Handball : Der Quirinus-Cup lebt – und wie

Im neuen Domizil blühte das Handball-Turnier des Neusser HV förmlich auf. Bei strahlendem Sonnenschein knüpfte der Finaltag im Schulzentrum an der Weberstraße an alte Zeiten an, als 3000 Jugendliche aus ganz Europa nicht nur tollen Sport zeigten, sondern auch miteinander feierten.

Nach getaner Arbeit zeigte sich Jochen Kallenberg tiefenentspannt. Der "Herr der Spielpläne", mit dem Quirinus-Cup mittlerweile seit fast drei Jahrzehnten förmlich verheiratet, stellte am Sonntagabend sichtlich zufrieden fest. "Von der Atmosphäre her hat mich das an die besten Zeiten in der Stadionhalle erinnert."

Stephan Tenhaken, Vorsitzender des Neusser HV, der den dreitägigen Handball-Wahnsinn mit mehr als 500 Spielen in zwölf Hallen bemerkenswert gelassen zu stemmen wusste, brachte die Sache auf den Punkt: "Die neue Halle im Schulzentrum ist ein absoluter Glücksfall für das Turnier." Und weil Glück nun mal selten alleine kommt, räumte der NHV in der 30. Auflage auch gleich den Super-Quirinus-Cup für den erfolgreichsten Verein der Großveranstaltung mit wieder mehr als 3000 Nachwuchs-Handballern aus ganz Europa ab. "Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet", sagte Chef-Organisator Wolfgang Spangenberger.

Für das Highlight aus Sicht der Gastgeber sorgte die weibliche D-Jugend, deren Siegeszug erst im Finale gegen den HSC 2000 Magdeburg endete (10:13). Ein Erfolg mit Ansage. "Die Mädels hatte mir schon vor drei Wochen prophezeit, dass sie ins Endspiel kommen würden", verriet Trainerin Pia Kloeters. Am HSC 2000, angetrieben von der sechsmal erfolgreichen Stevie Vesta Mittwollen, bissen sich Jule Killmer, Sara Flegel & Co. wie bereits beim 8:13 in der Vorrunde die Zähne aus. Das war auch ein Verdienst von Lucie Kretzschmar. Die Tochter des ehemaligen Nationalspielers Stefan Kretzschmar (218 Länderspiele für Deutschland) war aus dem Rückraum dreimal erfolgreich und wurde zudem zur besten Feldspielerin ihres Jahrgangs gekürt.

Die erfolgsverwöhnten Gäste aus Sachsen-Anhalt marschieren zwar ohne Niederlage durch das Turnier, zeigten sich von der Kulisse am Finaltag indes durchaus beeindruckt. "Vielleicht lag es daran, dass meine geniale Spielmacherin Michelle Paluszkiewicz heute den allergrößten Scheiß zusammengespielt hat", rätselte HSC-Coach Katrin Kaiser. Zufrieden mit dem Auftritt ihrer Mannschaft war sie natürlich trotzdem: "Wir sind hier schon gefordert worden, und genau darum waren wir hier."

Im Finale spielten für Neuss: Lene Hagen; Melis Yalcin, Sarina Poschen, Anna Körbes (1 Treffer), Anna-Sophie Emmerich (1), Marie Schlosser, Jennifer Versteeg (1), Mabel Barnett (1), Jule Killmer (3/1), Sara Flegel (3); für Magdeburg trafen: Lea-Sophie Treffkorn (1), Henriette Dreier (2), Lucie Kretzschmar (3), Stevie Vesta Mittwollen (6), Michelle Paluszkiewicz (1).

(NGZ)
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