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Jüchen: Der Feuerwehr fehlen 30 freiwillige Helfer

Jüchen : Der Feuerwehr fehlen 30 freiwillige Helfer

Die Jüchener Brandschützer suchen Verstärkung für ihre Löscheinheiten. Großer Hoffnungsträger bleibt die Jugendfeuerwehr.

Wenn es brennt, ist die Feuerwehr in wenigen Minuten vor Ort. Für viele eine Selbstverständlichkeit. Doch dafür braucht gerade die Freiwillige Feuerwehr genügend Mitglieder, um die Einsatzbereitschaft rund um die Uhr garantieren zu können. Laut Brandschutzbedarfsplan sollen das in der Gemeinde Jüchen genau 200 Feuerwehrleute sein. "Doch aktuell sind wir nur 170 – uns fehlen also 30 aktive Mitglieder", sagt Heinz-Dieter Abels (35), Leiter der Feuerwehr Jüchen.

Besonders dramatisch gestalte sich die Lage momentan im Löschzug Hochneukirch, wo nur 25 von 50 nötigen Stellen besetzt sind. Heinz-Dieter Abels setzt vor allem auf die Nachwuchsförderung: die Jugendfeuerwehr. Denn sie besteht momentan aus 32 Mitgliedern im Alter von zehn bis 18 Jahren, darunter drei Mädchen. In diesem Jahr sind drei Mitglieder der Jugendfeuerwehr in die aktive Wehr übergegangen, 2014 sollen es sechs sein. "Wir hoffen, die Personallücken vor allem in Hochneukirch so langsam stopfen zu können", sagt der 35-Jährige. Denn bis 2018 soll es in Hochneukirch rund 40 Feuerwehrleute geben.

Ein großes Problem in Jüchen: die Tagesverfügbarkeit der Einsatzkräfte. "Kaum noch jemand arbeitet tagsüber auch in dem Ort, in dem er wohnt", sagt Abels. "Und niemand kann – wenn es brennt oder ein Unfall passiert ist – so schnell aus der Stadt nach Jüchen, Gierath, Hochneukirch, Kelzenberg oder Waat kommen." Im vergangenen Jahr konnte die Feuerwehr aufgrund dieser Problematik für den Tagesdienst 14 Mitarbeiter des kommunalen Bauhofes gewinnen. "Doch das sind immer noch zu wenig", so Heinz-Dieter Abels.

Umso mehr will er gemeinsam mit Gemeindejugendfeuerwehrwart Julian Jungheim (27) den Fokus auf die jungen Florianer legen: "Wir möchten die Jugendlichen motivieren, später auch in die aktive Wehr überzugehen", sagt Jungheim. Er organisiert gemeinsam mit zwölf weiteren Betreuern in der Jugendabteilung für zwei Altersgruppen, die alle zwei Wochen im Wechsel zum Übungsdienst antreten, neben Theorieeinheiten und realistisch nachgestellten Übungen auch Ausflüge.

"Wir wissen vor allem die Kameradschaft in der Jugendfeuerwehr zu schätzen", sagen Nils Kock (17) aus Jüchen und Christian Dohmen (17) aus Hochneukirch. Beide werden demnächst auch zu realen Einsätzen fahren. Christian Dohmen hat dafür sogar bereits die erste Ausbildungsstufe erfolgreich absolviert. "Dass ich irgendwann vielleicht Menschenleben retten kann, reizt mich sehr", sagt der 17-Jährige, der durch Freunde auf die Jüchener Jugendfeuerwehr aufmerksam geworden war.

"Unterstützt wird die Jugendarbeit von Rat und Verwaltung mit einem jährlichen Budget aus dem Gemeindehaushalt, von dem Übungen oder Berufsfeuerwehrtage finanziert werden können", erläutert Abels. Um mehr Menschen für den Feuerwehrdienst zu begeistern, startet die Freiwillige Feuerwehr Jüchen schon seit einigen Jahren immer wieder Werbekampagnen – aktuell sind etwa Plakate in den örtlichen Linienbussen angebracht. "Wichtig geworden ist auch die Medienarbeit", fügt Julian Jungheim hinzu. So verfüge die Jugendfeuerwehr über eine eigene Homepage und ein stark genutztes Facebook-Profil.

Doch wie wird man Mitglied? "Eine kurze Mail genügt – jeder kann sich unverbindlich ein Bild von der Jugendfeuerwehr machen", sagt Jungheim.

(NGZ)