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Fußball: "Das macht mich auf jeden Fall richtig stolz"

Fußball : "Das macht mich auf jeden Fall richtig stolz"

Innenverteidiger Marcel Koch (21) legte mit dem Fußball-Oberligisten SC Kapellen eine überragende Hinrunde auf den grünen Rasen

Kapellen Am Donnerstag war beim SC Kapellen Zahltag. An der Erft ist das noch echte Handarbeit, und so war Vorsitzender Jupp Breuer einer der Ersten, der Marcel Koch zur Wahl "NGZ-Sportler des Monats" gratulieren konnte. Einen Extrabonus gab es dafür natürlich nicht, dazu ist der SCK-Boss viel zu sehr Kaufmann, aber immerhin ein dickes Lob: "Das hat er sich verdient.

Eine zusätzliche Zuwendung finanzieller Natur käme Marcel Koch ohnehin nie in den Sinn. Dass er es zum Stammspieler beim zweitbesten Team der Hinrunde gebracht hat, ist ihm Belohnung genug. "Das macht mich auf jeden Fall stolz. Das kann man auch ganz ehrlich sagen." Er sieht sich jedoch als Stellvertreter für die gesamte Mannschaft, "die mir den Einstieg hier sehr leicht gemacht hat. Dafür möchte ich mich bedanken. Genau wie bei allen, die mich gewählt haben. Ich war schon ganz schön überrascht, als ich auf einmal mein Bild in der Zeitung gesehen habe. Das hat mich super gefreut."

Eigentlich als Mann für die in der Bezirksliga spielende Zweitvertretung zu seinem Heimatverein zurückgekehrt, war der 21-Jährige direkt zur Stelle, als Trainer Markus Anfang nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Ruben Reichel, Dalibor Cvetkovic, Robin Kreis und Sükrü Ak händeringend Defensivpersonal suchte. Koch nutzte seine Chance auf Anhieb, hat als in allen 19 Partien der Hinrunde eingesetzter Innenverteidiger großen Anteil am Höhenflug des SCK. Sonderlich zu überraschen weiß das den Blondschopf freilich nicht. "Klar, du brauchst einen Trainer, der an dich glaubt, aber ich war mir immer ziemlich sicher, dass ich das packe." Immerhin hatte ihm sein ehemaliger Jugendtrainer Bernd Köller sogar mal ein Probetraining bei den Amateuren des MSV Duisburg in der NRW-Liga verschafft. Deren Coach Markus Reiter war von dem 1,94 Meter großen Schlaks offenbar so begeistert, dass er ihn gleich im Testspiel gegen den FC Twente Enschede einsetzen wollte. Aber da brütete der hoffnungsvolle Jungkicker am Wirtschaftsgymnasium des Berufsbildungszentrums (Grevenbroich) gerade über seiner Abi-Klausur. "Ich habe danach wochenlang überlegt, ob ich den Schritt machen sollte, mich dann aber doch für den sicheren Weg entschieden." Also tauschte er sein Fußballtrikot gegen Anzug und Krawatte und ließ sich bei der Sparkasse Neuss zum Bankkaufmann ausbilden. Nicht die schlechteste Entscheidung. "Mir gefällt's gut da", sagt er. Schriftlich ist er schon durch, im Januar folgt die mündliche Abschlussprüfung.

Seine Karriere als Fußballer will der Blondschopf indes weiter vorantreiben, die Oberliga Niederrhein muss nicht zwangsläufig das höchste der Gefühle sein. "Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass da auch noch mehr geht", verrät er, "ich bin ja erst 21". Das Rezept, wie in einem starken Team ein Stammplatz zu erkämpfen ist, kennt er jedenfalls genau: "Du brauchst einen super Trainer, ein gutes Bauchgefühl, dazu eine positive Anspannung und eine breite Brust." Die Position spielt dabei nicht die entscheidende Rolle, Hauptsache, sie liegt im hinteren Bereich, "denn ich sehe das Spiel gerne vor mir".

Uwe Pommer aus Neuss hat den Trainingsgutschein im Wert von 50 Euro der medicoreha gewonnen.

(NGZ)