Das Förderkonzept der „Partner für Sport und Bildung“ (PSV) trägt.

Fechten : Auf dem Sprung zu Olympia 2020

Die Erfolge der TSV-Säbelfechter sind Beleg dafür, dass das Förderkonzept der „Partner für Sport und Bildung“ trägt.

Noch vor dem mit 45:43 gewonnenen EM-Finale der Dormagener Säbelfechter Max Hartung, Matyas Szabo und Benedikt Wagner gegen Ungarn hatte ein sichtlich bewegter Bundestrainer Vilmos Szabo versprochen: „Wir wollen nach Tokio und geben jetzt alles für Gold.“ Um dann nach dem zu Herzen gehenden Triumph schon wieder gefasster festzustellen: „Jetzt hat sich die Mannschaft eine solide Basis für Olympia geschaffen.“

Und genau da kommen die „Partner für Sport und Bildung“, kurz PSB, ins Spiel. Weil der Spitzensport im Rhein-Kreis Neuss ohne den stabilen Rückhalt und die breite Unterstützung der örtlichen Wirtschaft nicht möglich ist, wurde im Frühjahr 2018 mit der Gründung einer GmbH ein neues Kapitel in der noch jungen Geschichte des gemeinnützigen Vereins aufgeschlagen. Seine Mitglieder bekennen sich zu der Idee, dass die Bündelung der Kräfte und Interessen – gepaart mit dem richtigen Know-how – erfolgsversprechender und nachhaltiger ist als Alleingänge. Mit ihrem Engagement eröffnen sie Spitzensportlern und Nachwuchstalenten Perspektiven während und nach ihrer sportlichen Laufbahn.

Und die Entwicklung ist noch längst nicht abgeschlossen: „Von 1999 bis 2013 gab es die ‘Partner des Sports’, die als eher loser Zusammenschluss funktionierten“, blickt PSB-Präsident Christoph Buchbender zurück. „Dann haben wir dem Ganzen eine Satzung, eine Struktur und den Namen ‘Partner für Sport und Bildung’ gegeben. Die waren und sind, was den eingetragenen Verein betrifft, ehrenamtlich organisiert.“ Doch mit diesen ehrenamtlichen Strukturen, erklärt Buchbender, seien die PSB an Grenzen gestoßen, was die Gewinnung neuer Mitglieder und Sponsoren betrifft. „Deshalb haben wir uns 2018 zur Gründung einer GmbH entschlossen und Ingo Frieske als hauptamtlichen Geschäftsführer gewonnen.“ Der sieht seine Hauptaufgabe darin, „bestehenden wie neuen Sponsoren auch einen zusätzlichen Mehrwert ihres Engagements aufzuzeigen.“ Ihn beeindruckt, „welche Bandbreite an Sport hier erfolgreich betrieben wird. Von Voltigier-Weltmeistern bis zu Fecht-Olympiasiegern ist alles vertreten.“

Und damit zurück zu den Säbelfechtern vom Höhenberg. Wie knüppelhart deren Weg nach Tokio ist, zeigt ein Blick auf die Qualifikationskriterien: Grundsätzlich dürfen 204 Fechter plus acht Athleten aus dem Gastgeberland teilnehmen. Diese kommen aus den vier Zonen Amerika, Europa, Afrika und Asien/Ozeanien. Für den Team-Wettbewerb heißt das: Es gilt die Weltrangliste, in die die Ergebnisse bei den Weltcup-Turnieren, der Europameisterschaften (für Gold in Düsseldorf gab es die höchste Wertung für Deutschland) und Weltmeisterschaften (15. bis 23. Juli in Ungarn) im Zeitraum zwischen dem 3. April 2019 und dem 4. April 2020 einfließen. Das Ticket lösen die besten vier Teams dieser Rangliste – zusätzlich aus den Plätzen 5 bis 16 eine Mannschaft pro Zone. Falls eine Zone nicht vertreten ist, da kein Team der Top 16 angehört, rückt die Nation auf dem nächsten Ranglistenplatz unabhängig von der Zone nach.

Daraus folgt: Jedes qualifizierte Team darf bei Olympia auch drei Einzelstarter stellen, erst danach wird das Feld über die Einzelweltrangliste mit maximal einem Starter pro Nation aufgefüllt. Die deutschen Säbel-Herren erfüllen mit einem Platz unter den ersten Acht der Weltrangliste derzeit die Qualifikationskriterien. Max Hartung hat nicht nur mit dem Team eine glänzende Ausgangsposition, sondern dominierte in dieser Saison auch im Einzel mit EM-Bronze, zwei Weltcupsiegen und sechs Podestplätzen. Trotzdem legt der 29-Jährige das Hauptaugenmerk auf den Team-Wettkampf: „Wenn ich wählen könnte, würde ich immer den Mannschaftstitel nehmen, weil wir uns dann wahrscheinlich als Team für die Olympischen Spiele qualifizieren.“