Fußball-Landesliga : Bei der HSG drückt defensiv der Schuh

Die Holzheimer sind als Tabellensiebter der Fußball-Landesliga in die Corona-Pause gegangen. Eine Platzierung, die sie gerne behalten würden. Doch dazu müssen die Abstimmungsprobleme in der Defensive und die Personalnöte in den Griff bekommen werden.

Nachdem die Holzheimer SG in der Spielzeit 2019/2020 lange hatte zittern müssen und dann auch wegen des Corona-bedingten Saisonabbruchs in der Fußball-Landesliga geblieben war, sollte unter dem schon im Winter gekommenen Trainer Hamid Derakhshan in der neuen Saison alles besser, sprich die Weichen schon frühzeitig auf Klassenerhalt gestellt werden. Was die Tabellenplatzierung anbelangt, scheint die HSG als Siebter vor der Corona-Unterbrechung auf einem guten Weg gewesen zu sein, doch die Abstände nach unten sind hauchdünn. Allerdings hat Holzheim auch ein Spiel weniger absolviert als die direkten Konkurrenten.

Saisonverlauf Was für ein berauschender Saisonstart für die Holzheimer, die daheim die DJK/VfL Giesenkirchen mit 6:0 abfertigten, wobei Angreifer Maurice Girke in der zweiten Hälfte sogar ein Hattrick gelang. Doch dieses hohe Anfangstempo konnte die HSG nicht halten. Im weiteren Verlauf gab es drei Niederlagen, wobei es für Holzheim immer mindestens drei Gegentreffer hagelte. Dank des knappen 1:0-Erfolges in Wülfrath und eines Unentschiedens (2:2) im letzten Spiel vor der Saisonunterbrechung daheim gegen Vohwinkel kamen immerhin sieben Zähler zusammen, die einen Nicht-Abstiegsplatz einbrachten.

Das war gut So ziemlich jeder Trainer im Amateurfußball klagt im Saisonverlauf mal über zu viele Verletzungen, aber was die Holzheimer im ersten Saisonabschnitt mitmachen mussten, war schon extrem. Sowohl in der Offensive als auch in der Defensive standen häufig gestandene Kräfte nicht zur Verfügung. Das ist natürlich nicht gut, der Umgang mit dieser Situation aber sehr wohl. „Die Spieler, die hinten dran waren und dann eingesprungen sind, haben ihre Sache sehr gut gemacht. Mit der Entwicklung sind wir sehr zufrieden“, sagt HSG-Coach Hamid Derakhshan. Insgesamt sieht er in seiner Mannschaft auch eine Weiterentwicklung im Vergleich zur Vorsaison. „Im Training erlebe ich ein anderes Tempo, eine bessere Technik und auch taktische Verbesserungen“, erklärt Derakhshan. Was die Taktik anbelangt, seien seine Spieler viel flexibler geworden und könnten so besser auf den jeweiligen Gegner reagieren. 

Das war schlecht Zufrieden können die Holzheimer sicher nicht mit ihrer Defensivleistung sein. Zwei Gegentore im Schnitt sind definitiv zu viel, insbesondere bei den drei Niederlagen taten zweimal drei und einmal vier Treffer des Gegners richtig weh. Die Analyse des Trainerteams förderte schnell zutage, dass diese Schwäche mit der permanent angespannten Personalsituation zu tun hatte. „Tom Nilgen, Joel Trotzki und Pierluigi Principe sind unsere drei Stamm-Innenverteidiger und die waren selten alle gleichzeitig an Bord“, erklärt Hamid Derakhshan. So habe es auch wegen anderer Verletzung nie eine Formation gegeben, die sich über mehrere Partien einspielen konnte. „Und die Defensive braucht nun mal nicht nur ein Konzept, sondern auch Abstimmung. Sowohl in der Kette als auch im gesamten Verbund“, betont der Coach. Schlecht waren natürlich auch die permanenten Ausfälle, wobei Derakhshan die Gründe dafür nicht in den eigenen Reihen sieht. Die meisten Verletzungen seien durch Fouls entstanden.

Personalien Seine große Zufriedenheit mit den Spielern, die sich durch die Verletzungsmisere plötzlich in der ersten Elf wiederfanden, hat Hamid Derakhshan schon zum Ausdruck gebracht. Besonderen Spaß hatte er an Gianluca Cammarosano, der eigentlich noch A-Jugend spielen kann, jetzt aber schon auf fünf Einsätze in der Landesliga kommt. „Er hat sich im zentralen Mittelfeld toll eingebracht und offensiv Akzente gesetzt“, sagt der Coach. Hoch erfreut ist er natürlich auch darüber, dass schon 21 Spieler ihre Zusage für die nächste Saison gegeben haben.

Ausblick Anders als beim ersten Lockdown in diesem Jahr lässt das HSG-Trainerteam den Spielern mehr Freiheiten. „Wir machen ein bis zwei Cybereinheiten pro Woche, ansonsten trainieren die Jungs individuell“, sagt Derakhshan. Ohne konkreten Starttermin sei es schwer, auf etwas hinzuarbeiten. Sobald feststünde, wann es weitergeht, werde das Training wieder intensiviert. „Und wenn es wieder losgeht, werden wir stärker sein“, verspricht Holzheims Trainer.