Korschenbroich : Der lange Weg zum Filmprofi

Der Steinforther Marc Wildschütz will in die Filmbranche. Im Gegensatz zu vielen Altersgenossen interessiert sich der 21-Jährige aber mehr für den Job hinter als vor der Kamera. Er studiert an einem Institut in Köln und hat jetzt seinen ersten Abschlussfilm fertiggestellt – ein Musikvideo im Barockstil.

Der Steinforther Marc Wildschütz will in die Filmbranche. Im Gegensatz zu vielen Altersgenossen interessiert sich der 21-Jährige aber mehr für den Job hinter als vor der Kamera. Er studiert an einem Institut in Köln und hat jetzt seinen ersten Abschlussfilm fertiggestellt — ein Musikvideo im Barockstil.

Das Video spielt im Barockzeitalter. Gezeigt wird ein opulentes Mahl – kritisch beäugt von Marc Wildschütz (unten links) und seinem Team. Foto: Lukas Richter

Steinforth Morgens um sechs Uhr ist endlich Drehschluss. Für Marc Wildschütz ein besonderer Moment: Der 21-Jährige aus Steinforth hat soeben die Dreharbeiten für seinen Abschlussfilm zum ersten Studienjahr am Institut "SAE" in Köln beendet. Dort studiert er "Digital Film and Animation". Den endgültigen Berufswunsch muss der Steinforther noch nicht festlegen, denn durch das Studium kann er später in den Bereichen Regie, Kamera, Licht oder Schnitt arbeiten. Sein Ziel ist allerdings klar: Er will in die Filmbranche.

Da bietet sich ein Dreh wie der des Musikvideos "Das große Fressen" für den Hip-Hop-Musiker Djin an. Gedreht wurde es auf einem Pferdehof im Sauerland und in der Villa Girmes in Grefrath-Oedt. Bis zum 25. August muss der Student zusammen mit Studienkollege Dominic Interthal den Film fertig haben und abgeben.

Marc Wildschütz, von seinen Freunden "Wildi" genannt, verbindet seine Leidenschaft für Musik und Film miteinander: Auf der Internetplattform Youtube stellte er bereits Hip-Hop-Videos für ein sogenanntes Videobattleturnier online. Dabei setzte er sich gegen 900 Konkurrenten durch und kam bis ins Viertelfinale. "Ich kann mir vorstellen, professionell Musikvideos zu drehen. Allerdings wird es durch das Internet immer schwieriger, exklusiv Musikvideos zu produzieren", sagt der Student.

Unterstützt wird der Nachwuchs-Filmemacher von seiner ganzen Familie: Mama Bettina kochte für die Filmcrew, Papa Markus lieh seinem Sohn den Wagen, um die Ausrüstung sicher zu transportieren. Sogar das Zinngeschirr der Oma musste mit zum Dreh. Viel Mühe erforderte der Aufbau des Filmsets, denn das Video spielt im Barockzeitalter — da darf eine reich gedeckte Tafel ebensowenig fehlen wie passende Kostüme für die Darsteller.

Schätzungsweise 300 Stunden Arbeit stecken in dem Film. "Dazu kommt noch die Planung", meint Wildschütz. Trotzdem funktioniert die Kooperation mit Musiker Djin reibungslos: "Wir kennen uns von vielen Festivals und treffen uns privat. Für die Zusammenarbeit kam der Abschlussfilm sehr gelegen."

Die Ideen zum Musikvideo holten sich die beiden durch Assoziationen zum Songtext und wie man diese im Video als Handlungsstrang verknüpfen könne. Auch wenn der Abgabetermin kurz bevorsteht, hat der 21-Jährige danach noch keine Pause: "Ich muss noch ein Musikvideo fertigstellen. Der Zeitplan ist zwar sehr eng, aber für kleinere Musikvideos bin ich immer offen", sagt Marc Wildschütz. Mit seinem Ergebnis ist er jetzt schon "sehr zufrieden" — und stürzt sich direkt wieder in die Arbeit.

(NGZ/rl)
Mehr von RP ONLINE