4:2-Heimsieg des VfR gegen die Thomasstadt-Kempen: Criens traf mit Maske

4:2-Heimsieg des VfR gegen die Thomasstadt-Kempen : Criens traf mit Maske

Dass die Leistung, die Fußball-Landesligist VfR Neuss im heimischen Stadion an der Hammer Landstraße im Kellerduell gegen die DJK Thomasstadt-Kempen ablieferte, den gut 200 Zuschauer Rätsel aufgab, war nicht verwunderlich. An der Erklärung des Leistungsunterschiedes zwischen erster und zweiter Halbzeit hätte sich wohl auch jeder professionelle Sportpsychologe die Zähne ausgebissen.

Denn dass am Ende ein wichtiger 4:2-Erfolg (Halbzeit 0:1) für Neuss - gleichzeitig der erste Heimsieg - zu Buche stehen würde, war nach dem Verlauf der ersten 45 Minuten nun wahrlich nicht zu vermuten gewesen. Da agierten die Hausherren nämlich viel zu zaghaft und ideenlos, das Mittelfeld lag völlig brach und folglich hingen die Spitzen in der Luft. Nicht wieder zu erkennen war der VfR dagegen in der zweiten Hälfte, in der er besonders zwischen 61. und 75. Minute ein enormes Tempo vorlegte und so gut kombinierte, dass die Kempener nicht standhalten konnten und 1:3 in Rückstand gerieten.

Einen Glücksgriff hatte Trainer Eddi Hagedorn mit der Einwechselung von Nazibi Ejupi getan, der nach der Pause für den angeschlagenen Marc Schüttler ins Spiel kam. Er war es nämlich, der in der 61. Minute die Führung der Gäste ausglich, die Peter Orlowski schon nach acht Minuten erzielt hatte, und damit das Signal für die beste Viertelstunde gab, die der VfR im neuen Jahr bisher gespielt hat.

Dass es plötzlich so viel besser lief, lag auch daran, dass Nico Rittmann im Mittelfeld plötzlich Akzente setzen konnte und nicht wie im ersten Durchgang völlig abtauchte. So war er es auch, der in der 64. Minute eine Maßflanke auf Ralf Criens zirkelte, die der "Mann mit der Maske" eiskalt per Kopf unter die Latte setzte. Eigentlich hätte Criens wegen seines Nasenbeinbruches ja gar nicht spielen sollen, doch weil noch alle Hebel in Bewegung gesetzt wurden, um eine Schutzmaske zu besorgen, war ein Einsatz doch noch möglich.

Der Wert dieser Investition zeigte sich ein weiteres Mal in der 75. Minute als die Neusser ihrer Sturm und drang Phase die Krone aufsetzten. Libero Wolfgang Höfchen schlug einen Freistoß aus 35 Metern in des Gegners Strafraum und wieder war es Criens, der völlig unbehelligt zum 3:1 einnicken konnte.

Danach war der Widerstand der Kempener eigentlich gebrochen, erst eine Minute vor Schluss nutzte Marcus Noack einen Tumult im 16er des VfR und verkürzte auf 2:3. Praktisch im Gegenzug war es dann Seppi Stumpilich vorbehalten, den verdienten Heimsieg der Neusser zu besiegeln. Er verwandelte einen Strafstoß sicher, den der Schiedsrichter nach einem Foul an Nazibi Ejupi gegeben hatte. VfR-Coach Eddi Hagedorn war zufrieden: "Wichtig ist die Einstellung. Wenn die stimmt so wie heute, dann steigen wir nicht ab." David Beineke

(NGZ)