1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Galopp: Das "Comeback" der Kölner Vierbeiner

Galopp : Das "Comeback" der Kölner Vierbeiner

Drei Monate durften keine Pferde die Kölner Galopprennbahn verlassen. Am Sonntag, wenn in Neuss der erste Renntag des neuen Jahres auf dem Programm steht, möchte Trainer Peter Schiergen mit drei Startern ein "Comeback" feiern.

Mit drei Pferden aus dem Stall des Spitzentrainers Peter Schiergen soll am Sonntag ab 14 Uhr auf der Neusser Galoppprennbahn die deutsche Turfsaison 2013 und das 139. Rennjahr in Neuss beginnen. Eigentlich wäre das nichts Besonderes, wenn es nicht im Herbst 2012 einen Fall der Pferdeseuche von infektiöser Anämie mit tödlichem Ausgang im Stall der Trainerin Sarah Weis auf dem Gelände der Kölner Galopprennbahn in Weidenpesch gegeben hätte.

Der tödliche Virus wurde offenbar in einer Bonner Tierklinik von einem Blutspendepferd übertragen. Eine merkwürdige Heimlichtuerei und viel Gleichmut begleiteten die Affäre. Die Behörden verhängten ab dem 2. Oktober eine Quarantäne über das gesamte Kölner Stallgelände. Seitdem ist kein Pferd aus einem Kölner Rennstall mehr gelaufen. Besonders hart traf es die Stute Danedream aus dem Schiergen-Stall. Sie konnte ihren Sieg im Prix de l' Arc de Triomphe in Paris nicht verteidigen. Ihr japanischer Mitbesitzer hat mittlerweile das Ende der Rennlaufbahn entschieden. Sie wird in Newmarket vom Hengst Frankel gedeckt, der in 14 Rennen ungeschlagen blieb.

Der Auftritt der drei Schiergen-Pferde La Bayadere und Mombasa im zweiten Rennen und Aosta Spring im vierten Rennen birgt allerdings noch ein Rest-Risiko. Rüdiger Schmanns, der Chef der Renntechnik beim Dachverband in Köln: "Wir erwarten heute die Freigabe der Bahn durch das Veterinäramt. Alle Kölner Pferde sind in den letzten Tagen getestet worden. Es wird von negativen Befunden ausgegangen."

Besonders interessant ist der Start der sechsjährigen Stute Mombasa aus dem Gestüt Bona. Der in Dortmund zum zweiten Mal zum Amateur-Champion gekürte, mittlerweile 18 Jahre alte Trainersohn Dennis Schiergen reitet sie zur Vorbereitung auf die Skijöring-Wettbewerbe im Februar auf dem See von St. Moritz. Mombasa hat im Vorjahr zwei der drei ungewöhnlichen Rennen mit den Skifahrern hinter den Pferden gewonnen Das soll sich 2013 in möglichst drei Fällen wiederholen. Beim ersten Versuch 2012 wurde sie fahrerlos, es fehlte ihr noch die Routine für den von Engländern erfundenen Wettbewerb, der außer in St. Moritz nur noch auf dem Obersee von Arosa ausgetragen wird. Diese Rennen fallen allerdings oft aus, weil dieser See im Gegensatz St. Moritz zu nicht ausreichend Sicherheiten bietet.

Während die Spitzenjockeys Andrasch Starke und Filip Minarik in Urlaub weilen, treten Nachwuchs-Champion Maxim Pecheur, sein möglicher Nachfolger Enki Ganbat und die Perlenketten-Siegerin und Amateur-Championesse Olga Laznovska am Sonntag ebenso an wie Steffi Hofer, Sabrina Wandt, Josef Bojko, Stephen Hellyn und Andre Best.

Es ist entgegen den Befürchtungen sogar eine Wettchance des Tages zustande gekommen. 10 000 Euro steuerfreie Garantieauszahlung locken im siebten Rennen. Als Dessert wird nach dem achten Rennen gegen 17.30 Uhr die Verlosung auf Wettnieten um 300 Euro in bar von Wetten-Sieberts präsentiert. Eintritt und Parken ist frei.

(kgoe)