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Fechten WM als Belohnung fürs Durchhalten

Dormagen · Drei Jahre nach den Titelkämpfen in Budapest findet mal wieder eine Weltmeisterschaft im Fechten statt. In Kairo geht es für die vor allem vom TSV Bayer bestückten Säbel-Teams Deutschlands um wertvolle Punkte für die Weltrangliste.

 Bei den Heimeuropameisterschaften 2019 in Düsseldorf holte der Dormagener Matyas Szabo mit den Säbel-Herren Mannschafts-Gold für Deutschland.

Bei den Heimeuropameisterschaften 2019 in Düsseldorf holte der Dormagener Matyas Szabo mit den Säbel-Herren Mannschafts-Gold für Deutschland.

Foto: dpa/Marius Becker

Mitunter sind keine Nachrichten tatsächlich gute Nachrichten. Dass er von seinen Schützlingen bis Donnerstagmittag nichts gehört hatte, stimmte Olaf Kawald froh. „Das ist wie bei Eltern mit Kindern“, stellte der am heimischen Höhenberg gebliebene Fechtkoordinator des TSV Bayer Dormagen schmunzelnd fest. „Wenn ich nichts höre, ist immer alles gut.“ Um auf dem rund 3000 Kilometer langen Weg in die Stadt der Pharaonen und Pyramiden keine bösen Überraschungen zu erleben, hatte sich die durch Berichte von stornierten Flügen und langen Warteschlangen beim Security-Check an den Flughäfen aufgeschreckte Delegation des Deutschen Fechter-Bundes dazu entschlossen, schon am Mittwoch in Frankfurt den Flieger nach Ägypten zu besteigen, wo am Freitag im Cairo Stadium Indoor Halls Complex die Fecht-Weltmeisterschaften beginnen.

Obwohl der Saisonhöhepunkt unmittelbar auf die EM im türkischen Antalya und die im Rahmen des Multisportevents „Die Finals“ ausgetragene DM in Berlin folgt, ist die Vorfreude groß. „Diese WM ist jetzt die Belohnung dafür, dass wir drei Jahre durchgehalten haben“, sagt Athletensprecherin Léa Krüger stellvertretend für alle. Die 26-Jährige gehört zum achtköpfigen Säbelteam, das entweder dem TSV Bayer angehört oder aber unter Vilmos Szabo und Dan Costache am Bundesstützpunkt Dormagen trainiert. Mit den besten Aussichten auf eine Medaille tritt Matyas Szabo an. Der 30-Jährige ist nicht erst nach seinem Pflichtsieg bei den Deutschen Meisterschaften die klare Nummer eins im jungen deutschen Team, steht aber in seinem Studium „International Business Management“ an der Hochschule Fresenius in Köln unmittelbar vor der Abgabe der Masterarbeit.

Am abschließenden WM-Vorbereitungslehrhang in der Sportschule Hennef nahm der Ex-Weltmeister zwar teil, „im Kopf war er allerdings nicht frei“, gibt Kawald zu bedenken. Ohnehin gilt der EM-Sechste im Einzel nicht unbedingt als Medaillenbank. „Er kann immer mal einen raushauen“, weiß Kawald, „mit seinen Gedanken war er aber stets mehr im Mannschaftswettbewerb, weil da für ihn die größte Chance lag, zu Olympia zu kommen.“

Das Gute daran: Die Ausgangssituation fürs neuformierte Team, das in Kairo Raoul Bonah, Lorenz Kempf (beide Dormagen) und Frederic Kindler (TSG Eislingen) komplettieren, ist nach den starken Auftritten bei den Weltcups im Frühjahr (Platz zwei in Tiflis, Rang drei in Budapest) viel besser als erwartet. Auch mit Blick auf Olympia 2024 in Paris geht es für die Jungs von Bundestrainer Vilmos Szabo, die bei der EM in Antalya den für sie unbefriedigenden sechsten Rang belegt hatten, als Ranglistenvierter um wertvolle Punkte für die Weltrangliste.

Wie wichtig eine gute Position im internationalen Ranking ist, macht die verzwickte Situation der deutschen Säbel-Damen deutlich: Als aktuell 17. würden Larissa Eifler, Léa Krüger (beide TSV Bayer Dormagen) sowie ihre Trainingspartnerinnen Julika Funke und Lisa Gette (beide FC Würth Künzelsau) nach einem Erfolg in der Auftaktrunde schon im Achtelfinale auf Großkaliber wie Frankreich oder Italien treffen. In diesen Duellen Boden auf die Topteams gutzumachen, ist höllisch schwer. Im Einzel liegen die Hoffnungen vor allem auf der leicht angeschlagenen U23-Europameisterin Larissa Eifler. Den Einzug ins Achtelfinale (Top 16) hält Kawald für angemessen, „von da aus könnte sie den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung machen.“

Zum Modus: Von der Vor-Qualifikation am Freitag ist aufgrund seines Ranglistenplatzes nur Matyas Szabo befreit. Er startet am Montag direkt in die K.o.-Runde der letzten 64. Die Damen fechten am Sonntag um einen Platz in der Direktausscheidung im 64-Tableau am Mittwoch.

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