Sportgeschichten (110): Dem Sport sind sie immer noch verbunden

Sportgeschichten (110): Dem Sport sind sie immer noch verbunden

Was machen eigentlich . . . die ehemaligen NGZ-Sportler des Jahres Elke Barth, Doris Baum, Susanne Kronenberg und Thomas Rupprath?

Rhein-Kreis Zum 40. Mal sucht die Neuß-Grevenbroicher Zeitung den "Sportler des Jahres". Die Abstimmung läuft von Samstag bis Montag, das Ergebnis wird, eingebettet in ein buntes Rahmenprogramm, am Donnerstagabend verkündet. Der "runde Geburtstag" ist der richtige Anlass, um nachzuhören, was eigentlich aus einigen ehemaligen "NGZ-Sportlern des Jahres" geworden ist. Eines eint alle Vier: Für Sport begeistern sie sich immer noch.

Elke Barth Den Anfang machte 1978 Leichtathletin Elke Barth, die heute Schmitz heißt. Zwei Jahre später hätte sie an den Olympischen Spielen in Moskau teilnehmen können - 1976 lief sie in Montreal mit der deutschen 4x400-Meterstaffel auf Platz fünf - der aus politischen Gründen verhängte Olympiaboykott Deutschlands machte ihr jedoch einen Strich durch die Rechnung. "Dies war ein trauriges Ende," sagt Elke Schmitz, "aber es gibt auch ein Leben nach dem Sport". Das Familienleben rückte bei ihr in den Vordergrund und sie zog mit ihrem Mann in die Voreifel, wo die Erzieherin auch heute noch wohnt. Die Verbindung nach Dormagen ist aber nie abgerissen. "Ich habe in Dormagen meine schönste Zeit verbracht und immer noch guten Kontakt zu meinem damaligen Trainer Herbert Missalla." Rückblickend hat die 61-Jährige einiges aus ihrer sportlichen Karriere gelernt: "Man ist gewappnet für das Leben, das auch seine Höhen und Tiefen hat, und man hat als Leistungssportler stärkere Nerven".

Foto: NGZ-Archiv

Doris Baum Die ehemalige Hürdenläuferin Doris Faßbender (geborene Baum) hat den Sport zu ihrem Beruf gemacht. Nachdem sie 1983 verletzungsbedingt aufhören musste, begann sie ihr Studium an der Deutschen Sporthochschule Köln und ist nun Lehrerin für Sport und Französisch am Pascal-Gymnasium in Grevenbroich. "Sport sollte mein Lebensmittelpunkt bleiben," sagt Doris Faßbender. Auch ihre drei Kinder schlugen alle einen sportlichen Lebensweg ein, zwei studierten ebenfalls an der Sporthochschule. "Oft fahre ich auch an Projekttagen mit meinen Schülern an die Hochschule. Das ist jedes Mal wie nach Hause kommen, ich treffe immer noch auf bekannte Gesichter," erzählt sie. Das Vermitteln von Sport macht der Grevenbroicherin viel Spaß, aber auch selbst treibt sie mehrmals die Woche Sport: "Ich mache viel Step Aerobic und spiele Volleyball. Allerdings im Freizeitbereich. Der Leistungssport hatte seine Zeit, jetzt geht es mir mehr um Spaß und die sozialen Kontakte."

Susanne Kronenberg Susanne Schneider (geborene Kronenberg) wurde 1982 zur Sportlerin des Jahres gewählt. Die Reiterin denkt gerne an ihre aktive Karriere zurück - unter anderem wurde sie Mannschafts-Europameisterin der Junioren in der Vielseitigkeitsreiterei. "Es war eine tolle Zeit, ich war viel unterwegs, sowohl im In- als auch Ausland," sagt die Neusserin, die weiterhin viel Bewegung in ihrem Alltag hat. Das Karriereende war durch eine Krankheit ihres Pferdes bedingt. "Der sportliche Gedanke bleibt aber immer verankert, auch wenn ich nicht mehr so viel Zeit habe, aktiv Sport zu treiben. In meinem beruflichen Alltag bin ich aber nur auf den Beinen," sagt die Grimlinghausenerin, die Gemüse anbaut und auf Wochenmärkten verkauft, mit einem Lachen, ich merke, dass ich immer noch eine gute Kondition habe und nicht so schnell schlapp mache."

Foto: Reuter Michael

Thomas Rupprath Gleich vier Mal den Titel "Sportler des Jahres" gewann Schwimmer Thomas Rupprath in den Jahren 1996 bis 1999. "Sportlich habe ich alles erreicht, was ich mir vorgenommen habe," sagt der zweimalige Olympia-Teilnehmer, "das alles hätte ich nicht geschafft, wenn der Neusser Schwimmverein nicht die Grundlagen dafür geschaffen und ich nicht die Unterstützung meines damaligen Arbeitsgebers, der RheinLand-Versicherung, gehabt hätte." Der zweifache Familienvater lebt seit mehr als zehn Jahren in Rostock, aber erinnert sich gerne an die Neusser Zeit zurück. "Der Titel NGZ Sportler des Jahres war immer wichtig für mich und jedes Mal eine besondere Auszeichnung, die mich stolz gemacht hat, und eine Honorierung meiner sportlichen Leistung." Mit dem Schwimmsport an sich hat der Silbermedaillen-Gewinner von Athen nur noch außerhalb des Wassers zu tun und kommentiert als Experte für Eurosport bei Top-Schwimmevents. Einen aktiven Lebensstil behält er jedoch weiterhin bei: "Sportlich habe ich nach meiner Karriere Golf für mich entdeckt. Auch wenn ich nicht wirklich gut darin bin, macht mir dieser Sport wahnsinnig viel Spaß und um mich körperlich fit zu halten, gehe ich regelmäßig ins Fitnessstudio," sagt Rupprath.

(hane)