Jüchen : Der Glücksschwein-Züchter

Der Kelzenberger Landwirt Axel Eßer züchtet und verkauft rund 1800 Schweine pro Jahr – pro Woche tummeln sich rund 60 Ferkel in seinem Stall. Für ihn sind die Tiere natürlich Glücksbringer und sichern seinen Lebensunterhalt.

Der Kelzenberger Landwirt Axel Eßer züchtet und verkauft rund 1800 Schweine pro Jahr — pro Woche tummeln sich rund 60 Ferkel in seinem Stall. Für ihn sind die Tiere natürlich Glücksbringer und sichern seinen Lebensunterhalt.

Aber: "Ich bin froh, dass ich sie nicht schlachten muss", sagt er.

Zum Jahreswechsel geht nichts ohne sie — als Marzipanfigur, Seife oder Porzellantier: Glücksschweine. Bei Landwirt Axel Eßer hört man sie sogar quieken. Der Schweinezüchter (38) führt seit neun Jahren den elterlichen Keltenhof und kümmert sich um die Zucht, die sein Vater Hermann (74) in jahrzehntelanger Arbeit aufgebaut hat.

Kurz vor Silvester wird es lebhaft im Schweinestall: Rund 40 Ferkelchen springen um ihre Muttertiere unter der Rotlichtlampe herum, saugen kräftig an den Zitzen. "Mir haben die Schweine auf jeden Fall Glück gebracht", sagt der Landwirt. Obwohl sein Betrieb gut laufe, sei das Rheinland nicht der beste Ort, um eine Schweinezucht zu betreiben. "Viele meiner Kollegen haben es schwerer als ich."

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Axel Eßer führt einen von 35 506 Sauenbetrieben in Nordrhein-Westfalen. "Davon gab es 2007 nur 17 im Rhein-Kreis Neuss, in Jüchen sogar weniger als fünf", weiß Natascha Kreutzer, Pressesprecherin der Landwirtschaftskammer NRW. Der Kelzenberger arbeitet eng mit dem Mastbetrieb Frank Strube aus Rommerskirchen zusammen, "aber der ist auch der einzige hier in der Region".

80 Muttertiere und ein Eber sind in drei großen Ställen auf dem Keltenhof untergebracht. Sie schenken etwa 1800 Ferkeln pro Jahr das Leben. Wenn die Ferkel etwa zehn Wochen alt sind und 30 Kilogramm wiegen, werden sie zum Mästen abgeholt. Nach weiteren drei Monaten können sie an die Metzgereien verkauft und geschlachtet werden. "Das muss ich zum Glück nicht selbst machen", sagt Eßer erleichtert.

Sein Tag beginnt um 6.30 Uhr und endet abends, wenn die letzte Sau satt ist. Neben dem Verdienen des Lebensunterhaltes — für ein Schwein erhält Eßer 52 Euro — zählt bei ihm auch die Liebe zum Tier. "Als kleiner Junge hatte ich sogar mein eigenes Schwein: eine Sau namens Luzie." Noch genau erinnert er sich an das stattliche Muttertier, das viele Ferkel geboren hat. "Eine Sau kann bis zu 280 Kilogramm wiegen. Aber um die Leistung zu schaffen, müssen sie auch groß, schwer und stark sein."

Neben seinen Eltern, die im Betrieb helfen, ist seine Frau Nicole eine große Stütze für den Landwirt. "Wir haben uns vor 14 Jahren kennengelernt und sind in die Aufgaben hinein gewachsen." Auch Sohn René helfe gerne im Schweinestall.

Für 2011 hat Axel Eßer allerdings nur einen Wunsch: "Gesundheit und Zufriedenheit für die ganze Familie — das ist das Wichtigste. Und der Betrieb soll weiter gut laufen." Sicher helfen dabei die Schweine.

(NGZ)