800 Euro Preisgeld für ersten Platz: „Der Norden kommt groß raus“

800 Euro Preisgeld für ersten Platz : „Der Norden kommt groß raus“

Zwischen Schloss Dyck und dem Nikolauskloster geradezu idyllisch gelegen, ist das von etwa 380 Menschen bewohnte Damm das schönste Dorf der Gemeinde: Zu diesem Schluss kam die Jury des Kreiswettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft", die im Juni die Gemeinde bereist hat.

Für den ersten Platz gab es ein Preisgeld von 800 Euro, das Bürgermeisterin Margarete Kranz jetzt Heinz-Georg Esser, dem Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft Damm überreichen konnte. Für Kranz' Vermutung, wonach "der Norden unserer Gemeinde groß raus kommt", legten auch die übrigen Platzierungen beredtes Zeugnis ab: Jeweils 600 Euro gingen für zweite Plätze an Bernd Mockel vom Geselligkeitsverein Wallrath und Hubert Klauth vom Bürgerschützenverein Bedburdyck-Stessen. Völlig unerfahren in Sachen Preisverleihung war keiner der Beteiligten. Damm hatte vor gut zehn Jahren den ersten Platz belegen können, Bedburdyck lag 2002 ganz vorn und Wallrath verfehlte beim vorletzten Kreiswettbewerb den ersten Rang nur knapp.

Was alle Beteiligten besonders interessierte, waren die exakten Bewertungskriterien der Kommission: Klar ist zumindest, dass es diesmal keineswegs um die Anzahl von Blumenkübeln ging, vielmehr legten die Juroren Margarete Kranz zufolge besonderen Wert darauf, inwieweit die "nachhaltige Entwicklung und das bürgerschaftliche Engagement" in den Dörfern gefördert wurden. In Damm und Wallrath sind die Dorfgemeinschaft, beziehungsweise der Geselligkeitsverein die Motoren des dörflichen Lebens, unter deren Dach alle Aktivitäten koordiniert werden. Ähnlich sieht es in Bedburdyck und Stessen aus, wo die Bürgerschützen gleichsam als Klammer für die gemeinsamen Interessen beider Orte fungieren. Seit knapp zwei Jahren ist die Dorfgemeinschaft Damm Eigentümerin des Schützenplatzes.

Nicht zuletzt stark in der Seniorenarbeit engagiert, ist der Dorfgemeinschaft mit der Übernahme des Jugendheims in diesem Sommer eine Aufgabe zugewachsen, die die Verantwortlichen dauerhaft beschäftigen wird, wie Heinz-Georg Esser angesichts der willkommenen Finanzspritze deutlich machte. In Wallrath mit seinen gerade einmal 230 Einwohnern gibt es laut Bernd Mockel immerhin 30 bis 40 Arbeitsplätze. Neben der Anlegung eines Dorfplatzes inklusive Dorfbrunnen wurde hier in der jüngsten Vergangenheit insbesondere großer Wert auf die Errichtung von Bänken für Spaziergänger und Radfahrer gelegt. Diese in Schuss zu halten, bedarf kontinuierlicher Arbeit und wird Bernd Mockel zufolge wohl der Hauptverwendungszweck für das Preisgeld sein.

In Bedburdyck und Stessen dürfte nach den Worten von Hubert Klauth wohl vorrangig in zusätzlichen Blumenschmuck investiert werden. Auf ihren Lorbeeren ausruhen wollen sich die Prämierten keineswegs: Eher denken sie darüber nach, wie sich die Ergebnisse künftig womöglich noch optmieren lassen. Margarete Kranz regte in diesem Zusammenhang rechtzeitig vor dem nächsten Wettbewerb eine Abstimmung zwischen der Gemeinde und den Vereinen an. Zugleich will sie sich um eine genaue Aufschlüsselung der aktuellen Ergebnisse bemühen. Wisse man, welche Gesichtspunkte eine Rolle gespielt hätten, ließen sich etwaige Schwachpunkte womöglich noch rechtzeitig abstellen, meinte Mockel mit Blick auf die nächste Runde des Wettbewerbs. (S.M.)

(NGZ)
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