Lokalsport: Die Enttäuschung überwog

Der Medaillentraum von Nicolas Limbach zerplatzte bereits im Achtelfinale des olympischen Säbelwettbewerbs. Nach seiner 14:15-Niederlage gegen Europameister Aliaksandr Buikevich belegte der Dormagener Rang neun.

Der Medaillentraum von Nicolas Limbach zerplatzte bereits im Achtelfinale des olympischen Säbelwettbewerbs. Nach seiner 14:15-Niederlage gegen Europameister Aliaksandr Buikevich belegte der Dormagener Rang neun.

Es kam wie befürchtet: Aliaksandr Buikevich erwies sich wie schon bei den Europameisterschaften Anfang Juli auch im gestrigen Säbelfinale der XXIX. Olympischen Sommerspiele in Peking als zu hohe Hürde für Nicolas Limbach.

Nach seiner 14:15-Niederlage gegen den Europameister aus Weißrussland musste der 22 Jahre Säbelfechter des TSV Bayer Dormagen seine Medaillenträume bereits im Achtenfinale begraben und landete in der Endabrechnung auf Rang neun. "Die Enttäuschung ist erst einmal da", sagte Limbach unmittelbar nach seinem Gefecht.

Das frühe Aus des Weltranglistenersten passte ins Bild eines olympischen Säbelturniers, das die Rangordnung auf den Kopf stellte. Am Ende setzte sich im Finale der Chinese Man Zhang, in der Weltrangliste auf Platz zehn notiert, gegen den französischen Außenseiter Nicolas Lopez durch, der nicht unter den besten 30 rangiert.

Die Bronzemedaille erkämpfte sich der Rumäne Mihai Covaliu, der vor acht Jahren in Sydney Gold gewonnen hatte. Titelverteidiger Aldo Montano scheiterte wie Limbach im Achtelfinale, Limbach-Bezwinger Buikevich verlor im Viertelfinale gegen Covaliu und belegte Rang acht.

Dabei hatte der Wettbewerb gut begonnen für Nicolas Limbach. Im ersten Gefecht setzte sich der 22-Jährige mit 15:7 gegen den Polen Marcin Koniusz durch.

"Bis zum fünften Treffer war ich nervös, das spürt man in den Beinen", gab der Dormagener hinterher zu, der erstmals in seiner Karriere vor den Olympischen Spielen mit einem Mentaltrainer zusammengearbeitet hatte.

Eine Zusammenarbeit, die sich gegen Buikevich auszuzahlen schien: "Ich war heiß und es hat Spaß gemacht", sagte Limbach, dessen Trainer Vilmos Szabo nach dem mit 8:15 verlorenen EM-Halbfinale gegen den gleichen Gegner erklärt hatte, sein Schützling sei "nicht heiß genug" gewesen.

Am Dienstag entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe - mit leichten Vorteilen für Limbach: Beim 6:4 und 8:6 lag er zwei Mal mit zwei Treffern vorn, beim 8:8 glich Buikevich aus und zog sogar auf 11:9 weg.

Limbach konterte und hatte beim 12:12 wieder ausgeglichen. Nach der 13:12-Führung des Weißrussen setzte der Dormagener zwei Treffer in Folge - ein weiterer hätte den Sieg und das Vordringen ins Finale der besten Acht bedeutet.

Doch Buikevich glich aus - beim Stande von 14:14 musste der letzte Treffer entscheiden. Beide griffen gleichzeitig an und erzielten einen Doppeltreffer. Zunächst herrschte Ungewissheit, erst nach dem Studium des Videos in Zeitlupe und einer Beratung mit seinem Kollegen hob der Obmann den Arm - und entschied auf Punkt für den Weißrussen.

"Ich bin mit meiner letzten Aktion nicht unzufrieden", meinte Limbach. Ob die Entscheidung korrekt war, "das kann ich erst sagen, wenn ich mir das Ganze in Ruhe angeschaut habe".

Zweifel blieben schon, "denn im ersten Drittel hat er bei der gleichen Aktion für mich entschieden." So blieb ihm nur Platz neun - und die Perspektive, bei den nächsten Olympischen Spielen in London mit 26 im besten Fechteralter zu sein.

(NGZ)
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