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Korschenbroich: Der Rohbau der Windgesmühle steht

Korschenbroich : Der Rohbau der Windgesmühle steht

Schon im September sollen die ersten Wohnungen in Liedberg bezogen werden: Doch noch braucht der Beobachter ein wenig Fantasie, um sich einen Eindruck vom künftigen Erscheinungsbild der Windgesmühle zu machen.

Schon einige Hundert Meter entfernt sind die schrillen Baugeräusche aus dem Bauch der Liedberger Windgesmühle zu hören. Eine Flex, die Ziegel schneidet, heult auf, schwere Holzbretter fallen lautstark auf den staubigen Boden.

Seit März vergangenen Jahres arbeiten bis zu 20 Bauarbeiter an der rund 140 Jahre alten Mühle, um neue Wohnobjekte zu schaffen. Nun steht auch der im August begonnene Rohbau. In den kommenden Wochen steht nun die Verblendung sowie der Innenausbau der 18 Wohnungen an, von denen sich alleine fünf im Herrenhaus befinden, das an beiden Seiten durch Neubauten erweitert wurde.

"Ein Neubau ist gewiss einfacher", sagt der Mönchengladbacher Architekt Holger Hartmann lächelnd, der in der Neugestaltung der historischen Mühle jedoch eine besondere Herausforderung sieht: "Wir wollen das Gebäude revitalisieren. Einerseits soll das Objekt in neuem Glanz erstrahlen, andererseits sollen die historischen Aspekte erhalten bleiben. Dadurch entsteht ein ganz besonderer Charme."

Um diesen Balanceakt zwischen Historie und Modernität zu meistern, stimmten sich die Verantwortlichen mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege ab. Die historischen Objekte wie Mahlräder oder Kisten bleiben nicht nur erhalten, sie werden für Bewohner und Besucher in einer Vitrine im verglasten Treppenhaus-Anbau des Mühlengebäudes sichtbar gemacht. Auch im Innenhof, der neben mehreren Sitzmöglichkeiten auch Grünflächen bieten soll, werden zwei alte Mühlräder ausgestellt.

Zudem wird es einen gemeinschaftlichen Spielplatz geben sowie eine Tiefgarage auf der Fläche zwischen Mühle und dem bereits abgerissenen Silo. Das alte Mahlwerk bleibt vollständig erhalten und wird in eine Wohnung integriert. "Diese intakte Mühlensituation ist nahezu einzigartig. Wer diese Wohnung erwirbt, bekommt gleichzeitig ein Mahlwerk dazu", verrät Harald Eßer, Verantwortlicher für kaufmännische Projektsteuerung bei der Schleiff Bauflächentechnik in Erkelenz. Trotz geschichtsträchtiger Vergangenheit werden die Wohnungen mit modernster Technik ausgestattet — neben Wärmepumpen gibt es ein kontrolliertes Lüftungssystem, das Wärmerückgewinnung ermöglicht.

Die Objekte haben eine Größe von 90 bis 145 Quadratmetern. Die größte Wohnung kostet 375 000 Euro. "Ein Teil des Objektes soll vermietet, ein Teil verkauft werden. Für die Erwerber der denkmalgeschützten Wohnungen gibt es außerdem steuerliche Vorteile", sagt Holger Hartmann, der zudem die Zusammenarbeit mit der Erkelenzer Baufirma lobt: "Es wäre toll, wenn man immer so gut zusammenarbeiten könnte."

Harald Eßer weiß um die hohe Nachfrage der Objekte. "Wir fangen jetzt an, zu beurkunden. Es gibt schon konkrete Interessenten. Zwar ist es momentan noch schwierig, sich einen Eindruck über das fertige Objekt zu verschaffen, aber das wird sich im Laufe der nächsten Wochen beleben", sagt der 53-Jährige.

(NGZ/rl)