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Korschenbroicher Grundwasser-Problem: Die Bundesregierung soll nun helfen

Korschenbroicher Grundwasser-Problem : Die Bundesregierung soll nun helfen

Von Ruth Wiedner Die Grundwasser-Problematik gehört seit Frühjahr 1999 zu den beherrschenden Themen in der Stadt Korschenbroich. Eine langfristige Dauerlösung ist aber noch immer nicht in Sicht. Nachdem sich im Frühjahr 2000 der Petitionsausschuss des Landtags, untermauert mit 2.400 Unterschriften, dieses Themas annahm - bislang aber ohne Ergebnis - wurde jetzt eine weitere Petition platziert. Dieses Mal in Berlin - beim Petitionsausschuss der Bundesregierung. Eine Korschenbroicherin schöpft Wasser aus ihrem überspülten Keller: Eine Fotografie, die dem Bundespetitionsausschuss vorliegt.

Von Ruth Wiedner Die Grundwasser-Problematik gehört seit Frühjahr 1999 zu den beherrschenden Themen in der Stadt Korschenbroich. Eine langfristige Dauerlösung ist aber noch immer nicht in Sicht. Nachdem sich im Frühjahr 2000 der Petitionsausschuss des Landtags, untermauert mit 2.400 Unterschriften, dieses Themas annahm - bislang aber ohne Ergebnis - wurde jetzt eine weitere Petition platziert. Dieses Mal in Berlin - beim Petitionsausschuss der Bundesregierung. Eine Korschenbroicherin schöpft Wasser aus ihrem überspülten Keller: Eine Fotografie, die dem Bundespetitionsausschuss vorliegt.

"Wir Bürger aus Korschenbroich im Rhein-Kreis Neuss bitten um Ihre Hilfe", heißt es dann auch in dem Anschreiben an den Bundes-Petitionsausschuss. Hubert von Grabczewski, der mittlerweile ohne offizielle Funktion für eine Lösung eintritt, die Grundwasser-Aktive Korschenbroich also nicht mehr offiziell als Bürger-Sprecher vertritt, hat diese Petition in Absprache für die Betroffenen erstellt.

Gemeinsam wurde sie dann Uwe Schummer, CDU-Bundestagsabgeordneter im Kreis Viersen, übergeben. Die Eingabe hat mittlerweile die zuständige Stelle in Berlin erreicht. "Uns liegt eine Bestätigung vor", erklärte Hubert von Grabczewski dann auch am Mittwoch auf Anfrage der NGZ. Zur Vorgehensweise und zum Zeitplan konnte der Kleinenbroicher allerdings nur wenig sagen: "Wir sind gebeten worden, von wöchentlichen Nachfragen abzusehen." Als "Zeiträuber" will auch keiner der Betroffenen auftreten. Weitere Geduld ist also gefragt.

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Allerdings ist man sich in den Reihen der Betroffenen auch einig: "Wenn bis Ende Januar 2004 kein Signal kommt, wird nachgehakt." Die Betroffenen wissen, dass der Bundespetitionsausschuss nicht die Aufgaben der Kommunen vor Ort übernehmen und lösen kann. Dennoch versprechen sie sich durch den Vorstoß einiges: "Wir erhoffen uns, das Berlin ein Machtwort spricht." Ziel dabei ist es, "dass bei Planänderungen auch rückwirkend die entstandenen Infrastrukturen nach geltendem Recht Berücksichtung finden": "Die Bundesregierung kann für unsere Menschenrechte eintreten. Denn eine entschädigungslose Enteignung ist eine Menschenrechtsverletzung."

Mit Schimmelbefall haben viele Korschenbroicher Probleme.

Hier spricht von Grabczewski die Wasserwirtschaftspläne derJahre 1955 und 1959 an, "die eindeutig zum Nachteil der Siedler geändert wurden". Allerdings wurden den Bauwilligen auf Grund dieser Wasserwirtschaftspläne Baugenehmigungen erteilt und höchstmögliche Grundwasser-Stände genannt. Dazu teilt er dem Berliner Gremium mit: "Von Professor Düllmann wurde gutachterlich festgelegt, dass dadurch allein in der Stadt Korschenbroich 4.719 parzellenscharf untersuchte Häuser unangepasst erbaut wurden."

Eigentlich hatten die Grundwasser-Aktiven auf den Petitionsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags gesetzt. Nach der Unterschriften-Übergabe im Frühjahr 2000 folgten dann auch einige Gespräche und Anhörungstermine, zu denen selbst die Vorsitzende des Petitionsausschusses, Barbara Wischermann, nach Korschenbroich kam. Doch seit fast eineinhalb Jahren gibt's nichts Neues. "Die Aussage - ,wir arbeiten daran' - hat uns nicht mehr genügt", begründet Hubert von Grabcezwski die erneute Initiative, nun auf einer höheren Ebene Gehör für das drängende Problem zu suchen. "

Ausgelöst durch die Westwanderung des Rheinischen Braunkohlentagebaus sollen sich bei uns wieder vorbergbauliche Grundwasser-Stände (Stand 1955) einstellen", heißt es in der Eingabe, der aussagekräftige Skizzen und Fotos beigefügt wurden. Die aktuelle Situation im Stadtgebiet hat sich - trotz der extrem trockenen Sommermonate - nicht entschärft. "Wir liegen weit über den Maßen, die von Gutachter Düllmann für den Beginn von Sofortmaßnahmen festgeschrieben wurden", spricht Hubert van Grabczewski die derzeitigen Grundwasser-Stände an.

"Wir befinden uns schon konkret 15 Zentimeter über den Düllmann-Daten, die für einen sofortigen Pumpeinsatz sprächen." Damit steht bei vielen Betroffenen schon das Grundwasser bedenklich dicht unter der Bodenplatte, viele Bodenplatten werden bereits schon vom Grundwasser umspült, bei einigen Korschenbroichern drückt das Wasser sogar schon wieder in die Kellerräume.

(NGZ)