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Handball: Dicke Luft und eine lange Verletztenliste

Handball : Dicke Luft und eine lange Verletztenliste

Beim TV Korschenbroich herrscht dicke Luft, beim Neusser HV gähnende Leere beim Training aufgrund einer langen Verletztenliste – brisanter könnte die Ausgangslage vor dem heutigen Lokalduell der Dritten Handball-Liga kaum sein.

Beim TV Korschenbroich herrscht dicke Luft, beim Neusser HV gähnende Leere beim Training aufgrund einer langen Verletztenliste — brisanter könnte die Ausgangslage vor dem heutigen Lokalduell der Dritten Handball-Liga kaum sein.

Vor fünf Wochen war das Ergebnis eindeutig: Da fertigte der TV Korschenbroich den Neusser HV in der ersten Runde des HVN-Pokals locker mit 34:23 ab. Doch wenn sich heute (20 Uhr, Waldsporthalle) die beiden Handball-Drittligisten zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte um Punkte gegenüberstehen, haben sich die Vorzeichen leicht verändert.

Zwar gehen die Hausherren erneut als eindeutiger Favorit in die Partie. "Allerdings ist es keine Selbstverständlichkeit, dass wir so einen Kantersieg wiederholen", sagt TVK-Trainer Ronny Rogawska und liefert die Begründung gleich nach: "Beim Pokalspiel waren wir in toller Verfassung, und nun müssen wir erst dorthin zurück kommen."

In der Tat scheint den Korschenbroichern die Leichtigkeit, mit der sie in der Vorbereitung so manchen Gegner regelrecht zerlegten, irgendwie abhanden gekommen zu sein: In den drei Spielen in Wilhelmshaven (24:24), Dormagen (24:28) und Aurich (21:24) erzielten sie zusammen nur 69 Tore, im ersten Durchgang in Aurich waren es am Sonntag sogar nur fünf. "Da hatten wir einen kollektiven Kollaps", sagt Rogawska, "das zu erklären ist schwer."

Was in den Worten des Trainers eher harmlos klingt, zeigt in denen des Sportlichen Leiters, dass in der Waldsporthalle offensichtlich dicke Luft herrscht: "Nach der Vorstellung in Aurich erwarten wir von der Mannschaft eine entsprechende Antwort und Reaktion", sagt Kai Faltin, "in der Analyse mit der Mannschaft haben wir Tacheles geredet." Nach der Partie hatten er und Rogawska ihren ohne Betreuer und Physiotherapeut nach Aurich gereisten Mannen die "schlechteste Angriffsleistung ihrer Amtszeit" bescheinigt.

Solche Töne auf Seiten der Gastgeber "machen unsere Aufgabe heute nicht einfacher", sagt René Witte. Der Neusser Trainer weiß freilich auch, "dass man immer erst abwarten muss, wie Spieler mit solchem zusätzlichen Druck umgehen. Aber wir sind und bleiben nur Außenseiter." Sein Ziel vor dem dritten Lokalduell in Folge nach dem 35:31 beim ART Düsseldorf und dem 22:36 gegen den TSV Bayer Dormagen fällt deshalb eher bescheiden aus: "Wir wollen zeigen, dass wir dazu gelernt haben und uns besser präsentieren als im Pokal gegen den TVK und gegen Dormagen."

Was in seinen Augen schon schwer genug wird, denn "das Training in dieser Woche glich eher einer Krankenstation", sagt Witte. Der deshalb "ehrlich gesagt noch nicht weiß, wer heute Abend überhaupt aufläuft." Zu den Langzeitverletzten Simon Schlösser und Christian Heinen gesellt sich ein Quintett mit ganz dicken Fragezeichen: Lukas Schlösser und Andreas Mailänder plagen sich weiter mit Verspannungen im Rücken, die ebenso wenig einen geregelten Trainingsbetrieb zuließen wie der Muskelfaserriss im Ellbogen, den sich Kreisläufer Philipp Schneider in der Partie gegen Dormagen zuzog. Max Murawski lag bis gestern mit Fieber im Bett, und zu allem Überfluss macht sich bei Jens Todtenhöfer wieder seine alte Schulterverletzung bemerkbar.

Eines schließt der gebürtige Eisenacher, dessen Handball-Karriere früh durch eine Knieverletzung gestoppt wurde, allerdings kategorisch aus: "Dass ich selbst auflaufe — das will ich mir, meinen Jungs und dem Gegner nicht antun." Rogawska muss weiter auf seine Langzeitverletzten Michel Mantsch und Daniel Mestrum verzichten und sorgt sich um den Einsatz von Tom Wolf, der in Aurich mit dem Fuß umknickte.

(NGZ)