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Der Entwickler des Hubrasens lebt in Liedberg: Das Dach, das endlich keines wurde

Der Entwickler des Hubrasens lebt in Liedberg : Das Dach, das endlich keines wurde

"Was soll ein Fußballfeld auf dem Dach?" fragte sich die Düsseldorfer Politik und entschied sich im März für ein handelsübliches Schiebedach als Regenschutz für die neu zu erbauende "Multifunktionsarena". "Am Ende scheitert es immer am Geld", sagt Jan Pannekoek und zuckt mit den Schultern. Der Bauingenieur aus Liedberg war maßgeblich an der Entwicklung des so genannten Hubrasens beteiligt, der ursprünglich im Angebot der Bietergemeinschaft Walter-Bau für den Stadion-Neubau in Düsseldorf vorgesehen war. Bauingenieur Jan Pannekoek aus Liedberg war maßgeblich an der Entwicklung des so genannten Hubrasens beteiligt, mit dem die geplante Multifunktionsarene in Düsseldorf ursprünglich ausgestattet werden sollte. Aus Kostengründen soll es nun aber doch "nur" ein handelsübliches Schiebedach für das neue Fußballstadion geben. NGZ-Foto: Woi -->

"Was soll ein Fußballfeld auf dem Dach?" fragte sich die Düsseldorfer Politik und entschied sich im März für ein handelsübliches Schiebedach als Regenschutz für die neu zu erbauende "Multifunktionsarena". "Am Ende scheitert es immer am Geld", sagt Jan Pannekoek und zuckt mit den Schultern. Der Bauingenieur aus Liedberg war maßgeblich an der Entwicklung des so genannten Hubrasens beteiligt, der ursprünglich im Angebot der Bietergemeinschaft Walter-Bau für den Stadion-Neubau in Düsseldorf vorgesehen war. Bauingenieur Jan Pannekoek aus Liedberg war maßgeblich an der Entwicklung des so genannten Hubrasens beteiligt, mit dem die geplante Multifunktionsarene in Düsseldorf ursprünglich ausgestattet werden sollte. Aus Kostengründen soll es nun aber doch "nur" ein handelsübliches Schiebedach für das neue Fußballstadion geben. NGZ-Foto: Woi -->

"Die Idee kam ursprünglich aus Holland", erzählt der gebürtige Niederländer. Hintergrund war, dass man gleich zwei Probleme auf einmal lösen wollte: Erstens müsse der Rasen in einer Arena von Zeit zu Zeit an die Luft, damit er nicht eingeht - in der Schalke-Arena regelt man das durch eine riesige Schublade. Zweitens wolle man die Arena auch komplett verschließen können. Und so wurde das Büro Schüßler Plan, in dem Pannekoek als Entwickler arbeitet, beauftragt, die Umsetzung dieser Idee zu erarbeiten. "Die Frage war: Wie bekommen wir ein Fußballfeld, das 150.000 Tonnen wiegt gehoben?"

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Die Lösung fand Pannekoek in einem alten physikalischen Gesetz: Das Gewicht des von einem Körper verdrängten Wassers entspricht dem Auftrieb. Ist das Eigengewicht des Körpers kleiner als der Auftrieb, steigt er. Das wusste schon Archimedes vor mehr als 2200 Jahren. Damit ein tonnenschweres Fußballfeld steige, müsse man es zunächst auf vier großen Schwimmkörpern ins Gleichgewicht bringen. "Mit dem kleinen Finger könnte man dann die Aufwärtsbewegung in Gang setzen". Eine absolut "grüne Lösung" sei das. Einzige Bedingung sei jedoch, dass Grundwasser vorhanden sei. Darin müsse das ganze schließlich schwimmen.

Dass dieses Prinzip funktioniere, da hat Pannekoek nicht den geringsten Zweifel, auch wenn es weltweit noch kein solches "schwebendes" Fußballfeld gibt. "Die Anwendung ist nicht neu." Bei Dortmund gebe es ein Schiffshebewerk, das genau nach dem gleichen System arbeite. Der TÜV habe dem Unternehmen bestätigt, dass "unser System wartungsfrei und sehr sicher ist. Die Technik ist gut, aber der Alltag macht es manchmal kaputt". Der Alltag, das sind der Düsseldorfer Haushalt und zahlreiche politische Diskussionen rund um den Stadionbau. Und natürlich die "fußballerische Situation", die die Entscheidung verständlich mache. Denn die Fortuna brauche jetzt ja kein Bundesliga-Stadion mehr.

Das "Aber" steht Pannekoek bei diesen Worten ins Gesicht geschrieben. Man dürfe den Wert eines Hubrasens auch nicht verkennen. "Stellen Sie sich das Spektakel vor, wenn vor den Augen der Stadionbesucher das Fußballfeld hochgefahren wird." Er hebt den Kopf und schaut hinter dem Dach her, das wohl eine geniale Idee bleiben wird. "Die Investition ist so groß, dass die Chancen für eine Realisierung nicht so gut sind." Es ist eine "Vision", wie der 53-Jährige selbst sagt. Darum gehe es ja in der Forschung - Lösungen zu suchen, die über das konventionelle hinaus gehen. "Das hat mich immer gereizt."

Gefragt danach, was der Hubrasen-Erfinder mit seiner Freizeit anfängt, wirkt er fast verlegen: "Sport - ich weiß, davon mache ich zu wenig." Skaten, Radfahren - was man in Liedberg und Umgebung so treiben kann. Und kunstinteressiert sei er: "Kunst ist so notwendig für das Leben wie das Wasser für den Hubrasen." Und so findet er auch das Schaffen seiner Frau, der Künstlerin Franziska Müller-Pannekoek, von der Sache her toll. "Es ist nichts Feststehendes, sondern etwas Lebendiges - ein Abenteuer." Wie der Hubrasen eben. Vanessa Donner

(NGZ)