Galopp : Der Usain Bolt der Vierbeiner

Der sechsjährige Hengst mit dem ebenso ungewöhnlichen wie einprägsamen Namen Xi ist morgen Nachmittag der "Star" bei den acht Rennen auf der Neusser Galopprennbahn, in deren Mittelpunkt der erste Lauf zum "Preis der Perlenkette" steht.

Im Grunde lohnt schon der Auftritt dieses ungewöhnlichen Pferdes das Erscheinen morgen zum vorletzten Renntag der Wintersaison 2010/2011 ab 14 Uhr auf der Neusser Galopprennbahn. Es geht um den sechsjährigen Hengst mit dem ebenso kurzen wie einprägsamen Namen Xi, der mit der 19-jährigen Nicol Oelerking im sechsten Rennen antritt.

Es ist der zweite Versuch eines Auftritts in Neuss. Beim ersten Mal zum 31. Dezember musste er wegen einer kleinen Verletzung abgemeldet werden und die Besitzer befürchteten Schlimmeres. Aber es war dann wirklich nur eine harmlose Verletzung. Mittlerweile ist er bei drei Starts in Dortmund ungeschlagen. In allen drei Rennen hat er seine Gegner nicht besiegt, sondern deklassiert.

Das brachte die Besitzer auf den Gedanken, das hochdotierte Sandbahnrennen morgen im englischen Lingfield anzustreben. Weil in diesem Spitzenrennen aber nur zwölf Vierbeiner antreten dürfen, reichten die Rennleistungen aus Dortmund als Qualifikation nicht aus. Da das Xi-Team sicherheitshalber Neuss in der Reserve hielt, wird er morgen hier antreten. Sein Trainer Norbert Sauer ist total begeistert und schwärmte im Fachblatt Sport-Welt: "Der hat einen Antritt, da fällt man vom Hocker." Gewissermaßen der Usain Bolt der Vollblüter.

Xi stammt aus amerikanischer Zucht, führt das edle Blut des legendären Vererbers Northern Dancer in seinem Pedigree. Besitzer des Pferdes sind Christian Bruer aus Rietberg und Andreas Tiedtke aus Münster, der neue Chefmanager im Kölner Direktorium. Die beiden kennen sich aus gemeinsamen Zeiten am Stall von Reiner Werning in Dortmund, wo Tiedtke schon mit 17 Jahren sein erstes Pferd besaß. Nach einem Wiedersehen nach vielen Jahren auf der Auktion in Iffezheim wurde gemeinsam überlegt, wie und wo man preisgünstiger Rennpferde kaufen und trainieren lassen könne und man stieß schließlich auf Ungarn, wo das auch heute noch für 350 Euro im Monat möglich ist, ohne Entbehrungen für die Vierbeiner. Bruer: "Ich habe Xi am 11. April 2010 in Budapest gesehen und war mächtig beeindruckt. Das war auf der Sandbahn und er hat gewonnen. Danach ist er auf der Grasbahn gelaufen und war Fünfter. Es folgte eine fünfmonatige Pause und ich wurde auch skeptisch. Nach dem letzten Rennen als Zweiter auf der Sandbahn am 21. November 2010 haben wir ihn gekauft."

Woher der ungewöhnliche Name stammt, blieb bislang ungeklärt. Bleibt noch die spannende Frage nach dem Preis. Bruer: "Über Geld spricht man nicht." Immerhin wurde in der Währung Euro gezahlt und nicht in der ungarischen Variante Forint. Ein Euro sind 275 176 ungarische Forint. Also: Es war wohl ein Betrag von etwas mehr als 5 000 und deutlich weniger als 10 000 Euro. Xi wird morgen als heißer Favorit antreten. Gefahr droht wohl nur vom England-Import Falakee mit Steffi Hofer. Das wahre Können des Pferdes ist noch unerforscht.

(NGZ)
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