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Kader des Ringer-Bundesligisten KSK Konkordia Neuss: Das Ziel lautet wieder: Play-off

Kader des Ringer-Bundesligisten KSK Konkordia Neuss : Das Ziel lautet wieder: Play-off

Von Volker Koch

Von Volker Koch

Mit den Zusagen der beiden griechischen Vizemeister Michail Oganesidis und Theoharis Kemeridis hat Ringer-Bundesligist KSK Konkordia Neuss seine Personalplanungen abgeschlossen. Alles in allem umfasst der Kader für die bereits am 16. August mit dem Heimkampf gegen den AV Markneukirchen startende Saison 25 Namen. Das Ziel lautet wieder: Erreichen der Play-off-Runde. Auch Sergyi Skrypka (l.) bleibt dem KSK Konkordia Neuss in den nächsten Bundesliga-Saison erhalten. Mit den zahlreichen Neuverpflichtungen versuchen die Neusser den Erfolg des Vorjahres zu wiederholen: Sie wollen wieder in die Play-off-Runde.

Doch das, davon ist KSK-Präsident Hermann J. Kahlenberg überzeugt, wird schwerer als in der vergangenen Saison, als die Neusser als Vierter der Nordgruppe im Viertelfinale der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften am späteren Titelträger VfK Schifferstadt scheiterten. "Wir verfügen zwar über die stärkste Mannschaft, die wir jemals hatten", blickt Kahlenberg auf den 25 Namen umfassenden Kader, der gegenüber dem Vorjahr keinen nennenswerten Abgang, aber gleich vier hochkarätige Zugänge zu verzeichnen hat.

Nur: "Alle anderen haben sich mindestens genauso verstärkt, wenn nicht noch mehr aufgerüstet als wir". Der KSK-Chef richtet sich auf einen harten Konkurrenzkampf um die vier Play-off-Plätze ein, für die wohl sieben der zehn Vereine aus der Nordgruppe in Frage kommen. Der 1. Luckenwalder SC und der AV Germania Markneukirchen sind für ihn die Top-Favoriten, denen wohl keiner das Wasser reichen kann. Dahinter werden sich aller Voraussicht nach TuS Jena, die RWG Halle/Merseburg/Leuna, der enorm verstärkte KSV Witten, der einzig verbliebene NRW-Rivale in der Ersten Liga, die auf eigenen Antrag aus der Südgruppe versetzte RWG Mömbris-Königshofen und eben der KSK Konkordia um die beiden restlichen Plätze streiten.

Die KG Greiz/Mohlsdorf, FC Erzgebirge Aue und Aufsteiger KG Rostock-Warnemünde sollten, so die erste vorsichtige Einschätzung, eher um den Klassenerhalt kämpfen. "Das wird eine unglaublich spannende Saison", ist Kahlenberg überzeugt. Wie stark die zweigeteilte Bundesliga mittlerweile ist, macht Kahlenberg an einem Beispiel deutlich: "Mit unserer Mannschaft aus der vergangenen Saison wären wir vor sechs, sieben Jahren Deutscher Meister geworden... ". Und was passiert, wenn im Zuge der EU-Osterweiterung die Ausländerbeschränkung für Polen, Ungarn oder Tschechen wegfällt, daran möchte der KSK-Chef lieber gar nicht denken: "Da werden wir gegen die Vereine aus den neuen Bundesländern überhaupt keine Chance mehr haben, weil die dann allein schon geographisch einen riesigen Standortvorteil haben. Und bessere Trainingsbedingungen besitzen die jetzt schon... "

Um so mehr, als sich der Baubeginn des geplanten KSK-Trainingszentrums auf dem Gelände des Nordparkbades weiter verzögert. Wenigstens steht die Mannschaft, die für die ersten drei Heimkämpfe aus dem gewohnten Bundesliga-Domizil Stadionhalle - dort werden während der Sommerferien neue Tribünen eingebaut - in die Hammfeldhalle umziehen muss. Als letzte Neuzugänge setzten jetzt die beiden griechischen Vizemeister Michail Oganesidis und Theoharis Kemeridis ihre Unterschriften unter den Vertrag. Aus den Erfahrungen der Vergangenheit klug geworden, kauften die Neusser diesmal keine "Katze im Sack": Trainer Leo Schwindt und der Sportliche Leiter Matthias Hiller flogen eigens zu den griechischen Freistil-Meisterschaften nach Athen, um die Neuen persönlich unter die Lupe zu nehmen.

Oganesidis ist erst 17 Jahre alt, erkämpfte sich trotzdem die Vizemeisterschaft in der Klasse bis 55 Kilogramm. Er soll nur in der Hinrunde eingesetzt werden - nach dem Stilartenwechsel zur Rückrunde kämpft Sergyj Skrypka in dieser Kategorie - und wird deshalb bis Ende Oktober auch durchgängig in Neuss leben. Sechs Jahre älter ist Theoharis Kemeridis, der amtierende Vizemeister in der Klasse bis 74 Kilogramm; 2000 und 2001 war er jeweils Meister in der Klasse bis 69 Kilogramm. Kemeridis wird die gesamte Saison bestreiten und deshalb zu den Kämpfen anreisen.

Die beiden Griechen komplettieren das Quartett der Neuen, zu dem noch der starke Russe Kakhabre Doborjginidze (66 Kilogramm) und Patrick Zimmermann (96 Kilogramm) gehören; zum erweiteren Erstliga-Kader zählen der wie Zimmermann (22) aus Bonn gekommene Sascha Schüller (17) ebenso wie mit Mikhail Efremov (16), Manfred Grothe (19), Fatih Cinar (19), Hakan Sel (20) und Dennis Brotzmann (21) fünf Akteure aus dem eigenen KSK-Nachwuchs. "Damit kommen wir auf ein Durchschnittsalter von 25 Jahren", hat Kahlenberg ausgerechnet.

Der Kader in der Übersicht, 55 kg: Michail Oganesidis (17), Mikhail Efremov (16) - für Notfälle steht auch der Schwede Johnny Wiegerth (29) noch zur Verfügung. 60 kg: Sergyj Skrypka (27), Anestis Karakasis (27) - für Notfälle können auch Zsolt Bankuti (27) und Guido Deckenhoff eingesetzt werden. 66 kg: Sevket Karapinar (29), Kakhabre Doborjginidze (26), Manfred Grothe (19), Gotsja Papajswili (31). 74 kg: Theoharis Kemenidis (23), Walentin Birk (30), Schüller (17), Fatih Cinar (19), Hakan Sel (20). 84 kg: Max Schwindt (24), Jackson Vaillant Cantero (29), Erich Marjalke (35), Dennis Brotzmann (21). 96 kg: Patrick Zimmermann (22), Konstantinos Falias (24).

120 kg: Martin Moizek (27), Jan-Ake Forslund (29). Aus dem erweiteren Bundesliga-Kader sind am Wochenende vier Nachwuchs-Ringer bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften am Start: Hakan Sel und Sascha Schüller bei den Titelkämpfen im griechisch-römischen Stil, die in Frankfurt/Oder ausgetragen werden, Mikhail Efremov und Sascha Grothe im Freistil in Langenlonsheim. Die besten Medaillenchancen besitzt hier allerdings Superschwergewichtler Mark Schmitz.

(NGZ)