Korschenbroich : Der Bürgerbus boomt

Mit Rekordzahlen ist der Bürgerbus ins neue Jahr gestartet. Mehr als 500 Gäste fuhren im Januar mit, auch im Februar nutzen viele Korschenbroicher das Angebot. Im Herbst soll der Bus zwei Routen öfter befahren.

Alle acht Plätze waren besetzt – doch an der Haltestelle standen noch Bürger, die mitfahren wollten. Dreimal im Monat Januar konnte der Bürgerbus nicht jeden Wartenden mitnehmen, der Fahrer rief ihnen stattdessen ein Taxi. "Immer mehr Leute nehmen den Bürgerbus an. Wir sind sehr erfreut über diese positive Entwicklung", sagt Hubert Tokloth, Geschäftsführer des Bürgerbusvereins. Im April 2010 ist das Projekt gestartet, anfangs seien im Monat rund 250 Gäste mitgefahren, ergänzt der Vorsitzende Willy Schellen. "Im Januar 2012 waren es mehr als 500. Das ist Rekord."

Der Verein hofft auf rund 6000 Fahrgäste für dieses Jahr. 2011 nutzten bereits 4850 Bürger den Bus. "Wir denken derzeit darüber nach, wie wir die Fahrtrouten und Zeiten optimieren können", sagt Hubert Tokloth. Drei Routen gibt es bisher. Viermal täglich klappert der Bus die Routen eins (Glehn – Korschenbroich – Glehn) und zwei (Glehn – Kleinenbroich – Glehn) ab. Neunmal am Tag die Route drei (Glehn – Damm – Glehn). Die Routen eins und zwei sollten bald öfter angefahren werden, sagt Tokloth. Außerdem gebe es Pläne, noch eine vierte Route als Querverbindung zwischen Korschenbroich und Kleinenbroich zu installieren. "Wir wollen das spätestens bis zum Herbst umsetzen."

Änderungen müssten aber mit dem Konzessionsträger NEW, der Bezirksregierung und der Stadt abgestimmt werden. Mit einer Bürgschaft über 50 000 Euro unterstützt die Stadt das Projekt. "Der Bürgerbus verbindet die Stadtteile noch besser miteinander und fördert somit das Zusammengehörigkeitsgefühl", findet Bürgermeister Heinz Josef Dick. "Die Bürger können Veranstaltungsangebote in anderen Ortsteilen nutzen, dort einkaufen oder Freunde besuchen, die ohne Bus nicht so mobil sind." Zudem stärke der Bürgerbusverein das Ehrenamt in der Stadt, "weil er zeigt, was man als Bürger alles bewegen kann". Auch, wenn das Projekt derzeit gut läuft – einen zweiten Bus will der Verein vorerst nicht anschaffen. Ehrenamtliche Fahrer gibt's genügend: "Wir haben glücklicherweise einen großen Pool mit 46 Fahrern", erzählt Tokloth. "Und es ist erfreulich, dass sich immer noch Interessenten melden."

Wie schon in der Anfangszeit befördern die Ehrenamtler hauptsächlich Senioren. "Aber es kommen immer mehr Kinder dazu", sagt Schellen. Außerdem würden mittlerweile abends die Busse stärker genutzt. Schellen vermutet, die Kälte der vergangenen Wochen könnte dazu beigetragen haben, dass der Bürgerbus momentan so rund läuft. Mancher, der sonst zu Fuß gehe oder mit dem Rad fahre, teste bei eisigen Temperaturen den Bus. Schellen hofft, dass sie Gefallen daran finden und ihn auch später noch nutzen.

(NGZ)
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