Tennis : Das Abstiegsgespenst geht weiter um

Vier Tennis-Bundesligisten müssen sich noch Sorgen um den Ligaverbleib machen – darunter Blau-Weiss Neuss.

Olaf Merkel, Dietmar Skaliks und Thorben Theine dürften in dieser Woche eher schlecht schlafen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Abstiegsgespenst in ihren Träumen eine wesentliche Rolle spielt, ist bei den Teamchefs der Tennis-Bundesligisten aus Krefeld, Neuss und Bremerhaven recht groß. Und wenn sie zwischendurch schweißgebadet aufwachen, werden sie sich immer die gleiche Frage stellen: Wen werden die anderen am Sonntag aufbieten, wenn es ab 11 Uhr für das Trio um den Fortbestand in der höchsten Spielklasse des Deutschen Tennis-Bundes geht?

Jörg Mitterhofer, ihr Kollege beim SV Wacker Burghausen, kann die Sache etwas entspannter angehen. Es muss schon alles Unglück der Tennis-Welt auf einen Haufen zusammen kommen, damit der Klub von der bayerisch-österreichischen Grenze absteigt. Das passiert nur, wenn sich Bremerhaven und Neuss Unentschieden trennen und Burghausen sein Heimspiel mit 1:5 gegen Krefeld verliert. Gibt es an der Nordseeküste einen Sieger, egal, ob er Bremerhaven oder Neuss heißt, bleiben der und Wacker erstklassig, egal, wie die Partie in Burghausen ausgeht. Gewinnt Wacker oder spielt Unentschieden, steigt Krefeld ab, gewinnt Krefeld, erwischt es den Verlierer aus dem Duell Bremerhaven gegen Neuss.

So weit, so gut. Die alles entscheidende Frage lautet: Wer hat im Endspurt noch genügend Reserven, finanzieller und vertraglicher Natur, um ein schlagkräftiges Aufgebot auf den Platz zu schicken? Dietmar Skaliks glaubt sie zu haben: "Deshalb haben wir gegen Halle, Erfurt und Aachen ja bewusst auf unsere Top-Spieler verzichtet, um noch Mittel zur Verfügung zu haben", sagt der Teamchef des TC Blau-Weiss Neuss. Er geht davon aus, dass ihm in Filippo Volandri, Flavio Cipolla, Peter Gojowczyk, Antonio Veic und Stefan Seifert die Nummern zwei, drei, fünf, sechs und zehn seiner Meldeliste zur Verfügung stehen.

Nur: Ranglistenpositionen bedeuten in der Bundesliga nicht automatisch Siege. So verlor die Neusser Nummer eins, der Argentinier Leonardo Mayer (ATP 78), am Sonntag gegen Krefelds Nummer sechs, den in der Weltrangliste mehr als 200 Plätze schlechter notierten Italiener Alessandro Giannessi, glatt in zwei Sätzen. Bremerhaven hatte am Sonntag nur seine Spieler auf den Positionen neun, zehn, elf und 13 zur Verfügung – und fertigte Burghausen, das mit seinen Nummern fünf, sechs, zehn und 14 angereist war, trotzdem 6:0 ab.

Daran will der Aufsteiger auch gegen Neuss anknüpfen. "Unser Vorteil: Wir haben es vor eigenem Publikum jetzt selbst in der Hand", sagt Thorben Theine. Das trifft auch auf Burghausen zu. Ein weiterer Vorteil der Oberbayern könnte für Neuss und Bremerhaven jedoch zum Nachteil werden – schließlich "reicht" Wacker schon eine 2:4-Niederlage zum Ligaverbleib. In dem Fall wäre der Verlierer des anderen Duells der Dumme.

(NGZ)