Tennis : Der Meister kommt mit Topstar

BW Neuss startet am Freitag gegen Titelverteidiger Mannheim in seine 31. Saison in der Tennis-Bundesliga. Die Neusser hoffen auf Daniel Gimeno-Traver als Spitzenmann, die Gäste bieten Davis-Cup-Sieger Janko Tipsarevic auf.

Es ist angerichtet beim TC Blau-Weiß Neuss. Die Asche in bestem Zustand, das Grün gestutzt, die Terrasse herausgeputzt. Schließlich soll das Ambiente stimmen, wenn der Meister zu Gast ist. Mit dem Heimspiel-Doppelpack gegen Titelverteidiger Grün-Weiß Mannheim (heute, 13 Uhr) und Rot-Weiß Erfurt (Sonntag, 11 Uhr) startet der Tennis-Bundesligist in seine 31. Saison in der Eliteklasse — jeweils als Außenseiter.

"Das sind zwei echte Brocken. Wenn wir einen Punkt holen, gibt es Champagner. Bei zwei Punkten sogar zwei Flachen", kündigt Marc Raffel an. Für den Teamchef ist es ein Start mit vielen Fragezeichen, muss er doch gegen Mannheim auf nahezu alle Topkräfte verzichten: Albert Ramos (ATP 87) und Flavio Cipolla (112) weilen beim Challenger in Turin, sind erst am Sonntag ein Thema, wenn auch definitiv Andreas Haider-Maurer (78) hinzustößt.

Jesse Huta-Galung (110) weilt mit dem Davis-Cup-Team der Niederlande bereits in Südafrika. Hoffnung besteht allein beim spanischen Spitzenmann Daniel Gimeno-Traver (59), der gestern am späten Abend in Turin ausschied und womöglich heute Morgen noch den Gewalt-Trip an den Rhein wagt.

Auf jeden Fall muss Raffel gegen Mannheim mit drei Debütanten beginnen: Die Neuzugänge Federico del Bonis (ATP 198), Pablo Galdon (253/beide Argentinien) sowie Micke Kontinen (692/Finnland) feiern an den Positionen eins bis drei ihren Einstand an der Jahnstraße. Sollte Gimeno-Traver fehlen, rückt BW-Routinier Rafael Özelli an Position vier ins Team.

Beim Meister gibt man sich derweil vor dem Saisonstart kleinmütig: "Wir sind nicht der Favorit. Für uns gilt es wieder, die Großen ein wenig zu ärgern", sagt Mannheims Teamchef Gerald Marzenell, der seine Truppe ein Stück hinter den Topteams Aachen und Halle sieht.

Marzenell trainierte mit dem Kern seiner Mannschaft schon am Donnerstag an der Jahnstraße, die Aufstellung zeichnete sich dabei klar ab. Trotz seines gestrigen Ausscheidens im Doppel von Wimbledon wird die grün-weiße Nummer eins Jürgen Melzer wohl nicht nach Neuss nachreisen.

Dort schlug sich indes bereits ein anderer Topstar warm: Janko Tipsarevic, Nummer 29 der Welt und Davis-Cup-Sieger mit Serbien, wird Mannheims Team anführen — ein Duell mit Gimeno-Traver wäre durchaus Tennis-Feinkost. Auf den weiteren Positionen: Der frühere Dormagener Björn Phau (155), der Argentinier Juan Pablo Brzezicki (177) und Simon Stadler (285). Gut möglich also, dass Raffel den Champagner für Sonntag aufsparen kann.

(NGZ)