Korschenbroich: Die Denkmal-Jäger aus Korschenbroich

Korschenbroich: Die Denkmal-Jäger aus Korschenbroich

Käthe und Bernd Limburg sind leidenschaftliche Hobby-Forscher. Innerhalb von fünf Jahren haben sie 6665 Denkmäler fotografiert, aufgelistet, ins Netz gestellt. Auch in Korschenbroich waren sie aktiv.

Für Bernd Limburg ist es eine Herzensangelegenheit. "All das, was uns unsere Vorfahren an Kulturgütern und historischen Bauten überlassen haben, sollte eine würdige Pflege zur Erhaltung der Substanz erlangen", sagt der 65-Jährige. Angetrieben von diesem Leitgedanken startete der Rentner vor fünf Jahren gemeinsam mit Ehefrau Käthe (63) eine regelrechte Herkulesaufgabe. Zunächst fuhren sie alle Denkmäler ihres Heimatortes Wegberg ab, um sie zu fotografieren und die GPS-Daten zu erfassen.

Historische Bauten wie der Kuhlenhof oder das Bürgermeisteramt in Korschenbroich haben es dem Ehepaar Limburg (o.) angetan. Foto: Scheuss, Limburg, Janssen

Im Anschluss wurde eine Liste der historischen Bauten erstellt und samt Foto sowie Text auf die eigene Homepage des Ehepaars gestellt, auf der auch zahlreiche Korschenbroicher Monumente zu finden sind. "Die Infos zu den einzelnen Denkmälern haben wir von der Stadt bekommen", erklärt Limburg, der der Stadt Korschenbroich seine Liste für ihre Internetseite zur Verfügung gestellt hat. Für Korschenbroich war es aufgrund von Personalmangels nicht möglich, solch eine Liste selber zu erstellen.

Die Denkmal-Jagd in Wegberg war erst der Anfang: Nach und nach fuhren die Limburgs die Monumente im Kreis Heinsberg, in Gladbach, im Kreis Düren und im Rhein-Kreis Neuss ab, um nach gleicher Methode vorzugehen. Insgesamt wurden 6665 Kulturgüter erfasst. In Korschenbroich, das laut Limburg "viele schöne Denkmäler" besitzt, waren es 194.

Auch auf der Online-Plattform Wikipedia sind die Früchte ihrer Arbeit neben vielen anderen Listen aus ganz NRW zu finden. Eine durchaus zeitintensive Tätigkeit, die gute Planung sowie Koordination erfordert. "Wenn die einzelnen Bauten kompakt standen, haben wir 40 bis 60 Denkmäler pro Tag erfassen können", verrät der ehemalige Gärtner. An den jeweiligen Orten trafen die Limburgs auf unterschiedlichste Reaktionen der Menschen.

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"Manche wollten nicht, dass ihr Haus fotografiert wird, andere luden uns direkt auf einen Kaffee ein, um sich auszutauschen", sagt Limburg. In der Retrospektive seien bei ihren Touren viele interessante Gespräche mit Anwohnern zustande gekommen. Außerdem lernten Käthe und Bernd Limburg dank ihres Hobbys die Orte aus der Region kennen und bekamen einen ganz neuen Bezug zu ihrer Heimat.

Ursprung der Denkmal-Jagd war jedoch eine Lücke im System. Bernd Limburg stellte zunächst fest, dass es zwar einzelne Hinweise zu einigen Denkmälern gab, aber ein fortlaufendes Konzept fehlte. Diese Lücke wollte er füllen. Hinzu kam, dass er und seine Frau während des Vorruhestandes viel Zeit hatten. Zuvor verbrachten sie den Alltag mit Fotografieren, Heimatforschung oder Kirchenbuch- und Standesamtsverkartung.

Diesen Hobbys wird sich das Ehepaar künftig wieder verstärkt widmen. Mit der Erfassung der Denkmäler aus Korschenbroich soll die "Jagd" vorerst abgeschlossen sein. Dennoch hat Limburg bereits ein neues Projekt im Blick: "Ich plane, die Denkmäler zu erfassen, die durch den Tagebau an neuen Orten platziert werden mussten."

(NGZ)