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Derby in der Fußball-Landesliga: SC Kapellen empfängt die Holzheimer SG

Fußball : Die Rollen im Derby sind klar verteilt

Die stark ins Sportjahr gestartete Holzheimer SG tritt zum Lokalduell der Fußball-Landesliga mit dem SC Kapellen als Außenseiter an. Doch ohne Chance ist die Mannschaft von Trainer Hamid Derakhshan im Jupp-Breuer-Stadion nicht.

Am Dienstag hatte ganz Deutschland mit den Nachwirkungen des Sturmtiefs „Sabine“ zu kämpfen. Aber Hamid Derakhshan fühlte sich wohl: „Es hat gehagelt, geschneit und geregnet – fast wie zu Hause“, stellte der im Spätherbst von der Elbe an den Niederrhein gewechselte Trainer des Fußball-Landesligisten Holzheimer SG schmunzelnd fest. Hamburger Schietwetter. „Es war hart, trotzdem hat die Mannschaft zwei Stunden auf dem Trainingsplatz gestanden“, fügte der 37-Jährige anerkennend hinzu: „Das haben die Jungs sehr professionell gemacht.“

Am Sonntag könnte das Wetter aber durchaus etwas freundlicher sein, steht für die HSG im Jupp-Breuer-Stadion (Anstoß 15.30 Uhr)  doch das Derby beim SC Kapellen auf dem Spielplan. Ein Nachbarschaftsduell unter dem Titel „David gegen Goliath, trennen die Klubs, deren Sportanlagen nur rund fünf Kilometer auseinander liegen, in der Tabelle doch elf Plätze und 15 Punkte – dabei hat der SCK sogar eine Partie weniger ausgetragen als der Lokalrivale. Für Derakhshan ist der Fall damit klar: „Die Favoritenrolle geht an Kapellen. Selbst wenn wir alles in die Waagschale werfen, könnte es trotzdem nicht reichen.“

Allerdings reist seine Truppe mit dem Hochgefühl der überzeugenden Leistung im Jahresauftakt am vergangenen Samstag gegen Fichte Lintfort (2:1) an. Zudem hat der Coach in der Vorbereitung auf seinen neuen Job in Holzheim den Gegner dreimal beobachtet, entdeckte dabei neben vielen Stärken, „vor allem im zentralen Mittelfeld und auf den Flügeln ist Kapellen herausragend besetzt“, eben auch einige Schwächen. In seine Taktik floss auch das mit seinen Co-Trainerin Stefan Schellenberg und Thomas Rodoniklis erörterte Hinspiel (1:2) mit ein. In dem hätte die HSG die Partie nach einem 0:2-Rückstand noch drehen können, ja müssen.

Und: Während Holzheim in Kapitän Pascal „Calli“ Schneider und Scharfschütze Tom Nilgen wieder auf zwei damals schmerzlich vermisste Leistungsträger bauen kann, fehlen Kapellen in Goalgetter Alexander Hauptmann (holte den Elfmeter zum 1:0 heraus und traf selber zum 2:0) und dem dynamischen Außenbahnspieler Manu Ioannidis (Vorbereiter des zweiten Treffers) zwei Hauptfiguren des Hinspiels. Damit nicht genug: Die Gastgeber, deren erstes Match nach der Winterpause am Sonntag in Sonsbeck ausgefallen war, müssen definitiv auch Yannick Joosten – einer von vielen Kickern in diesem Derby, die in ihrer Karriere bereits die Trikots beider Vereine getragen haben – und Nils Mäker sowie möglicherweise Marc Paul, Lennart Ingmann und Daniel Ferber ersetzen. „Damit bleiben uns in Dennis Schreuers und Maik Ferber nur zwei etatmäßige Offensivleute“, stellt der gemeinsam mit Peter Schiffer als Interimstrainer eingesprungene Sportliche Leiter Jörg Ferber ganz nüchtern fest. „Wir müssen also umstellen.“

Und das gegen einen Kontrahenten, auf den er große Stücke hält: In Maurice Girke, Timo Arvanitidis und dem im Debüt überzeugenden Shohei Yamashita sei die HSG vorne ganz gut aufgestellt. An Calli Schneider schätzt er die Fähigkeit, ein Team zu führen, und mit Innenverteidiger Joel Trotzki, „ein „Kapellener Jung“, habe er schon vor der Saison über eine Rückkehr gesprochen. Aber auch, wenn er natürlich gegen keine Mannschaft lieber Punkte lassen würde als gegen eine aus dem Kreis, ginge er nach dem Spiel nicht gerne als Verlierer durch die Stadt. „Wir spielen auf Sieg.“ Auch den in Teheran geborenen und in Bremen aufgewachsenen Derakhshan lässt das Derby nicht kalt. „Normale Spiele“ gibt es für ihn ohnehin nicht. „Es geht  um Leidenschaft – jedes Spiel hat seine Besonderheit.“