Reitsport Das Derby als Höhepunkt in Uedesheim

Uedesheim · Der RV Uedesheim-Stüttgen richtet von Freitag bis Sonntag sein traditionelles Spring- und Dressurturnier aus. Dabei werden auch wieder in zahlreichen Prüfungen die Meister des Kreis-Pferdesportverbandes Neuss ermittelt.

 Gilbert Tillmann 2019 beim Deutschen Spring-Derby in Hamburg. Am Wochenende ist er beim Derby in Uedesheim am Start.

Gilbert Tillmann 2019 beim Deutschen Spring-Derby in Hamburg. Am Wochenende ist er beim Derby in Uedesheim am Start.

Foto: dpa/Daniel Bockwoldt

Wenn sich einer mit Spring-Derbys auskennt im Rhein-Kreis Neuss, dann ist das Gilbert Tillmann. Schließlich ist der Hufschmied aus Grevenbroich ein Dauergast beim legendären Deutschen Spring-Derby in Hamburg und sorgte dort sogar für einen Moment für die Ewigkeit, als er 2013 auf Hello Max den Sieg holte. Ganz so hoch her geht es zwar nicht her, wenn der RV Uedesheim-Stüttgen auf seiner Anlage an der Macherscheider Straße am Samstag (19 Uhr) das Uedesheimer Derby ausrichtet, der absolute Höhepunkt des traditionellen Spring- und Dressurturniers des Vereins ist es aber schon. Das lässt sich auch Gilbert Tillmann nicht entgehen.

„Klar, unser Parcours ist nicht vergleichbar mit Hamburg. Aber wir haben auch einiges zu bieten“, sagt Martin Kronenberg aus dem Organisationsteam. Zum Beispiel einen Wall, von dem es zwei Meter in die Tiefe geht. „Wenn der Reiter vom Rücken des Pferdes da runterschaut, ist das schon respekteinflößend“, betont Kronenberg. Bis Mittwochabend gab es elf Nennungen, darunter neben Tillmann auch ein zweiter Reiter mit Hamburg-Erfahrung. Thorsten Schiltz (RTG Rhein-Ruhr) kämpfte sich im Mai durch die Qualifikation bis ins Finale, wo er dann allerdings etwas unglücklich stürzte. An Uedesheim hat er dagegen sehr gute Erinnerungen, dort konnte er das Derby bereits zweimal gewinnen. Ansonsten werden die Nennungen aber von heimischen Vereinen dominiert. Dabei sind Malina Berchem, Markus Coun, Hendrik Tillmann (alle RC Gut Neuhaus), Nicolas Günther, Robin Kronenberg (beide RV Uedesheim-Stüttgen), Jonas Sander (PSV Klitzenhof) und Dennis Tolles (RV Gut Altwahlscheid). „Das Derby ist immer ein tolles Event, bei dem richtig was los ist auf der Anlage“, sagt Martin Kronenberg.

Daran kann auch nichts ändern, dass es nicht Teil der Kreismeisterschaftswertung ist. Viele der anderen Prüfungen an den drei Turniertagen von Freitag bis Sonntag sehr wohl. Denn wie schon in den vergangenen Jahren (2020 fiel das Turnier wegen Corona aus) kooperiert der ausrichtende Verein mit dem Kreis-Pferdesportverband Neuss (KPSV) und hat sowohl im Springen als auch in der Dressur etliche Prüfungen für die Kreismeisterschaften ausgeschrieben. In der Dressur bestehen die kleine, mittlere und große Tour jeweils aus zwei Prüfungen, bei den Springreitern jeweils aus drei. „Wir sind einer der wenigen Kreisverbände im Rheinland, der bei seinen Meisterschaften S-Niveau anbietet“, erklärt Martin Cronenberg. Los geht’s für die Ausnahmekönner im Springen in der großen Tour am Freitag (17.15 Uhr) mit eine Zeitspringprüfung Klasse M, am Samstag (14.30 Uhr) folgt eine Springprüfung Klasse M** und der Abschluss ist am Sonntag (15 Uhr) eine Springprüfung Klasse S mit Stechen. Titelverteidiger ist Gilbert Tillmann. Er geht also nicht nur im Derby als Topfavorit ins Rennen, sondern auch bei der der großen Tour. In der Dressur beginnt die große Tour am Samstag (14.15 Uhr) mit einer Prüfung der Klasse M**, das Finale steigt dann am Sonntag (11.45 Uhr) mit einer Prüfung der Klasse S*. Titelverteidigerin Julia Barbian (Neuss-Grefrather RC) hat wieder genannt, doch ihr stellt sich harte Konkurrenz entgegen. Lina Wurm (RC Gut Neuhaus) kommt mit der Empfehlung, im Juni die Rheinische Meisterschaft gewonnen zu haben. Aber auch Sarah Lena Tolles (Förderkreis Dressur), Martin Sander (PSV Klitzenhof) und Delia Heyer (RV St. Johannes Waat) machten zuletzt mit guten Leistungen auf sich aufmerksam.

Es spricht also viel dafür, dass es von Freitag bis Sonntag tollen Pferdesport in Uedesheim zu sehen gibt. Wobei Martin Kronenberg auch konstatieren muss, dass gerade auf der großen Tour einige Nennungen weniger eingegangen sind als vergangenes Jahr. „Das liegt zum einen an einem starken Konkurrenzturnier in Nettetal, zum anderen wagen sich einige Reiter wegen der Corona-Pause nicht an die schwereren Prüfungen heran“, erklärt Kronenberg. Beim Nachwuchs und im Breitensport gibt es allerdings keine Einbußen. Eine gute Nachricht für den Reitsport.

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