Korschenbroich: Deutscher Lesepreis geht nach Korschenbroich

Korschenbroich : Deutscher Lesepreis geht nach Korschenbroich

Am Montag wird die "Korschenbroich liest"-Initiatorin Rita Mielke in Berlin ausgezeichnet. Ob ihr Projekt den ersten, zweiten oder dritten Platz beim Deutschen Lesepreis belegt hat, erfährt sie aber erst vor Ort.

Die Spannung steigt: 249 Bewerbungen wurden bei der Stiftung Lesen eingereicht. Die Erstplatzierten in vier Kategorien sind bereits ermittelt. Mit von der Partie ist auch "Korschenbroich liest"-Initiatorin Dr. Rita Mielke. Doch auch sie muss sich noch bis kommenden Montag, 7. Oktober, gedulden. Erst am frühen Abend wird das Geheimnis der Jury gelüftet, wer sich über den Deutschen Lesepreis freuen darf. Durch den Festakt im "Humboldt-Carré" führt ZDF-Moderatorin Katty Saié.

Sie zeichnet im sechsten Jahr für das Literatur-Festival verantwortlich: Dr. Rita Mielke. Auf den Hoeren-Hof holte sie in diesem Sommer die Krimi-Autoren (v. l.) Andreas Izquierdo, Thomas Hoeps und Guido M. Breuer. Foto: Baum/Berns

Groß ist die Freude bei "Korschenbroich liest"-Initiatorin Rita Mielke. Sie gehört zu den 250 geladenen Gästen. Begleitet wird sie von ihrem Mann Christoph Küsters und ihrer Tochter Ann-Kathrin. "Wir sind dabei und haben es aufs Treppchen geschafft." Welche Platzierung bleibt — ob Stufe eins, zwei oder drei —, das findet sie nicht so wichtig. Rita Mielke ist begeistert, dass ihre Idee, ihr Konzept und ihre Organisation bundesweit Anerkennung findet. Doch auch hier nimmt sich die Korschenbroicherin zurück: "Die Auszeichnung ist für uns alle", schließt sie die vielen Mitstreiter mit ein. "Ohne die Autoren, die Mitorganisatoren, die Veranstalter und ohne die Sponsoren, wäre das Projekt nicht zu stemmen."

Die Veranstaltungsreihe "Korschenbroich liest" ging in diesem Sommer bereits in die sechste Runde. Und dass Rita Mielke mit ihrem Konzept überzeugt, belegen allein die Zahlen. Im Vorjahr wurden bei 16 Lesungen im Ortskern 1050 Besucher gezählt. In diesem Jahr hat sie das Sommer-Lese-Festival um zwei auf 18 Termine aufgestockt. Zudem ist sie mit drei Veranstaltungen in die Vororte gegangen. Für Rita Mielke überwältigend: "Wir haben bislang schon 1700 Menschen mit den Lese-Angeboten erreicht."

Ohne Literatur geht bei der Korschenbroicherin gar nichts. Und so weiß sie genau, wie sie Lesemuffel für Bücher, Gedichte und Geschichten begeistern kann. Themen und Orte müssen für sie immer zusammenpassen. Der Reiz ihrer Veranstaltungen sind nicht nur Themen und Autoren — Rita Mielke spielt mit ausgefallenen Veranstaltungsorten. Wen sie nicht mit einer Lesung in der Buchhandlung oder im Pfarrheim anspricht, den erreicht sie über ein Event auf dem Hoeren-Hof, im Weinhaus Menrath, im Garten des Künstler-Ehepaares Glükler/Ritterbach oder über die Orgelempore der Andreas-Kirche. Mit allen Orten, die sie für das Literatur-Festival aussucht, verfolgt sie stets das gleiche Ziel: "Ich möchte Lust aufs Lesen machen." Dabei sind ihr Kinder ebenso wichtig wie Erwachsene: "Wir müssen auch bei den Älteren die Lesekultur fördern, sonst fehlen den Kindern die Vorbilder." Für 2014 hat sie schon Pläne. Doch jetzt stehen erst einmal die Preisverleihung und der Lesemarathon am 25. Oktober an.

(NGZ)
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