Hockey : Dem Aufsteiger fehlt es an Routine

Neulinge müssen ohnehin oft Lehrgeld bezahlen. Wenn nach einem Aufstieg dann auch noch die beiden Spieler mit der meisten Erfahrung abmustern, wird's doppelt schwer.

Deshalb sagt Andreas Bauch mit Blick auf die Samstagnachmittag mit dem Lokalkampf beim Crefelder HTC startende Spielzeit der Feldhockey-Bundesliga, die erste nach dem Wiederaufstieg des HTC Schwarz-Weiß Neuss, auch unmissverständlich: "Das wird eine schwere Saison. Wir spielen ganz klar gegen den Abstieg."

Schließlich muss der 38-Jährige in Gestalt von Uli Klaus (34) und Thomas Draguhn (34) auf zwei Spieler verzichten, die kaum jünger sind als er — Klaus will seine Karriere beim Gladbacher HTC ausklingen lassen, Draguhn musste seine aus beruflichen Gründen — der Jurist ist in einer Düsseldorfer Anwaltskanzlei mit Sitz auf der "Kö" im Fachbereich Handels- und Gesellschaftsrecht tätig — bereits beenden. "Natürlich fehlt uns dadurch Routine", sagt Bauch.

Kompensiert werden soll das durch jugendlichen Schwung: Ivo Otto (22), jüngerer Bruder des Ex-Neussers Yannik Otto, soll Draguhns Abwehrpart übernehmen, Sebastian Lehrke (20) die Fäden im Mittelfeld ziehen. Dafür bringt wenigstens der dritte Neue im Bunde, Axel Schmitz (32), Routine und Erstliga-Erfahrung mit: Der Kölner soll auf der rechten Abwehrseite die Position von Simon Starck (34) einnehmen, der sich nun ganz auf seinen Trainerjob bei den Neusser Damen konzentriert und nur noch gelegentlich bei seinem Stammvereins Marienburger SC ein wenig aushilft.

Eigentlich hat Schwarz-Weiß noch einen vierten Neuzugang. Denn Torhüter Martin Wagner (29) hat, seit er sich in der Hallensaison die Achillessehne riss, kein Punktspiel mehr bestritten. "Er ist richtig heiß", sagt Bauch und sieht in dem für Neusser Verhältnisse vollkommen ungewohnten Konkurrenzkampf zwischen den Pfosten zwischen Wagner und Junioren-Nationaltorhüter Lennard Leist (19) "einen echten Vorteil für uns."

Eine Nummer eins hat sich in der Vorbereitung nicht herauskristallisiert. Deshalb weiß der Trainer noch nicht, wer von beiden morgen und tags darauf beim Harvestehuder THC anfängt. Verzichten muss er auf jeden Fall auf Patrick Joseph, dessen jüngerer Bruder Robin nach Neuss zurückgekehrt ist, aber wohl erst zur Rückrunde ins Geschehen eingreifen wird, und wohl auch auf Sebastian Draguhn, der im juristischen Examen steht. Das macht die beiden Auftaktaufgaben nicht einfacher. Trotzdem sagt Bauch: "Je eher wir anfangen zu punkten, desto besser."

(NGZ)