Hockey : Die Devise heißt: "Drinbleiben"

Erstmals in seiner 83-jährigen Vereinsgeschichte geht der HTC Schwarz-Weiß Neuss mit einer Damen- und einer Herrenmannschaft in der Ersten Liga auf Punktejagd. Das Ziel lautet für beide gleich: Ligaverbleib

Wenn Simon Starck da nicht den Ehrgeiz seiner Schützlinge unterschätzt. Während der 34-Jährige für seine zweite Spielzeit auf der Trainerbank des HTC Schwarz-Weiß Neuss, gleichzeitig die zweite der Neusserinnen in der Bundesliga, den Ligaverbleib zum "primären Ziel" erklärt, stellen seine drei A-Nationalspielerinnen Lina Geyer (25), Luisa Steindor (22) und Lena Andersch (19) unmissverständlich fest: "Mit dem Abstiegskampf wie im letzten Jahr wollen wir nichts zu tun haben."

Eine Abstiegsrunde, in die die Schwarz-Weißen in ihrer Premierensaison ungeplant hineinrutschten und die sie schließlich souverän und ungeschlagen als Erster beendeten, gibt es ohnehin nicht mehr: Die Spielzeit wird wie früher üblich mit Hin- und Rückrunde ausgetragen, die beiden Tabellenletzten steigen am Saisonende ab. Warum Schwarz-Weiß nicht dazu gehören wird, erläutert Lina Geyer: "Weil wir in unserem ersten Bundesligajahr alle dazu gelernt und viel Erfahrung gesammelt haben."

So sollen auch die Abgänge aufgefangen werden, von denen zwei besonders schmerzen, weil sie Lücken in die ohnehin nicht besonders üppig besetzte Offensivabteilung gerissen haben: Während Sophie Steindor jetzt an ihrem Studienort für Liga-Konkurrent Münchner SC spielberechtigt ist, haben sich die beiden Stürmerinnen Julia Laubenstein und Carolin Keil Rot-Weiß Köln angeschlossen, jenem Klub, bei dem ihr Ex-Trainer Markus Lonnes das Zepter schwingt. Ob das der Grund für ihren Wechsel war, darüber schweigt des Nachfolgers Höflichkeit: "Julia wollte eigentlich aus beruflichen Gründen aufhören, und Caro war wohl mit ein paar Kleinigkeiten unzufrieden, die sich dann summiert haben", sagt Starck.

Externen Ersatz für die abtrünnigen Offensivkräfte gab es keinen. "Da müssen jetzt die Jugendspielerinnen mehr Verantwortung übernehmen", kündigt der Trainer an. Der aber auch darüber nachdenkt, die ein oder andere aus dem breit besetzten Mittelfeld zur Torjägerin umzuerziehen. Dort hat sich der HTC noch einmal verstärkt: Gloria Efsing (25), gebürtige Düsseldorferin, wurde vor zwei Jahren mit dem UHC Hamburg Deutsche Meisterin, spielte danach in den Niederlanden und legte studienbedingt eine Hockeypause ein.

Jetzt ist sie wieder zurück im Rheinland und feiert bei Schwarz-Weiß ihr Comeback: "Wir sind sehr froh, dass sie sich für uns entschieden hat, sie bringt die nötige Erfahrung mit", sagt Simon Starck, der mit ihr, der zweiten Neuen Laura Schmidt (BW Köln) und dem Rest des Kaders in der Saisonvorbereitung gerne intensiver gearbeitet hätte: "Aber wir waren erst am vergangenen Samstag, also eine Woche vor dem Saisonstart, zum ersten Mal komplett."

(NGZ)