Jüchen : Der Wilde Westen in Jüchen

Ein amerikanischer Tanz findet in Jüchen immer mehr Anhänger: 30 "Country Ladies" zwischen 33 und 70 Jahren trainieren im Garzweiler Jugendheim "Line Dance" – mit Cowboy-Hut und Western-Stiefeln.

Ein amerikanischer Tanz findet in Jüchen immer mehr Anhänger: 30 "Country Ladies" zwischen 33 und 70 Jahren trainieren im Garzweiler Jugendheim "Line Dance" — mit Cowboy-Hut und Western-Stiefeln.

Der Griff zum Hut ist obligatorisch beim "Line Dance". Foto: Hammer, Linda

Wilder Westen in Jüchen: Jeden Donnerstag ziehen 30 Frauen ihre Westernstiefel an und setzen die Cowboyhüte auf. Nicht zum Rodeo geht's oder zum Kühehüten, auch keine wilden Schießereien drohen — die "Country Ladies" tanzen in einer Reihe, setzen synchron und im Rhythmus Fußspitze und Hacke auf, drehen sich lachend und beugen sich nach vorne mit dem obligatorischen Griff zum Hut. Das Ganze heißt "Line Dance".

Der Tanz entstand in den USA. Einzelne Tänzer tanzen in Reihen und Linien vor- und nebeneinander. Die Schrittfolgen wiederholen sich je nach Schwierigkeitsgrad. "Line Dance" ist aber eben nicht nur jenseits des Atlantiks populär, sondern hat auch in Jüchen Anhänger. Was anfangs zu Hause von den Ehemännern milde belächelt wurde, fand nach den ersten Auftritten in der Gemeinde so großen Anklang, dass die "Country Ladies" sich vor Anfragen kaum noch retten können.

Die Truppe ist in einigen Countrytänzen fit. "Unser Bester ist der 101", erklärt Heidi Niemann, die den Kursus leitet. Sie fordert die Tänzerinnen, die sich ausnahmsweise in der Bedburdycker Bürgerhalle und nicht im Jugendheim in Garzweiler trafen, zur Formation auf. Zu "Country Road" und "Cotton Eye Joe", aber auch mal zu "Das Rote Pferd" reihen sich die Frauen auf.

Sie präsentieren in edlen Stiefeln, Jeans oder Röcken ihre Tänze — und immer mit Hut. Übungsleiterin Heidi Niemann (54) kam eigentlich vom Lateinamerikanischen Tanz. "Über eine Gruppe, in der ich mitgetanzt habe, und nach der Anregung von Eva Merz von den ,Flotten Motten' kam ich zum Line Dance". In Stress soll das Ganze nicht ausarten. "Wir wollen Spaß haben und etwas anderes machen als das übliche Programm für Frauen", erzählt die Bedburdyckerin.

Egal ob beim Scheunenfest in Wey, an Karneval bei den "Dycker Wievern" oder einmal auf einer polnischen Hochzeit — überall seien die Gäste begeistert gewesen. "Der Zulauf wurde so groß, dass wir für das Training eine zweite Gruppe einrichten mussten", erzählt Co-Trainerin Nora Feilen. Sophie Selig wird bald 70 und macht bei der Hitze erst mal ein paar Tanzschritte in ihren flachen Schuhen. Manu Elswyk ist mit 33 die Jüngste. "Die Gruppe fügt sich wunderbar zusammen", erzählt Heidi Niemann.

Und Nora Feilen erklärt: "Wir könnten in einer Gruppe noch Verstärkung gebrauchen. Wer sich anfangs nicht traut, bekommt von mir die ersten Schritte im Einzelunterricht auf dem Flur beigebracht", versichert sie.

(uwr)
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