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Lokalsport: Der TVK sagt mit einer Niederlage ade

Lokalsport : Der TVK sagt mit einer Niederlage ade

300 Zuschauer kommen zum vorerst letzten Drittliga-Handballspiel in die Korschenbroicher Waldsporthalle. Sie sehen eine 23:28-Niederlage gegen die Ahlener SG und eine sehr emotionale Verabschiedung von Trainer Ronny Rogawska.

Wie sehr sein TV Korschenbroich Ronny Rogawska ans Herz gewachsen ist, spürte man spätestens auf seiner allerletzten Pressekonferenz in der Waldsporthalle. "Ich möchte mich von ganzem Herzen für sechs schöne Jahre bedanken", sagte der beim TVK scheidende dänische Handballtrainer, bevor ihm die Stimme stockte und er mit den Tränen kämpfte. "Eigentlich passiert mir so etwas nie", sagt er später lachend, "aber dieses Spiel war heute echt schwer für mich. Das konnte man, glaube ich, auch sehen." In seinem vorerst letzten Drittligaheimspiel hat der längst als Absteiger feststehende TV Korschenbroich sich vor gut 300 Zuschauern mit einer 23:28-Niederlage (Halbzeit 11:13) von seinen Fans verabschiedet.

Um das Sportliche ging es an diesem (vorerst) letzten Feiertag des Korschenbroicher Leistungshandballs aber ohnehin nicht. "Wir wollten noch einen letzten Erfolg für unsere treuen Fans in der Waldsporthalle einfahren", sagte der ebenfalls ausscheidende Sportliche Leiter Kai Faltin zwar. So richtig war das der jungen Mannschaft, die in dieser Saison eigentlich von der ersten Sekunde an chancenlos war, aber auch im letzten Versuch nicht anzumerken. "Man muss sagen, dass die Luft bei den Jungs raus ist", fand Rogawska, der zugab: "Ich hatte mir so sehr einen Abschiedssieg gewünscht." Der lag aber schnell außerhalb des Möglichen, weil die Gäste in der zweiten Halbzeit einfach den besseren, fitteren Eindruck machten und ein wesentlich höheres Tempo gehen konnten. Einen schnellen 2:6-Rückstand (10.) drehte Korschenbroich nach einer Auszeit Rogawskas zwar in ein 7:6. Dem zweiten Ahlener Lauf, der aus einem 15:16 (37.) ein 16:21 (47.) machte, hatten die Gastgeber aber nichts mehr entgegenzusetzen. Dabei machten Torwart Max Jäger(13 Paraden), der in ungewohnter Torjägerrolle aktive Aaron Jennes am Kreis (5 Treffer) und Steffen Brinkhues aus dem Rückraum (5) den besten Eindruck.

Eine Rolle spielten die Ereignisse auf dem Feld aber, wie gesagt, nicht wirklich. Rogawska, der vor dem Anpfiff mehr Geschenke bekam, als er mit vier Händen hätte tragen können, sagte den Fans: "Es gibt einen Grund dafür, warum ich mit meiner Familie in Korschenbroich wohne. Ich habe die Waldsporthalle vor vielen Jahren als Gegner kennengelernt. Jetzt verlasse ich sie mit unheimlich vielen Menschen, die ich hier kennenlernen durfte. Es war toll, hier Trainer sein zu dürfen."

Spannend wird nun die Frage sein, in welcher Form es mit dem TV Korschenbroich weitergeht. Gut die Hälfte des Teams wurde vor dem Anpfiff verabschiedet, der Rest wird bleiben und in der neuen Saison wieder lernen, wie sich das Gewinnen anfühlt. Die Mannschaft, die unter Trainer Dirk Wolf im kommenden Jahr in der Regionalliga Nordrhein an den Start geht, soll nach den Plänen der Vereinsführung zumindest einen Platz unter den ersten Fünf einfahren.

Die Unterstützung ihrer treuesten Anhänger - und das waren in dieser Saison statt der früher üblichen 600 immerhin noch rund 300 hartgesottene und rückschlagresistente - dürfte der Verein auch eine Liga tiefer sicher haben. Ob sie denn in der nächsten Saison immer noch kommen würde, fragte eine Frau hinter der Pressebank ihre Sitznachbarin. Die prompte Antwort: "Na klar. Warum denn nicht?"

(NGZ)