Korschenbroich: Dezernent will jetzt in den Stadtrat

Korschenbroich : Dezernent will jetzt in den Stadtrat

Er arbeitete in Düsseldorf und in Mönchengladbach – fühlte sich aber immer als Korschenbroicher. Peter Holzenleuchter verabschiedet sich in den Ruhestand und hat Pläne. Für die CDU will er zukünftig in den Korschenbroicher Rat.

Herr Holzenleuchter, als Sie Ihren Dienst in Mönchengladbach antraten, nannten Sie als eines Ihrer Ziele die Modernisierung der Verwaltung. Inwiefern ist dies gelungen?

Holzenleuchter Wir haben eine Menge gemacht. Die Verwaltung ist heute vielfach online erreichbar. Gladbachs Feuerwehr gehört zu den modernsten des Landes. Wir haben unsere Öffnungszeiten nach einer Umfrage der Hochschule Niederrhein den Bürgerwünschen angepasst, die Kfz-Zulassungsstelle bietet einen zentralen Service "rund ums Auto". Darüber hinaus gibt es tragfähige Ansätze zur interkommunalen Zusammenarbeit. Diese Entwicklungen, insbesondere im IT-Bereich, wollen wir weiter forcieren. Mit begrenzten finanziellen Mitteln wohlgemerkt – und ohne Neueinstellungen.

Die Industrie klagt über den Fachkräftemangel. Ist das auch ein Problem im Verwaltungsbereich?

Holzenleuchter Ansatzweise ja. Deshalb müssen wir qualifizierten Leuten auch etwas bieten können. Ansonsten gehen sie in die freie Wirtschaft. Daher war immer mein Anliegen: weniger Personal, dafür aber besser bezahltes.

Selbst als Sie noch in Düsseldorf gearbeitet haben, sind Sie in Korschenbroich wohnen geblieben. Haben Sie jemals an einen Umzug gedacht?

Holzenleuchter Nein. Auch Korschenbroich ist eine überaus liebenswürdige Stadt, in der es sich gut leben lässt. Zudem liegt sie sehr verkehrsgünstig.

Sie hatten früher überlegt, dort Bürgermeister zu werden. Werden Sie in Zukunft politisch aktiv sein?

Holzenleuchter Ich werde sicherlich nicht die Hände in den Schoß legen. Dafür bin ich nicht der Typ. Ich könnte mir vorstellen, mich demnächst wieder um ein Mandat im Korschenbroicher Rat zu bewerben.

Gibt es schon etwas, das Sie in Korschenbroich verbessern wollen?

Holzenleuchter Zustände können immer optimiert werden. Aber ich will nicht dem CDU-Kommunalwahlprogramm vorgreifen. Dafür ist es zu früh.

Sie traten in Gladbach einst vehement für den Ausbau des Flughafens ein. In Korschenbroich wird ein solches Engagement eher kritisch gesehen...

Holzenleuchter Der Flughafen kann eine Chance für die ganze Region sein. Bei jeder Diskussion um den Flughafen gilt für mich: Die Sicherheit im Luftraum und der Lärmschutz müssen stimmen. Sonst lässt man besser die Finger davon.

Sie sind auch im Brauchtum sehr aktiv. Erst dieses Jahr waren Sie Minister. Reizt Sie die Königswürde?

Holzenleuchter Ich werde dem Brauchtum auf jeden Fall treu verbunden bleiben. Es war ein tolles Erlebnis, Minister der St.-Sebastianus-Bruderschaft Korschenbroich zu sein. An die Königswürde denke ich zurzeit aber noch nicht. Irgendwann wird sich dies vielleicht ergeben (lacht).

Wie unterscheidet sich die politische Arbeit in Düsseldorf, Korschenbroich und Mönchengladbach?

Holzenleuchter Im Gegensatz zu Mönchengladbach gab es in Düsseldorf und Korschenbroich immer deutliche, stabile Mehrheiten. Das ist ein großer Vorteil.

Sie galten als enger Vertrauter des verstorbenen Düsseldorfer Oberbürgermeisters, Joachim Erwin. Was zeichnete ihn aus?

Holzenleuchter Wir haben in der Tat in Düsseldorf sehr eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Joachim Erwin war eine prägende Persönlichkeit, ein Macher! Wir hätten selbst den Rhein rückwärts fließen lassen, wenn es denn erforderlich gewesen wäre. (lacht)

Eine letzte und zugleich persönliche Frage: Sie haben zwei nicht ganz einfache Operationen hinter sich. Wie steht es um Ihre Gesundheit?

Holzenleuchter Ich fühle mich wohl und bin auch wieder fit. Deshalb sagte ich ja: Ich kann mir nicht vorstellen, als Rentner den ganzen Tag im Garten zu sitzen; meine Familie übrigens auch nicht. (lacht)

FABIAN EICKSTÄDT, GABI PETERS, JAN SCHNETTLER UND RUTH WIEDNER FÜHRTEN DAS GESPRÄCH.

(NGZ)