Deutsche Meisterschaften der Säbelfechter in Nürnberg

Fechten : Bayer kann’s auch ohne seine Musketiere

Raoul Bonah und die Säbelteams erkämpfen sich in Abwesenheit von Max Hartung, Matyas Szabo und Benedikt Wagner die DM-Ttel.

Das muss dem TSV Bayer Dormagen erst mal einer nachmachen: Auch ohne seine drei Musketiere aus dem Olympiakader fuhr er bei den Deutschen Meisterschaften der Säbelfechter in Nürnberg die Maximalausbeute von zwei (von zwei möglichen) Titeln ein. Bei den Damen blieb es bei einem Titelgewinn durch das Team, im Einzel musste Titelverteidigerin Anna Limbach als Drittplatzierte die Überlegenheit des FC Würth Künzelsau anerkennen, der in Lisa Gette und Julika Funke die beiden Finalistinnen stellte.

Raoul Bonah heißt der neue Deutsche Meister im Säbelfechten. Der 20-Jährige, der als größten Erfolg bislang Platz drei bei der Junioren-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr verbuchen konnte, setzte sich im Finale hauchdünn mit 15:14 gegen den nach langer Verletzungspause wieder auf der Planche stehenden Björn Hübner (FF Werbach) durch und gewann nach seinen Titeln bei der U20 (2016 und 2017) sowie bei der U 17 (2015) seinen ersten Deutschen Meistertitel bei den Aktiven.

Bonah, der im Halbfinale seinen Vereinskollegen Benno Schneider mit 15:10 ausgeschaltet hatte, sprang dabei erfolgreich für Max Hartung, Matyas Szabo und Benedikt Wagner in die Bresche. Das Trio aus dem Olympiakader war in Nürnberg ebenso wie der verletzte Richard Hübers nicht am Start, weil die nationalen Titelkämpfe genau zwischen den beiden Weltcup-Turnieren in Padua (Bronze für Hartung und Wagner) und Budapest (am kommenden Wochenende) ausgetragen wurden. Björn Hübner vereitelte dabei ein Bruderduell im Finale, setzte er sich doch im Halbfinale mit 15:14 gegen Luis Bonah durch. Der zwei Jahre ältere Bruder des Titelträgers belegte damit ebenso wie Benno Schneider Platz drei. In Robin Schrödter (6.) und Lorenz Kempf (7.) platzierten sich zwei weitere Dormagener unter den besten Acht.

Im Finale des Mannschaftswettbewerbs lag der TSV Bayer Dormagen zwar von Beginn an gegen die TSG Eislingen in Führung, doch es blieb bis zum Schluss eng, ehe Raoul Bonah, Benno Schneider und Robin Schrödter nach einem 45:42 als Meister feststanden. Beim 45:28-Sieg im Halbfinale über den FC Tauberbischofsheim hatte Lorenz Kempf für Raoul Bonah im Team gestanden.

Bei den Damen kam es zum erwarteten Duell zwischen Dormagen und dem FC Würth Künzelsau mit einem unerwartet deutlichen Ausgang zugunsten des TSV Bayer: Anna Limbach, Judith Kusian und Larissa Eifler setzten sich mit 45:24 gegen Lisa Gette, Julika Funke und Anna-Lena Bürkert durch, nachdem sie zuvor den FC Tauberbischofsheim mit dem gleichen Ergebnis abgefertigt hatten.

Unerwartet deutlich deshalb, weil die Einzelkonkurrenz am Tag zuvor ganz im Zeichen des FC Würth Künzelsau gestanden hatte: Im Finale setzte sich Lisa Gette mit 15:11 gegen ihre Vereinskollegin Julika Funke durch. Gette hatte im Halbfinale Titelverteidigerin Anna Limbach mit 15:13 ausgeschaltet, die damit ebenso Platz drei belegte wie Ann-Sophie Kindler (TSG Eislingen), die mit 11:15 an Julika Funke scheiterte. Die drei Dormagenerinnen Lea Krüger, Larissa Eifler und Judith Kusian folgten auf den Plätzen fünf bis sieben.