Jüchen : Der erste Blick ins sanierte Bad

Rund 1,1 Millionen Euro wurden in die Renovierung des Jüchener Hallenbades investiert: in Heizung und Lüftung, ein neues Dach und eine neue Decke sowie behindertengerechte Ausstattung. Für neue Badwassertechnik fehlt Geld.

Wer das sanierte Jüchener Hallenbad betritt, sieht Rot. Denn diese Farbe ist der dominante Ton am neuen Kassenhäuschen, aber auch in den Umkleiden, Spinden und Bänken. Ralf Segschneider, Leiter der Schwimmabteilung des TV Jüchen, wird höchstens rot vor Freude: "Nachdem die letzten Wasseruntersuchungen in Ordnung waren, kann hier ab Montag wieder geschwommen werden." Ab Dienstag, 10. Januar, ist das Bad für Nicht-Vereinsmitglieder offen.

Rund 1,1 Millionen Euro hat die Sanierung des Bades an der Stadionstraße gekostet. Dafür konnte die Gemeinde auf Mittel aus dem Konjunkturpaket II des Bundes zurückgreifen. "Ohne dieses Geld wäre eine solch umfangreiche Renovierung unmöglich gewesen", sagt Technischer Dezernent Oswald Duda. Durch ungeplante Arbeiten — eine Betonbodenplatte musste neu gegossen, Schalttechnik und eine Pumpe ausgetauscht werden — sind die Sanierungskosten um 50 000 Euro gestiegen. Wann der zweite Bauabschnitt beginnt, ist unklar.

Das ist neu Der Eingangsbereich wurde neu gestaltet. Kassenhäuschen und Badaufsicht sind jetzt in einem Raum untergebracht. "Mit einem Blick hat man fast alle Bereiche des Bades im Blick", sagt Ralf Segschneider. Auch Rollstuhlfahrer können die Schwimmstätte benutzten: Für sie gibt es zwei breitere Umkleiden mit direktem Zugang zur Halle sowie eine große Dusche mit WC. Die 15 Einzelumkleiden und zwei nach Geschlechtern getrennte Sammelumkleiden wurden um zwei größere Kabinen für Familien mit jüngeren Kindern ergänzt. Einrichten werden die TV-Mitglieder noch die Lagerräume: "Wichtig ist, dass wir schwimmen können und nicht, dass die Regale montiert sind", sagt Segschneider.

Das fehlt Die durchschnittliche Wassertemperatur soll 29,5 Grad betragen. Auf die bisherigen drei Warmbadetage (Temperatur: 32,5 Grad) will die Gemeinde aus Kostengründen verzichten. "So können wir 20 000 Euro pro Jahr sparen", sagt Duda. Ralf Segschneider kann künftig kein Babyschwimmen mehr anbieten. Er überlegt jetzt, nur die Schwimmgruppe mit älteren Kleinkindern fortzuführen.

So geht es weiter "Das Gebäude wurde umfangreich isoliert und genügt jetzt den Anforderungen der aktuellen Energie-Einsparverordnung — bis auf die Fenster", sagt der Dezernent. "Für den Austausch (Investition von rund 80 000 Euro) ist Geld im Etat 2012 eingestellt."

Wann die Badwassertechnik (etwa Rohre und Chlorgasanlage) erneuert werden kann, steht noch nicht fest. So lange hat Bademeister André Schürings (38) mehr Arbeit: Er wird noch Knöpfe drücken und Hebel manuell umlegen müssen.

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(NGZ/rl)