Skaterhockey Crash Eagles Kaarst im Dauerfeier-Modus

Kaarst · Was für ein Wochenende für den Skaterhockey-Verein aus Kaarst. Nachdem die Männer vorgelegt und sich den fünften Meistertitel geholt hatten, waren die Junioren mit feiern dran. Sie verteidigten in Velbert ihre Vorjahresmeisterschaft.

Nach den Herren sicherte sich am Wochenende auch die Junioren-Mannschaft der Crash Eagles Kaarst den Titel eines Deutschen Meisters.

Nach den Herren sicherte sich am Wochenende auch die Junioren-Mannschaft der Crash Eagles Kaarst den Titel eines Deutschen Meisters.

Foto: Crash Eagles

Der Logik von Fußballkaiser Franz Beckenbauer folgend, müsste die Herrenmannschaft der Crash Eagles Kaarst über Jahre hinweg nicht zu schlagen sein. Der Weltmeistertrainer von 1990 hatte angesichts des großen Potenzials von Spielern aus der ehemaligen DDR der deutschen Nationalmannschaft eine blühende Zukunft prophezeit. Im Lager des fleißigen Skaterhockeyvereins aus Kaarst sind sie da aber wesentlich zurückhaltender, obwohl nach dem fünften Meistertitel für die Herren am Samstag tags darauf auch noch die Titelverteidigung der U19-Junioren folgte.

Doch auch wenn bei den Crash Eagles gerade der Dauerfeier-Modus herrscht, behält Vorsitzender Georg Otten einen kühlen Kopf. „Ein Abo auf die Meisterschaft haben wir nicht. Dafür ist die Spitze viel zu dicht beieinander“, erklärt Otten. Gleichwohl gesteht er ein, dass die Voraussetzungen im Verein inzwischen so sind, dass die Herren der Eagles auf Dauer oben mitmischen können. Das sah mal eine ganze Zeit lang anders aus. Während des Neubaus der Stadtparkhalle hatte der Verein, der Ende der 1990er- Jahre schon mal führend in Deutschland war, einen mächtigen Durchhänger. Als Otten 2012 den Vorsitz übernahm, setzten er und seine Mitstreiter konsequent auf Nachwuchsarbeit, während viele Konkurrenten sich eher nach fertigen Eishockeyspielern umschauten, die sich auch mal in der verwandten Sportart versuchen wollten. „Unser Hauptbudget geht in den Nachwuchs und die Trainerausbildung. Das ist eine Investition in unsere Zukunft“, erklärt Otten. Eine Philosophie, die auch heute noch gilt, die die Eagles aber schon 2017 zurück an die deutsche Spitze brachte. Ihren Titel von damals verteidigten sie im Jahr darauf, 2019 reichte es zur Vize-Meisterschaft. Dann kam die Corona-Pandemie, die auch den Kaarstern heftig zusetzte, doch mittlerweile rennen ihnen die Kids wieder die Bude ein.

Allein in den Altersklassen U11 und U13 sind es aktuell 120 Kinder. Umso erstaunlicher, als es in der Stadt in Gestalt der Floorballer der DJK Holzbüttgen, dieses Jahr zum ersten Mal Deutscher Meister, eine verwandte Sportart gibt, die sich ebenfalls vor Nachfrage kaum retten kann. „Weil wir die beiden einzigen Vereine in der Region sind, die die Sportarten anbieten, haben wir ein Alleinstellungsmerkmal. Und wenn man dann noch gut organisiert, bringen Eltern ihre Kinder gerne. Das Potenzial reicht für beide Vereine“, erklärt Otten. Die Eagles machen sportlich jede Menge daraus. Vergangenes Jahr gewannen die U13, die U16 und die U19 die Meisterschaft, die Junioren verteidigten am Sonntag beim Finalturnier in Velbert ihren Titel. Damit standen sie in den vergangenen acht Jahren siebenmal ganz oben auf dem Siegertreppchen. Auf dem Weg zu ihrem jüngsten Titel steigerten sich die Jungadler nach anfänglichen Problemen mit dem Betonboden in Velbert kontinuierlich. Nach erfolgreicher Gruppenphase schalteten die Kaarster die Bissendorf Panther aus Niedersachsen mit 8:1 aus und ließen auch im Endspiel gegen den NRW-Konkurrenten Menden Mambas beim 4:1-Erfolg nichts anbrennen. Schon jetzt steht fest, dass ein Spieler des Meisters in die erste Mannschaft integriert wird, zwei gehen in die zweite Mannschaft (2. Bundesliga). Der Rest hat noch ein Jahr bei den Junioren und wird wohl wieder um den Titel mitspielen.

Klar, dass die gute Arbeit bei den Crash Eagles nicht unbemerkt bleibt. Sie ist sicher auch ein Grund, wieso der Verein jetzt erstmals den Zuschlag für die Ausrichtung des Herren-Europacups erhalten hat. Er wird nächstes Jahr vom 22. bis 25. Juni in der Stadtparkhalle über die Bühne gehen. „Darüber freuen wir uns sehr“, sagt Georg Otten, der gleichwohl gesteht, dass die nun anstehende Pause gerade recht kommt. „Wir sind alle müde, das war ein langes und anstrengendes Jahr.“

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