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Gelingt dem TSV Bayer der erste Sieg gegen Solingen?: "Das wird mit Sicherheit ein ganz heißer Tanz"

Gelingt dem TSV Bayer der erste Sieg gegen Solingen? : "Das wird mit Sicherheit ein ganz heißer Tanz"

Von Volker Koch

Von Volker Koch

Einen besseren Abschluss der Hinrunde hätte der Terminplaner der Zweiten Handball-Bundesliga Süd kaum hinbekommen können: Am Freitag um 20 Uhr stehen sich Bayer Dormagen und SG Solingen im Lokalkampf gegenüber.

Für eine Handvoll Akteure ist die Partie am Freitag ein ganz besonderes Spiel. Angefangen bei Kai Wandschneider. Der Dormagener Handball-Lehrer wartet nämlich noch auf den ersten Sieg über die SG Solingen unter seiner Regie als Cheftrainer. Denn die Bergischen haben die letzten drei der insgesamt sechs Lokalduelle für sich entschieden: Mit 29:23 und 31:30 in der vergangenen Saison, mit 31:27 am 10. März 2001.

Da spielten beide Klubs noch in der Ersten Liga, saß nach der Entlassung von Gudmundur Gudmundsson dessen bisherigen Assistent Kai Wandschneider zum ersten Mal als Cheftrainer auf der Bayer-Bank. Ansonsten ist von den handelnden Personen der damaligen Partie am Freitag Abend niemand mehr dabei. Dennoch gibt es drei Spieler, für die das Aufeinandertreffen im TSV-Bayer-Sportcenter am Freitag nichts Alltägliches ist: Sie trugen nämlich in der vergangenen Saison noch das Trikot des Kontrahenten.

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Einer aus dem Trio, Ivan Ivisic, sitzt wegen eines gebrochenen Daumens allerdings nur auf der Tribüne. Wie der kroatische Linkshänder, wechselte auch Marcel Leclaire im Juni aus Dormagen auf die andere Rheinseite, nachdem er zuvor acht Jahre lang das Trikot mit dem Bayer-Kreuz auf der Brust getragen hatte: "Zum ersten Mal gegen den Verein zu spielen, bei dem ich bisher am längsten gewesen bin, ist schon etwas ganz Besonderes", sagt der Torhüter, der weiterhin in Dormagen wohnt und im dortigen Bayer-Werk arbeitet.

Den umgekehrten Wechsel vollzog Martin Baekhoej, der allerdings nur eine Saison in Solingen aktiv war. Bergische Wurzeln haben auch Matthias Aschenbroich und Daniel Dembski, die beide aus der Jugend der SG kommen. Unter all diesen Vorzeichen wird verständlich, warum Wandschneider sagt: "Das wird mit Sicherheit ein ganz, ganz heißer Tanz." Einer, in dem die Dormagener nicht nur kühlen Kopf bewahren müssen: "Wir müssen mit genau der Power und der Leistungsbereitschaft in die Partie gehen wie in Gensungen", fordert der Trainer, stellt aber auch klar: "Wir sind leicht favorisiert, diese Rolle müssen wir auch annehmen."

Die leichte Favoritenstellung gewinnt er aus dem Blick auf die Tabelle, in der der TSV (23:9) fünf Punkte Vorsprung hat, und auch mit Blick auf seinen Kader: "Ich denke, dass wir da ein Quäntchen besser besetzt sind." Trainerkollege Heino Kirchhoff hatte mit insgesamt zehn Zugängen noch zwei Spieler mehr zu integrieren als Wandschneider, wobei er vier noch aus seiner Zeit beim Regionalligisten TV Wermelskirchen kannte: Ulli Kriebel, Mathias Deppisch, Tim Zulauf und Lukas Schumacher.

Sie, die beiden Ex-Dormagener Ivisic und Leclaire, der aus Hagen gekommene Daniel Hammes, die Wuppertaler Simon Kluge und Sebastian Hinze und der niederländische Nationaltorhüter Gerrie Eylers sollten die namhaften Abgänge von Vladimir Suma, Robert Nijdam, Thomas Schlich, Ivan Zoubkoff und eben Martin Baekhoej ersetzen bisher bestens gelang, denn auf Platz sechs stehen die Solinger zur Zeit nur einen Rang schlechter da als in der Abschlusstabelle der vergangenen Saison.

Aus der der spielende Co-Trainer Jörg Müller, Sandro Borschka, der Ex-Dormagener Dirk van Walsem und Mathias Fuchs, der jüngere Bruder des früheren Bayer-Kreisläufers Thomas Fuchs, noch übriggeblieben sind. Solingen lebt dabei von "einer sehr starken, aggressiven 3-2-1-Abwehr, die eine der besten der Liga ist", findet Wandschneider. Die Gegentor-Tabelle der Liga gibt ihm Recht. Angeführt wird sie von der TSG Melsungen (22,9 Gegentore pro Spiel) vor der TSG Friesenheim (23,33) und der HSG Düsseldorf (23,66). Hinter Dormagen (23,75) folgen Solingen (25,3) und der TV Gelnhausen (25,4).

Im Angriff leben die Solinger vornehmlich von den Treffern des Alois Mraz. Der tschechische Nationalspieler traf aus dem linken Rückraum in 16 Spielen bisher 146 Mal und führt mit dieser Zahl mit Abstand die Torjägerliste der Zweiten Liga Süd an; Zweiter ist Michael Tonar (Aue) mit 122 Treffern. In der Liste der Feldtore (ohne Siebenmeter) liegt Mraz mit 90 Treffern hinter Tonar (113) gemeinsam mit dem Oßweiler Marco Huth auf Platz zwei.

Zum Vergleich: Dormagens beste Werfer sind Rainer Hantusch (62/0) und Matthias Aschenbroich (61/5). Eine Manndeckung für Mraz plant Wandschneider dennoch nicht. 1500 Karten waren bis Mittwoch bereits für die Partie am Freitag im Vorverkauf abgesetzt.

Um den Zuschauerzuspruch noch weiter anzukurbeln und möglichst die bisherige Rekordmarke bei einem Meisterschaftsspiel von 1850 gegen Melsungen zu überbieten, hat sich der TSV in Zusammenarbeit mit Sponsoren einiges einfallen lassen. Der 2000ste Besucher erhält einen hochwertigen Bürostuhl von TSV-Sponsor Kinnarps, für den 1000sten und den 1500sten Besucher stellt das Autohaus Toyota Heinen zwei Autos für je ein Wochenende zur Verfügung.

Außerdem gewinnt jeder 200ste Besucher eine Freikarte für das nächste Lokalderby am 30. Januar gegen Düsseldorf. Karten gibt es in der TSV-Geschäftsstelle, telefonische Vorbestellung ist unter 02133/516903 möglich.

(NGZ)