Reitsport : Der Pferdeausbilder

Seit einigen Wochen ist Harald Ricken der neue Ausbilder auf dem Pannenbeckerhof in Holzbüttgen. Bei Olympiasieger und Bundestrainer Klaus Balkenhol perfektionierte der 51-Jährige seine Reitkünste.

Wenn Dressurfans im Rhein-Kreis Neuss den Namen Harald Ricken hören, dann fällt diesen sicher spontan eine Geschichte ein: Wie ein Dressurreiter in grüner Polizeiuniform zur Kür ins Viereck trabt — auf die Tatort-Titelmelodie und die letzte Grußaufstellung mit dem Spruch "Guten Tag, Herr Kommissar" aus dem bekannten Falco-Song. "Das ist aber schon lange her", erinnert sich der heute 51-Jährige schmunzelnd. Über 20 Jahre — so lange ist der Dressurreiter bereits in der schweren Klasse zu Hause.

Seit einigen Wochen ist Harald Ricken der neue Ausbilder auf dem Pannenbeckerhof in Holzbüttgen. Dort kümmert er sich nun um die Ausbildung der Zwei- und Zweibeiner im Viereck. Zum Pferdesport kam der drahtige Trainer als Jugendlicher. Zunächst ritt er ausschließlich Springen.

Als Ende der 1970er Jahre die Frage nach seinem beruflichen Werdegang aufkam, erlebte die Polizeireiterstaffel Düsseldorf durch die Erfolge von Klaus Balkenhol einen kometenhaften Aufstieg. "Ich wollte reiten, also ging ich zur Polizei", erinnert sich Harald Ricken, der daraufhin bei Balkenhol, dem späteren Olympiasieger und Bundestrainer, seine Reitkünste perfektionierte. Dabei fing er wieder von der "Pike" auf an — 1980 reiste er als Turnierbegleiter Balkenhols zum CHIO Aachen.

In den kommenden zehn Jahren folgte der sportliche Aufstieg des Polizisten, mit dem Pferd Gauner feierte er Ende der 1980er Jahre erste Erfolge im Grand Prix und wurde 1993 Europameister der Polizeireiter. Es folgten weitere mit Pferden wie Genever, Rossini und Worryentes. 1993 wurde ihm das Goldene Reitabzeichen verliehen.

Als Klaus Balkenhol dann die Düsseldorfer Reiterstaffel verließ und Bundestrainer wurde, entschied sich auch Harald Ricken für einen Tapetenwechsel. Ab 2004 konzentrierte er sich nur noch auf den Reitsport, wurde Ausbilder und Trainer. 17 Jahre lang war er auf einer Anlage in Meerbusch heimisch, bevor er im Herbst in aller Stille den "Fliegenden Wechsel" zum Pannenbeckerhof wagte. Sein derzeitiger Crack ist der Wallach Rialto Allegro, "den habe ich seit fast zehn Jahren unter dem Sattel", verrät er.

Eingesetzt wird der spektakuläre Wallach auf Turnieren nur äußerst bedacht; inzwischen hat das Paar aber zahlreiche Grand Prix-Platzierungen auf dem Konto. Mit Tabaluga hat er ein zweites Toppferd im Stall. "Ich bin gespannt, welche Herausforderungen hier auf mich warten", freut sich der 51-Jährige über sein neues Wirkungsfeld. Mehr Infos zu Harald Ricken sind unter www.dressage.de. online abrufbar.

(NGZ)