Konjunkturpaket : Der Traum von einer Arena

Eine Handballarena finanziert aus den Mitteln des Kunjunkturpakets II – den aus den Reihen des TV Korschenbroich geäußerten Wunsch hält Bürgermeister Heinz Josef Dick für nicht realisierbar. Vielleicht gibt es aber Alternativen.

Eine Handballarena finanziert aus den Mitteln des Kunjunkturpakets II — den aus den Reihen des TV Korschenbroich geäußerten Wunsch hält Bürgermeister Heinz Josef Dick für nicht realisierbar. Vielleicht gibt es aber Alternativen.

Korschenbroich Wie schön wäre es doch, wenn der TV Korschenbroich (TVK) nicht mehr nur 800 Zuschauer in die Waldsporthalle lassen könnte, sondern 1600 oder noch mehr. Allein bei dem Gedanken gerät der TVK-Trainer Khalid Khan ins Schwärmen. "Wir hätten durch die verkauften Tickets ganz andere Einnahmen", sagt er. "Und von den Sponsoren, die eine größere Halle anziehen würde, will ich gar nicht reden." Die Idee zu einer größeren Halle — der Handballarena — hatte zwar Khan, wie diese jedoch finanziert werden sollte, haben sich in der vergangen Woche der TVK-Aufsichtsratvorsitzende Heijo Hauser und der Hauptsponsor der Mannschaft, Gerd Bennewirtz, überlegt — aus dem Konjunkturpaket II.

Im Moment sind nämlich noch 129 000 Euro aus diesem Paket nicht verplant. "Und das weckt Begehrlichkeiten", weiß Bürgermeister Heinz Josef Dick. Er geht jedoch davon aus, dass dieses Geld nicht für den Bau einer Handballarena zur Verfügung gestellt wird. "Der Rat wird zwar erst im kommenden Jahr über die Mittel entscheiden", sagt Dick. "Doch die Liste, wofür wir es ausgeben sollen, ist jetzt schon ziemlich lang." So würde derzeit beispielsweise zur Debatte stehen, ob die 129 000 Euro in Grundwasser-Maßnahmen oder in die Ausbesserung der Wirtschaftswege fließen sollen. "Von einer Sporthalle ist da keine Rede — außerdem würden die Mittel dafür eh' nicht ausreichen", findet der Bürgermeister.

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Und auch Jürgen Steinmetz, Wirtschaftsförderer des Kreises Neuss, kann den Vorschlag nicht ganz nachvollziehen. "Grundsätzlich könnte die Handballarena rein rechtlich aus den Mitteln des Konjunkturpakets finanziert werden", erklärt er. "Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Projekt wirtschaftlich wäre", meint der Wirtschaftsförderer. Was allerdings noch immer nicht ganz vom Tisch sei, ist eine Idee, die er mit dem scheidenden Landrat Dieter Patt vor einigen Monaten in die Diskussion gebracht hat: eine Multifunktionsarena. "Wir haben eine Studie in Auftrag gegeben, die prüfen soll, ob so eine Arena in der Region sinnvoll wäre", sagt Steinmetz.

Den Unterschied zwischen einer Handball- und einer Multifunktionsarena würde sich für ihn von alleine erklären. "Während in der einen schätzungsweise nur Handball gespielt werden würde, soll die andere für alle möglichen Veranstaltungen zur Verfügung stehen", erklärt er. Das reiche von Sport- über Thater- bis zu Musikevents. Und Steinmetz macht noch auf einen Unterschied zu den Handballanhängern deutlich. "Wo diese Arena entstehen könnte ist noch völlig unklar. Erst einmal müssen wir die Ergebnisse der Studie abwarten, dann können wir weiter denken." Voraussichtlich Ende September, Anfang Oktober könnte es soweit sein.

Vor diesem Zeitpunkt möchte Jürgen Steinmetz auch nicht über das Thema Finanzierung sprechen. "Es kann nämlich durchaus sein, dass die Studie zu dem Ergebnis kommt, dass wir so eine Halle im Rhein-Kreis Neuss nicht brauchen." Bürgermeister Dick spricht dagegen klare Worte: "Wenn der Sportverein meint, eine Sporthalle bauen zu wollen, soll er das tun", sagt er. "Aber die Stadt hat dafür einfach kein Geld."

Zur Sache Finanzierung

(RP)