Fechten : WM endet früh für Dormagener Musketiere

Max Hartung verliert Neuauflage des EM-Finales, Benedikt Wagner scheitert knapp im Achtelfinale.

Die deutschen Säbelfechter haben im chinesischen Wuxi erneut einen enttäuschenden Auftritt bei einer Weltmeisterschaft auf die Fechtbahn gelegt. Wie schon im vergangenen Jahr bei der Heim-WM in Leipzig erreichte keiner aus dem Quartett des TSV Bayer Dormagen die Finalrunde der besten Acht.

Europameister Max Hartung, Benedikt Wagner, Richard Hübers und Matyas Szabo befanden sich allerdings in bester Gesellschaft: Der Weltranglistenerste Bongil Gu (Südkorea) wurde nur Fünfter, für Aaron Szilagyi (Ungarn), Olympiasieger 2012 in London und 2016 in Rio, sprang nur Rang sieben heraus, der Olympiazweite Daryl Homer aus den USA belegte sogar nur Rang 15.

Ein schwacher Trost für die einst so erfolgsverwöhnten Deutschen, die patzten, als es im Wuxi Sport Center ernst wurde. Als einzige erreichten Max Hartung und Benedikt Wagner das Achtelfinale der besten 16. Dort kam es zu einer Neuauflage des Europameisterschaftsfinales von Novi Sad. Hatte Hartung dort vor einem Monat noch mit 15:12 über Kamil Ibragimow triumphiert, musste sich der 28-Jährige diesmal dem russischen Weltranglistenfünften klar mit 7:15 geschlagen geben. Ibragimow zog anschließend durch einen 15:9-Sieg über den Ungarn Andras Szatmari ins Halbfinale ein, scheiterte dort aber mit 10:15 am späteren Weltmeister, dem Koreaner Jungwhan Kim, der das Finale mit 15:11 gegen Eli Dershwitz gewann.

Der US-Amerikaner bedeutete im Achtelfinale Endstation für Benedikt Wagner. Der Europameister von 2015 hatte sich zuvor gegen den Russen Veniamin Reshetnikov durchgesetzt (15:13), unterlag dann aber Dershwitz hauchdünn mit 14:15. Der warf anschließend Olympiasieger Szilagyi mit 15:11 aus dem Rennen und setzte sich im Halbfinale mit 15:14 gegen den Südkoreaner Jungho Kim durch.

Hartung belegte schließlich im Schlussklassement Rang elf, Wagner wurde 16. Eine Runde zuvor hatte sich Richard Hübers mit einer 11:15-Niederlage gegen den Italiener Luigi Samele auf Rang 20 aus dem Wettbewerb verabschiedet. Für Matyas Szabo war die Weltmeisterschaft bereits nach dem Auftaktgefecht beendet: Der Olympiaachte von Rio de Janeiro, der sich schon in den Poolgefechten schwer getan hatte, verlor mit 14:15 gegen den Russen Dimitri Danilenko. „Natürlich hätten wir gerne einen Fechter in der Finalrunde gehabt und ein Ausscheiden aufgrund eines fehlenden Treffers ist doppelt ärgerlich“, meinte Dormagens Fechtkoordinator Olaf Kawald, „aber die Jungs sind jetzt umso heißer auf den Teamwettbewerb, wo ein Platz unter den ersten Acht das Ziel sein sollte.“ Der beginnt am Dienstag mit der Vorrunde, die Medaillen werden dann am Mittwoch vergeben. „Da werden die Jungs noch eine Schippe drauflegen“, ist Kawald überzeugt.