Lokalsport: Das beste Neusser Rennpferd ist verkauft

Lokalsport : Das beste Neusser Rennpferd ist verkauft

Matchwinner hat seinen Stall bei Trainer Axel Kleinkorres am Obertorweg verlassen und ist nach Kevelaer umgezogen.

Das erfolgreichste Neusser Galopprennpferd der letzten Jahre hat seinen Stall bei Trainer Axel Kleinkorres am Obertorweg verlassen und ist in das Adelresort von Adel Messaad (53) nach Kevelaer verladen worden. Kleinkorres bestätigte gegenüber der NGZ den Transfer, nachdem der mit Besitzer Jens Schwarma vereinbarte Kaufpreis (im deutlich sechsstelligen Bereich) für den siebenjährigen Hengst aus der Zucht des Gestüts Görlsdorf in der Uckermark auf dem Besitzer-Konto eingetroffen war.

Um den Verkauf gab es Diskussionen, denn bereits am 14. April hatte das Fachblatt "Sport-Welt" und die dazu gehörende Internet-Plattform "galopponline.de" den Verkauf vermeldet. Es kam aber zu Verzögerungen und erst eine tierärztliche Ankaufuntersuchung brachte letzte Klarheiten. Eine Verletzung aus der Vergangenheit war nicht mehr spürbar. Axel Kleinkorres: "Natürlich ist bei diesem Verkauf viel Wehmut im Spiel. So ein wunderbares Pferd gibt es selten. Aber er ist sieben Jahre alt und eine so tolle Saison wie 2017 ist nur schwer wiederholbar." Kleinkorres räumte ein, zum Verkauf geraten zu haben. In drei Rennzeiten hat der Nachkomme des Röttgener Deckhengstes Sternkönig 21 Starts absolviert und nur zwei Mal (in St. Cloud und Mailand) kam er ohne einen Geldpreis zurück. Seine Brutto-Gewinnsumme liegt bei 157.500 Euro. Gekostet hat er auf der BBAG-Auktion 2012 in Iffezheim nur 7000 Euro. Der Vollblut-Experte Helmut Kappes kaufte ihn und der erste Trainer von Matchwinner war der längst verstorbene Hans Hiller. Dort erlitt das Pferd beim Training eine Fissur und er landete zur Reha auf dem Hof von Jens Schwarma, der ihn dann seinem alten Traberkumpel Axel Kleinkorres anvertraute.

In der letzten Saison glückten Matchwinner Siege in der Europa-Gruppe bei der Derbywoche in Hamburg-Horn (Sparkasse Holstein-Cup) und als Krönung der vom Trainer angesagte Erfolg im pferdewetten.de 27. Preis der Deutschen Einheit in Hoppegarten. Sein erster Erfolg gelang ihm gleich beim Debüt am 1. Mai 2015 im Münchner Maibock-Rennen, im Sattel saß Ian Ferguson, der ihn später noch oft ritt. Der Jockey aus Schottland hat wegen einer Herzerkrankung das Rennreiten aufgehört und hospitiert bei der Rennleitung.

Der neue Besitzer (Olympia-Teilnehmer 2008 im Tischtennis für Ägypten), mit seinem Trainer Marian Falk Weißmeier auf dem ehemaligen Trabergelände, hat große Pläne mit Matchwinner. Er soll eine Nennung für den Prix de l'Arc de Triomphe am 7. Oktober in Paris-Longchamp erhalten. Es ist das größte Rennen der Welt. Zunächst könnte er aber am 21. Mai in Köln antreten. Matchwinner soll in seiner neuen Heimat sogar das gleiche Futter bekommen wie in Neuss.

Der Alltag von Axel Kleinkorres sind die Starts seiner Pferde Shosona am Donnerstag in Dortmund, Mr. Murphy am Sonntag in Krefeld und von Rich Roofer am nächsten Dienstag am Mülheimer Raffelberg.

(NGZ)
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