1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Der Trainer hat der SG Rommerskirchen/Gilbach neues Leben eingehaucht.

Fußball : Der Trainer hat dem Team neues Leben eingehaucht

Seit der Ankunft von Coach Kevin Hahn ist Fußball-Bezirksligist SG Rommerskirchen/Gilbach auf dem besten Weg zu alter Stärke. Er baut dabei auf eine ausgewogene Mischung aus hungrigen jungen und erfahreneren Spielern. Wieder fit ist Francesco Sidero.

In der vergangenen Saison trennte die SG Rommerskirchen/Gilbach zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs nur ein Punkt von einem Abstiegsplatz. Knapp neun Monate später ist die SG in der neuen Spielzeit bisher zweitbester Kreisverein. Zwar ist dies nur eine Momentaufnahme, doch die Arbeit von Kevin Hahn, der im Sommer das Traineramt übernommen hatte, scheint schon erste Früchte zu tragen.

 

Der Saisonverlauf Einen großen Anteil am aktuell positiv geprägten Stimmungsbild hatte mit Sicherheit der gelungene Saisonstart, der aus Rommerskirchener Sicht nicht besser hätte sein können. Drei Siege feierte „Roki“ zu Saisonbeginn gegen Hösel (4:3), DSC 99 (3:1) und Lohausen (2:1). „Der Start war für uns natürlich optimal, da bei uns durch den Trainerwechsel vieles neu war“, sagt Trainer Kevin Hahn. Dass nach den drei Siegen dann drei sieglose Spiele gegen Topteams folgten, sorgte nicht für Unruhe – ganz im Gegenteil. Gegen Gerresheim (1:1) erkämpften die Neusser in doppelter Unterzahl einen Punkt, gegen Ratingen (1:2) kassierte man aus dem Spiel heraus kein Gegentor und gegen Gnadental (1:3) verschliefen die Hahn-Schützlinge lediglich den Start und gestalteten danach das Spiel auf Augenhöhe. All das, stellt Hahn klar, sollen keine Ausreden sein, sondern lediglich unterstreichen, dass sich „Roki“ auch vor den vermeintlichen Topteams nicht verstecken muss. Im bisher letzten Spiel gelang noch ein 2:0-Erfolg gegen Kalkum.

 

Das war gut Ein Neuanfang birgt meistens auch viele Ungewissheiten und mitunter Risiken. Kevin Hahn kann mit seinen ersten Monaten im Amt und der Leistung seiner Mannschaft jedoch mehr als zufrieden sein. „Wir haben beim Neunanfang alles reingehauen. Es gibt jetzt eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. Das war vorher noch nicht so ausgeprägt“, erklärt der Coach, der zudem sein Hauptaugenmerk auf die Stabilisierung der Defensive gelegt hatte. „Ich will Kompaktheit im Abwehrbereich bei meinen Mannschaften. Da sind wir von Spiel zu Spiel besser geworden.“ Tatsächlich stellt die SG mit nur elf Gegentoren die viertbeste Abwehrreihe der Liga. Im Vergleich: In der vergangenen Spielzeit waren es zu diesem Zeitpunkt bereits fünf Gegentore mehr. Die neue Marschroute scheint vorerst von Erfolg gekrönt zu sein.  


Das war schlecht Zwar sei seine Mannschaft im Spiel nach vorne schon „einfacher und effektiver geworden“, so Hahn, dennoch wünscht sich der Übungsleiter noch mehr Konsequenz im gegnerischen Strafraum. „Wir schießen nicht so viele Tore. Da lassen wir noch zu viel liegen“, hadert Hahn. Ansonsten tut sich der neue Mann an der Seitenlinie schwer, seiner Mannschaft mögliche Defizite zu attestieren. „Natürlich ist nicht alles perfekt. Aber wir sind immer noch in der Entwicklung. Ein neuer Trainer braucht normalerweise ein halbes Jahr, um richtig warm mit der Mannschaft zu werden. Daran werden wir weiter schleifen.“

 

Personalien Im Sommer passierte personell bis auf ein paar berufsbedingte und sich bereits anbahnende Abgänge kaum etwas. Dennoch hat sich die Personalsituation spürbar verändert. „Viele junge Spieler oder Spieler, die zuvor keine allzu große Rolle gespielt haben, haben den Neustart richtig genutzt und reingekniet. Dadurch haben wir wieder mal einen richtig gesunden Konkurrenzkampf, wodurch das ein oder andere mit Sicherheit besser läuft“, berichtet Hahn. Ein solches Beispiel ist Luca Knuth, der im vorherigen Winter zur SG stieß und nur wenige Spiele absolvierte. Dank einer starken Vorbereitung ist der junge Verteidiger unter Hahn nun gesetzt und absolvierte alle sieben Spiele. Außerdem dürfte zum Restart auch Angreifer Francesco Sidero wieder fit sein. Der Stürmer erzielte in den vergangen drei Spielzeiten 57 Treffer für „Roki“. Diesen Trumpf kann Hahn dann noch im nächsten Jahr ausspielen.

 

Ausblick Die Saisonunterbrechung sorgte in Rommerskirchen nicht für Stillstand. Mit dem eigenen Athletiktrainer trainieren die Spieler zusätzlich zu den Laufplänen zweimal pro Woche bei Video-Konferenz. „Wir arbeiten weiter fleißig und haben Bock. Sobald es wieder auf den Platz geht, wollen wir gewisse Dinge einfach sofort abrufen“, erklärt Hahn. Auch die Verlängerung der Spielpause ändert nichts an der Motivation und trifft auf volles Verständnis. „Es geht immer noch um die Gesundheit. Ich denke, dass das eine vernünftige Entscheidung ist. Für uns gilt es einfach auch aus dieser Situation, das Maximun herauszuholen.“ Wo das Maximum diese Saison bei seiner Mannschaft liegt, da möchte sich Hahn noch nicht festlegen. Ein guter Mittelfeldplatz würde die Entwicklung jedoch bestätigen.