Korschenbroich: "Crash-Kurs" für Gymnasiasten

Korschenbroich : "Crash-Kurs" für Gymnasiasten

Unbedachtes, leichtsinniges Verhalten im Straßenverkehr kann tödlich enden. Das ist die Botschaft vom "Crash-Kurs". 100 Schüler wurden mit Unfallfilmen und Schilderungen konfrontiert. Mit dabei auch ungarische Polizisten.

Prävention im Straßenverkehr statt Deutschunterricht: Das stand gestern für 100 Korschenbroicher Gymnasiasten auf dem Stundenplan. Mit der oftmals traurigen Realität wurden die Schüler der Jahrgangsstufe 10 in der Aula konfrontiert. Zum jetzt zweiten Mal machte das Crash-Kurs-Team um Projektleiter Gereon Hogenkamp Station am Gyko.

Ersthelfer schildern Einsätze

Blutige Filmsequenzen und emotionale Schilderungen von Ersthelfern sollen dazu beitragen, die künftigen Fahranfänger vor leichtsinnigem Verhalten im Straßenverkehr zu warnen. Zuvor wurden die Jugendlichen von Verkehrssicherheitsberater Franz-Josef Baumeister aufgefordert, ihre Lebensträume auf Luftballons zu schreiben. In den sich anschließenden 90 Minuten wurde dann immer wieder deutlich, wie schnell diese Träume durch Übermut, Unachtsamkeit und Leichtsinn zerplatzen können.

Dabei machten weniger die gestellten Filmsequenzen betroffen, sondern die persönlichen Schilderungen der Ersthelfer und Unfallopfer. "Fahrt vorsichtig", lautete der Appell vom Kaarster Feuerwehrchef Herbert Palmen. Er wurde zu einem Unfall gerufen, bei dem ein 16-Jähriger vom Zug getötet wurde.

Palmen: "Er musste sterben, weil er über Kopfhörer Musik hörte.Denkt dabei auch an Eure Eltern und Freunde. Eine Todesnachricht schmerzt ein ganzes Leben." Und Unfallopfer Alexander Kulescha mahnte: "Werdet nicht leichtsinnig. Das Leben ist so kostbar." Er überlebte einen schweren Unfall mit überhöhter Geschwindigkeit. Er ist heute behindert und erwerbsunfähig. "Nur wenn wir uns im Straßenverkehr an die Regeln halten, schützen wir Leben — das der anderen Verkehrsteilnehmer und unser eigenes", fasste Projektleiter Gereon Hogenkamp die Botschaft der Unfallprävention zusammen.

Das Crash-Kurs-Konzept stammt ursprünglich aus Großbritannien und wurde erstmals 2011 an einigen Pilotschulen in Nordrhein-Westfalen getestet. Mittlerweile wurden 113 000 Teilnehmer gezählt. "Unser Ziel ist es, alle Zehntklässler zu erreichen", sagte Michaela Tempelmann, Geschäftsführerin des NRW-Landesprojektes. Der bisherige Erfolg hatte auch die ungarische Polizei bewogen, vor Ort Erfahrungen zu sammeln. "Wir möchten das Präventions-Projekt in Ungarn umsetzen und holen uns im Rhein-Kreis die entsprechenden Anregungen", erklärte der ungarische Polizeichef Csaba Kiss. Er ist überzeugt: "Durch die realistischen Szenen mit regionalem Bezug kann eine vorbeugende Verhaltensbeeinflussung bei den potenziellen Fahranfängern erfolgen."

(NGZ/rl)
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