Delhoven hat noch alle Chancen vor dem Relegations-Rückspiel

Fußball : Delhoven lässt sich nicht unterkriegen

Bezirksliga: Beim haushohen Favoriten aus Velbert schlägt sich der FC achtbar und hat im Rückspiel noch alle Chancen

Vor dem Relegations-Hinspiel gegen den vorher als „undankbarsten Gegner“ ausgerufenen SSVg Velbert II musste Dennis Kessel, Trainer des FC Delhoven, erst einmal Ortskunde betreiben. „Wo liegt Delhoven eigentlich überhaupt“, fragten die ahnungslosen Gastgeber. Wo Delhoven liegt, dürften die hochfavorisierten Velberter mittlerweile wissen – und ebenso, zu welch kämpferischer Leistung die Dormagener in der Lage sind.

Nach dem 0:1 im Hinspiel ist nämlich noch „alles offen“, so Kessel. Zwar hätte der Noch-Bezirksligist aufgrund der Auswärtstorregel einen Treffer in Velbert „gerne mitgenommen“, doch die Ausgangslage ist für den FC keinesfalls ein Grund, die Köpfe hängen zu lassen: „Wir liegen quasi nach der ersten Halbzeit 0:1 zurück“, bewertet Kessel die Situation nach den ersten 90 Minuten. Eine Situation, die vor dem Spiel so keiner zwingend erwartet hätte, selbst Kessel nicht. Da Velbert von einer äußerst fragwürdigen Regelung profitiert, die es ihr erlaubt, einige Oberliga-Spieler einzusetzen, hat die Mannschaft der SSVg laut Kessel „nichts mit einer Relegationstruppe zu tun“.

Umso beeindruckender wiederum ist die Leistung seiner Mannschaft. „Die Jungs haben eine Riesenpartie gemacht. Wir sind ans absolute Limit gegangen“. spricht Kessel seiner Truppe ein Lob aus. Velberts Oberligaspieler brachten jedoch „enorme Qualität“ mit und waren oft nur durch Fouls zu stoppen. Einen  solchen Freistoß nutzten die Hausherren dann in der 83. Minute, als der eingewechselte Erencan Önel nach einer Flanke völlig frei vor Schlussmann Kevin Müller auftaucht und den Ball problemlos ins Tor schiebt. „Das Gegentor an sich war natürlich bitter. Aber das 1:0 ist gerecht“, räumt Kessel ein.
Nach den vielen Enttäuschungen der letzten Wochen ist man in Delhoven jetzt nach dem „achtbaren Auftritt“ in Velbert gewillt, im Rückspiel alle verfügbaren Kräfte zu mobilisieren. „Wir wollen als Team die individuelle Klasse besiegen“, appelliert Kessel und ergänzt, „Wir haben uns jetzt 90 Minuten kennengelernt. Wir wissen, was auf uns zukommt“. Und wer weiß, was möglich ist, wenn am Samstag ab 17 Uhr das nötige Spielglück ausnahmsweise auf Seiten Delhovens ist. Zumindest dürfte nun mittlerweile jeder in Velbert wissen, wo Delhoven liegt und zu was diese Mannschaft in der Lage ist.

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