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Handball: Der Neusser HV behält kühlen Kopf

Handball : Der Neusser HV behält kühlen Kopf

Handball-Oberligist dreht gegen übermotivierten TV Aldekerk einen Vier-Tore Rückstand noch in einen 25:20-Sieg um

Emotionen gehören zum Sport dazu, zum Handball allemal. Doch wie sich der TV Aldekerk gestern Nachmittag im Oberliga-Duell beim Neusser HV auf dem Parkett und auf der Bank aufführte, war eindeutig des Guten zu viel.

Die Quittung für die übermotivierten Gäste: Zwei Rote Karten gegen Christian Welzel (3. Zeitstrafe) und Thomas Jentgens (grobes Foulspiel), eine Zeitstrafe gegen Trainer Achim Schürmann, der jegliche Souveränität vermissen ließ, die gemeinhin von einem Mann mit Nationalmannschafts- und Bundesliga-Erfahrung erwartet werden darf — und am Ende mit dem 20:25 (10:12) die dritte Saisonniederlage, die den TVA bei nun 5:9 Punkten aller Aufstiegsträume beraubt.

Der NHV hingegen hat sich mit dem sechsten Sieg in Folge vorerst im Spitzenquartett festgesetzt, in dem nach der 24:27-Niederlage von Borussia Mönchengladbach gegen den neuen Tabellenführer Bergische Panther nun nur noch zwei Teams ohne Niederlage sind.

Und das vollkommen zu Recht, denn die Neusser taten gestern in der aufgeheizten Atmosphäre das einzig Richtige: Sie behielten kühlen Kopf, beherzigten, dass zum Handball neben allem Kampf auch ein gewisses spielerisches Element — das den Gästen fast vollständig abging — gehört. Und sie zeigten, dass eine Deckung durchaus aggressiv sein kann, ohne gleich unfair zu werden.

Denn mit einer Steigerung in der nach einer frühen Auszeit von Trainer René Witte (11.) offensiver ausgerichteten Abwehr drehten sie noch vor der Pause einen 4:8-Rückstand (20.) in eine 12:10-Halbzeitführung, auch, weil dem zuvor glücklosen Philip Schneider drei Treffer in Folge gelangen.

Der stets hart angegangene Kreisläufer hatte es in der Hand, die Partie vorzeitig zu entscheiden, doch nach der 19:13-Führung durch Max Wilms (45.) scheiterten er und Jens Todtenhöfer binnen weniger Sekunden mit zwei Gegenstößen am gerade eingewechselten TVA-Schlussmann Christian Thommessen.

Und brachten Aldekerk so wieder ins Spiel und bis auf drei Tore heran (18:21, 56.). Letztlich waren es erneut Undiszipliniertheiten der Gäste, die verhinderten, dass es noch enger wurde. "Jetzt freuen wir uns auf die Spitzenspiele", meint Witte mit Blick auf die kommenden Aufgaben bei den Panthern (Samstag, 17.30 Uhr) und gegen TuSEM Essen II (18. November, 16.30 Uhr).

(NGZ)