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Reitsport: Die Dressurreiterin wider Willen eilt inzwischen von Erfolg zu Erfolg

Reitsport : Die Dressurreiterin wider Willen eilt inzwischen von Erfolg zu Erfolg

Eigentlich hatte Juliette Piotrowski mit Dressurreiten nur sehr wenig am Hut. Heute wird der 19 Jahre alten Kaarsterin das Goldene Reitabzeichen verliehen.

Eigentlich wollte Juliette Piotrowski nie im Dressursattel sitzen. "Mama, das ist nichts für mich, hat sie immer gesagt", erinnert sich ihre Mutter, Dressurausbilderin Claudia Haller. Dennoch wird ihrheute im Rahmen der Dressur-Gala in Wickrath das Goldene Reitabzeichen verliehen — für ihre Erfolge im Dressurviereck. "Das hätte ich noch vor vier Jahren nicht für möglich gehalten", sagt ihre Mutter. Denn Juliette startete zunächst im Springsattel durch. Erst als 16-Jährige, vor drei Jahren, wechselte sie das Lager.

Ihre Leidenschaft für den Reitsport begann viel früher: Als Dreijährige bekam sie von ihrer Mutter zum Geburtstag ein Pony geschenkt — Fritzchen. Auf dem schlauen Kerlchen lernte die Kaarsterin vor allem, sich durchzusetzen. "Der kleine Sturkopf hat es ihr alles andere als einfach gemacht", erinnert sich Claudia Haller. Doch so oft Juliette aus dem Sattel purzelte, so oft kletterte sich wieder auf Fritzchen. Der steht übrigens heute noch im Haller'schen Stall, "so zusagen als Maskottchen", lacht Juliette. Mit ihrem damaligen Stiefvater Peter Petzold teilte sie die Passion für das Springen. 2007 kam die westfälische Pit I-Tochter Pepsi in den Stall — mit ihr gelang Juliette der Sprung bis zur Klasse M. Zwei Jahre später hatte sie mit dem niederländischen Wallach Romeo einen weiteren Partner für den Parcours: S-Platzierungen und wichtige Starts, zum Beispiel beim Salut-Festival und in der internationalen Junioren-Tour folgten.

Als dann ihre Mutter im Winter 2009/2010 einen Bandscheibenvorfall erlitt, kletterte Juliette notgedrungen als Ersatzreiterin in den Dressursattel — und stellte fest: "Dressur kann auch was!" Und so startete sie mit dem Trakehner Dornfelder, der von der Familie Brenninkmeyer zur Verfügung gestellt wird, in der Junioren-Tour. Noch mit Sondergenehmigung fuhr sie zum Sichtungslehrgang zum Preis der Besten, kam weiter.

Danach ging es in Sieben-Meilen-Stiefeln voran: Platz 15 beim Preis der Besten, DJM-Finale knapp verpasst. 2011 ging es ebenso erfolgreich weiter. Neben Dornfelder hat Juliette mit dem Rheinländer Flick-Flack ein weiteres Pferd zur Verfügung, aus dem Besitz von Xenia Musiol-Müksch. Das Paar harmonierte sofort, holte Gold bei den Rheinischen Meisterschaften und belegte Platz fünf bei der DJM und holte erste internationale Platzierungen.

2012 folgte der Wechsel zu den Jungen Reitern: Juliette wurde erneut Rheinische Meisterin, war Vierte beim Preis der Besten, Fünfte der DJM und EM-Reserve. Immer dabei: Trainerin Claudia Haller und ihr Lebensgefährte Uwe Ostwald. Innerhalb von neun Monaten kamen zehn weitere S-Siege hinzu. "Die eine Hälfte auf Dorni, die andere auf Flicki", erzählt die Kaarsterin, die derzeit eine Ausbildung zur Bereiterin absolviert.

(NGZ)