen. Die jungen Leute sehnen sich nach einer Auszeit."

Dass alles Gesagte – seien es Ängste um Studiums- oder Ausbildungsplatz oder gar Probleme in der Familie seien – in der Pilgergruppe bleiben, sei dabei ganz selbstverständlich. Scheufeld habe die Erfahrung gemacht, dass die Teilnahmer nach einer solchen Wallfahrt gelassener würden.

Für die St.-Matthias-Bruderschaft Glehn steht allerdings vorher noch ein weiterer wichtiger Termin an. Bereits am Samstag, 23. März, nehmen die Glehner an der Friedenswallfahrt der St.-Matthias-Bruderschaft Neersen teil. Was mit etwa 150 Pilgern begann, ist mittlerweile ebenfalls zu einem Treffen in der der Jerusalemer Grabeskirche nachempfundenen Kirche Klein-Jerusalem mit mehr als 1000 Teilnehmern aus der Region geworden. Außerdem stehen in diesem Jahr die Kevelaer Wallfahrt am 21. September und das Bezirksbruderschaftstreffen am 27. November an.

(NGZ)