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Crash Eagles Kaarst sind die Nummer drei in Europa

Skaterhockey : Eagles sind das drittbeste Team Europas

Deutscher Skaterhockey-Meister aus Kaarst  gewinnt beim „European Cup“ in der Schweiz kleines Finale gegen London.

Pessimisten hätten das Missgeschick auf der Hinfahrt nach Delémont für ein schlechtes Omen halten können. Der Reisebus der zu allem entschlossenen Crash Eagles Kaarst blieb mit gerissenem Keilriemen stehen. Die erforderliche Reparatur verlängerte den ohnehin anstrengenden Trip weiter. Erst nach zwölf Stunden erreichte der Deutsche  Meister im Skaterhockey das im schweizerischen Jura gelegene Rossemaison – die fest eingeplante Trainingseinheit im „Forum Biwi“ fiel damit flach. Doch zum Glück steht Trainer Georg Otten mit seinen Mannen fest im Leben. Die zum engsten Favoritenkreis zählenden Adler ließen den Abend in geselliger Runde ausklingen und starteten am nächsten Tag furios ins Eurocup-Turnier, das sie schließlich auf dem starken dritten Platz beenden sollten.

Dass die Gäste aus Deutschland dabei tief in die Tasche greifen mussten, störte sie ebenfalls kaum, fast amüsiert nahm Otten zur Kenntnis: „Die Schweiz ist echt teuer. Für eine Pizza Salami und ein Bier musst du 24 Franken berappen, bei uns zahlst du nur die Hälfte.“ Trotzdem gelang zum Auftakt um die Mittagszeit ein ziemlich beeindruckender 13:0-Sieg über die sprachlosen Dark Vipers aus Salzburg. Der anschließende 6:4-Erfolg über den SHC Givisiez (Schweiz) schickte die Eagles als Gruppensieger in die Zwischenrunde. Dort fertigte Kaarst in den Lunatics Wien den Meister Österreichs mit 6:1 ab und brachte beim 7:7 gegen die Borehamwood Crusaders aus England das Kunststück fertig, einen 3:7-Rückstand  zu egalisieren. Auch im Viertelfinale, wiederum gegen Givisiez, zeigten die Deutschen Nehmerqualitäten: Nils Lingscheidt und Tim Dohmen brachten ihr mit 0:2 ins Hintertreffen geratenes Team auf gleiche Höhe, in der Verlängerung markierte Christian von Berg das erlösende Tor zum 3:2-Endstand.

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 Erst im Halbfinale riss die Glückssträhne der Kaarster: Trotz Torchancen satt unterlagen sie Gastgeber SHC Rossemaison glatt mit 2:7, kassierten dabei nach Strafzeiten drei Treffer in Unterzahl. Bei der Schlusssirene fühlte sich Otten an den legendären Spruch des ehemaligen Fußball-Weltmeister Andreas Brehme erinnert: „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß!“ Viel besser lief es dann im kleinen Finale, das die Adler gegen die London Street Warriors ungefährdet mit 5:2 gewannen. Den Titel sicherten sich schließlich die Gentofte Starz aus Dänemark mit einem 4:2-Sieg über Rossemaison. Obwohl es nicht zum ersehnten Titelgewinn gelangt hatte, war Otten mit dem Abschneiden seiner Truppe, die Stürmer Thimo Dietrich ins All-Star-Team brachte, sehr zufrieden: „Wir sind als das jüngste Team die Nummer 3 in Europa. Damit kann man leben ... Wir sind happy.“ Anderen Mannschaft erging es bedeutend schlechter: Für den vom Pech verfolgten Deutschen Vizemeister Samurai Iserlohn, der sogar auf die Dienste  zweier DEL-Profis von den Krefelder Pinguinen vertraute, blieb nur der elfte Rang, Titelverteidiger HC Köln-West Rheinos fand erst zum Ende des Turniers zu seiner Form und belegte Rang fünf. „Das zeigt, wie eng es hier zugegangen ist und wie hoch das Niveau der teilnehmenden Vereine war“, sagte Otten und resümierte: „Im vergangenen Jahr waren wir im Viertel-, jetzt im Halbfinale. Das ist sehr gut. Man muss dabei bedenken, wie schwer es ist, es bis hier überhaupt zu schaffen.“