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Dem HTC SW Neuss droht im Heimspiel der Absturz auf einen Abstiegsplatz

Hockey : Jetzt zeigt sich, aus welchem Holz der HTC geschnitzt ist

Schwarz-Weiß Neuss droht im Heimspiel gegen Rissen der Absturz auf einen Abstiegsplatz.

Das jetzt vier Tage zurückliegende „Null-Punkte-Wochenende“ mit den Niederlagen in der Landeshauptstadt beim DSD und dem DHC führte den HTC SW Neuss gedanklich in eine fast vergessene Zeit zurück. 1990 hatte der damalige Teammanager Horst Busse angekündigt, das zwischenzeitlich bis in die Verbandsliga abgestürzte Gründungsmitglied der deutschen Eliteklasse (1969/70) wieder an die nationale Spitze führen zu wollen. Seither gehörte Schwarz-Weiß stets der Ersten oder Zweiten Bundesliga an.

Damit könnte es nach dieser Saison tatsächlich vorbei sein, denn seit dem Wochenende droht aus dem einstigen Grenzgänger zwischen Bundesliga-Ober- und Unterhaus ein Abstiegskandidat zu werden. Setzt es am Samstag (16 Uhr) im Heimspiel an der Jahnstraße gegen den THK Rissen die dritte Pleite in Folge, könnten die Neusser zum ersten Mal auf einen Rang abrutschen, der sie am Ende der Saison auf direktem Weg in die Regionalliga West befördert. Eine Horrorvorstellung, die Trainer Matthias Gräber am liebsten gar nicht in die Köpfe seiner Schützlinge lassen würde. „Wenn wir das jetzt thematisieren, werden gerade die jungen Spieler noch nervöser.“ Darum schlägt er in der mentalen Vorbereitung auf das so wichtige Match eine komplett andere Richtung ein. „Wir müssen eine Reaktion zeigen“, fordert er selbstbewusst und sagt auch genau, was er sich darunter vorstellt: Ein irgendwie erzitterter 1:0-Sieg sei nicht genug, „eigentlich müssen wir Rissen richtig weghauen!“

Ungewohnt forsche Töne, die freilich nicht von mangelndem Respekt vor den Hamburgern zeugen. Der Coach will ein Team, das mit breiter Brust in die restlichen Hinrundenspiele gegen Rissen, den Gladbacher HC und Hannover geht. „Ich will nicht hören, ‚oh, das wird aber schwer, Gladbach ist gut drauf und in Hannover haben wir schon oft große Probleme gehabt’. Nein, wir müssen zurück zu alten Tugenden finden und im Kreis unsere Chancen konsequent zu Toren nutzen.“ Genau das sei eines der Hauptprobleme der Partien des vergangenen Wochenendes gewesen. Die gemeinsame Videosession mit Szenen der Partie beim Düsseldorfer HC brachte noch eine weitere Erkenntnis. Gräber: „Wir müssen endlich mal aus unseren Fehler lernen. Wir machen in der Abwehr zu viel Ball-Watching, gegen uns ist es halt total einfach, ein Tor zu schießen.“ Das Lokalduell in Oberkassel habe jedoch auch gezeigt, so Gräber weiter, „dass wir, wenn wir konzentriert verteidigen, auch gegen die Großen der Liga bestehen können. Ich erwarte, dass unsere Leistungsträger jetzt vorweg gehen.“